Neutrales Element

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Ein neutrales Element ist ein spezielles Element einer algebraischen Struktur. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass jedes Element durch die Verknüpfung mit dem neutralen Element auf sich selbst abgebildet wird.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sei ein Magma (eine Menge mit einer zweistelligen Verknüpfung). Dann heißt ein Element

  • linksneutral, falls für alle ist,
  • rechtsneutral, falls für alle ist,
  • neutral, falls linksneutral und rechtsneutral ist.

Ist die Verknüpfung kommutativ, dann stimmen die drei Begriffe überein. Falls sie aber nicht kommutativ ist, dann kann es ein rechtsneutrales Element geben, das nicht linksneutral ist, oder ein linksneutrales Element, das nicht rechtsneutral ist.[1]

Eine Halbgruppe mit neutralem Element heißt Monoid. Hat zusätzlich jedes Element in ein inverses Element in , so ist eine Gruppe.

Häufig wird für die Verknüpfung das Symbol benutzt, man spricht dann von einer multiplikativ geschriebenen Halbgruppe. Ein neutrales Element heißt dann Einselement und wird durch symbolisiert. Wie auch bei der gewöhnlichen Multiplikation üblich, kann in vielen Situationen der Malpunkt weggelassen werden.

Eine Halbgruppe lässt sich auch additiv notieren, indem für die Verknüpfung das Symbol benutzt wird. Ein neutrales Element heißt dann Nullelement und wird durch symbolisiert.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wenn eine Halbgruppe sowohl rechtsneutrale als auch linksneutrale Elemente hat, dann stimmen alle diese Elemente überein und hat genau ein neutrales Element. Denn ist und für alle , dann ist .
  • Das neutrale Element eines Monoids ist also eindeutig bestimmt.
  • Hat eine Halbgruppe aber kein rechtsneutrales Element, dann kann sie mehrere linksneutrale haben. Einfachstes Beispiel ist eine beliebige mindestens zweielementige Menge mit der Verknüpfung . Darin ist jedes Element linksneutral, aber keins rechtsneutral. Analog gibt es auch Halbgruppen mit rechtsneutralen, aber ohne linksneutrale Elemente.
  • Dies kann auch bei der Multiplikation in Ringen auftreten. Ein Beispiel ist der Teilring
der 2-mal-2-Matrizen über einem beliebigen Körper . Man rechnet leicht nach, dass ein nichtkommutativer Ring ist. Linksneutral bzgl. der Multiplikation sind genau die Elemente
mit . Nach dem oben gesagten kann die Multiplikation in dann keine rechtsneutralen Elemente haben.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siegfried Bosch: Algebra. 7., überarbeitete Auflage. Springer, Berlin u. a. 2009, ISBN 978-3-540-92811-9, S. 2.