Neutrebbin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neutrebbin
Neutrebbin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neutrebbin hervorgehoben
52.66333333333314.22754Koordinaten: 52° 40′ N, 14° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Amt: Barnim-Oderbruch
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 36,76 km²
Einwohner: 1445 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15320
Vorwahlen: 033474, 033452
Kfz-Kennzeichen: MOL, FRW, SEE, SRB
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 365
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile[2]
Adresse der Amtsverwaltung: Freienwalder Straße 48
16269 Wriezen
Webpräsenz: www.neutrebbin.de
Bürgermeister: Siegfried Link
Lage der Gemeinde Neutrebbin im Landkreis Märkisch-Oderland
Altlandsberg Alt Tucheband Bad Freienwalde Beiersdorf-Freudenberg Bleyen-Genschmar Bliesdorf Buckow Falkenberg Falkenhagen Fichtenhöhe Fredersdorf-Vogelsdorf Garzau-Garzin Golzow Gusow-Platkow Heckelberg-Brunow Höhenland Hoppegarten Küstriner Vorland Lebus Letschin Lietzen Lindendorf Märkische Höhe Müncheberg Neuenhagen bei Berlin Neuhardenberg Neulewin Neutrebbin Oberbarnim Oderaue Petershagen/Eggersdorf Podelzig Prötzel Rehfelde Reichenow-Möglin Reitwein Rüdersdorf bei Berlin Seelow Strausberg Treplin Vierlinden Waldsieversdorf Wriezen Zechin Zeschdorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Neutrebbin ist eine amtsangehörige Gemeinde (und zugleich ein Ortsteil dieser Gemeinde) im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg). Die Gemeinde Neutrebbin wird vom Amt Barnim-Oderbruch verwaltet.[3]

Geografie[Bearbeiten]

Gliederung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Die Gemeinde Neutrebbin besteht aus drei Ortsteilen:[4]

  • Altbarnim: Der Ort mit 130 Einwohnern wurde wahrscheinlich nach dem pommerschen Herzog Barnim I. benannt. Seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus 1375 als Groten Barnym. 1949 wurden Kleinbarnim und Wubrigsberg eingemeindet und der Ort von Groß Barnim in Altbarnim umbenannt. Wubrigsberg wurde 1811 erbaut. Sehenswert ist die Fachwerkkirche in Kleinbarnim, welche die Glocken der zerstörten Glockenschauer von Groß- und Klein Barnim besitzt. Die beiden Glocken befinden sich jetzt in einem neu erbauten Glockenschauer auf dem Friedhof neben der Kirche.[5]
  • Alttrebbin
  • Neutrebbin

Die bewohnten Gemeindeteile sind:[3]

Die Wohnplätze von Neutrebbin sind:[3]

  • Bliesdorfer Feld,
  • Burgwall,
  • Cavelswerder,
  • Großbarnim,
  • Grube,
  • Kleinbarnim,
  • Neunziger Winkel,
  • Rhoneweg,
  • Stromfeld,
  • Wriezener Damm,
  • Wubrigsberg

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsteil Neutrebbin entstand 1755 im Zuge der Trockenlegung des Oderbruchs unter Friedrich II., 1757 war der Ort mit 131 Familien vollständig besiedelt und damit das größte Kolonistendorf im Oderbruch.

Neutrebbin wurde durch seine Fachwerkhäuser, sowie durch die Gänsemast bekannt, die seit 1855 betrieben wurde.

Am 1. Januar 1995 wurde Wuschewier eingemeindet.[6] Am 31. Dezember 1997 folgten Altbarnim und Alttrebbin.[7]

1997 wurde Neutrebbin zum schönsten Dorf Brandenburgs gekürt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 753
1890 1 633
1910 1 883
1925 1 718
1933 1 717
1939 1 897
1946 2 365
1950 2 373
1964 1 585
1971 1 508
Jahr Einwohner
1981 1 233
1985 1 211
1989 1 189
1990 1 157
1991 1 157
1992 1 136
1993 1 121
1994 1 109
1995 1 278
1996 1 287
Jahr Einwohner
1997 1 647
1998 1 663
1999 1 654
2000 1 667
2001 1 673
2002 1 663
2003 1 635
2004 1 628
2005 1 621
2006 1 570
Jahr Einwohner
2007 1 546
2008 1 534
2009 1 519
2010 1 504
2011 1 497
2012 1 490
2013 1 483
2014 1 445

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[8][9], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Neutrebbin besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[10]

  • Wählergruppe Allgemeine Demokraten 2 Sitze
  • Wählergruppe "Wir für uns" 2 Sitze
  • CDU 2 Sitze
  • Sportverein Hertha 23 Neutrebbin 1 Sitz
  • AfD 1 Sitz
  • Einzelbewerber Bernd Weber 1 Sitz
  • Pro Zukunft Märkisch Oderland 1 Sitz

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 4. Juni 1998 genehmigt.

Blasonierung: „In Grün über silbernem Wellenschildfuß, belegt mit einem roten Fisch, ein bewurzelter silberner Laubbaum, rechts begleitet von einer links-gewendeten goldenen Gans und links von einer goldenen Kornähre.“[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

In Neutrebbin gibt es eine Grundschule.

Verkehr[Bearbeiten]

Gleismesszug der Baureihe 726 in Neutrebbin

Neutrebbin erhielt 1876 Bahnanschluss. Der Bahnhof Neutrebbin liegt an der Bahnstrecke Eberswalde–Frankfurt (Oder). Es verkehrt die Linie RB 60.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Neutrebbin stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Denkmal des Alten Fritz[Bearbeiten]

Das neue Standbild des Alten Fritz in Neutrebbin

Im Dorfzentrum von Neutrebbin befindet sich ein Denkmal zu Ehren Friedrich II. Es wurde erstmals 1904 aufgestellt, war jedoch seit 1952 verschwunden. 1994 wurde ein originalgetreuer Nachguss zum 90. Jahrestag des Denkmals aufgestellt.

Die Schinkelkirche[Bearbeiten]

Am 31. Oktober 1817 wurde in Neutrebbin eine dreischiffige Kirche mit Turm geweiht, die die vorherige von 1771 ersetzte.[12] Der preußische Architekt Karl Friedrich Schinkel wirkte seinerzeit an der Planung der Kirche mit. In den Weltkriegen wurde der Bau beschädigt, jedoch nicht zerstört. Zuletzt wurde im Jahre 2004 der Turm restauriert.

Wuschewier[Bearbeiten]

Im Gemeindeteil Wuschewier ist ein früher als Schul- und Bethaus genutzter Fachwerksbau die wichtigste Sehenswürdigkeit. Weiterhin gibt es noch einige sehenswerte Kolonistenhäuser in Wuschewier. Das Dorfgasthaus entstand 1926 während der Weimarer Republik. In einem 2002 umfassend renovierten Kolonistenhaus aus der Zeit um 1800 ist das Tabak-Museum Wuschwier untergebracht.[13]

Vereinswesen[Bearbeiten]

Zu den örtlichen Vereinen gehört der SV Hertha Neutrebbin.

CO2-Speicherung[Bearbeiten]

Neutrebbin ist neben Beeskow ein möglicher Standort für die vom Energiekonzern Vattenfall geplante Speicherung von CO2.[14] In unterirdischen geologischen Schichten soll Kohlendioxid aus den Kohlekraftwerken in der Lausitz eingelagert werden. Gegen die Pläne gibt es starke Proteste, am 20. März 2010 kam es zu einer Demonstration mit Treckern und über 1000 Teilnehmern.[15]

Belege[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Michalsky: Neutrebbin und Umgebung in Geschichte und Gegenwart. Neutrebbin 1992.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGemeinde Neutrebbin. Landesregierung Brandenburg, abgerufen am 30. März 2009.
  3. a b c Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg - Gemeinde Neutrebbin
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Neutrebbin vom 19. Dezember 2008 PDF
  5. Märkische Oderzeitung, 3. August 2005, S. 11
  6. Zusammenschluß der Gemeinden Sietzing und Klein Neuendorf, Neutrebbin und Wuschewier, Wahlsdorf und Liepe. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 13. Januar 1995. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 6. Jahrgang, Nummer 9, 31. Januar 1995, S.54.
  7. Zusammenschluß der Gemeinden Neutrebbin, Alttrebbin (Amt Barnim-Oderbruch) und Altbarnim (Amt Letschin) zu einer neuen Gemeinde Neutrebbin. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 18. Dezember 1997. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 2, 22. Januar 1998, S.24/5.
  8. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 30–33
  9. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  10. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  11. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  12. Unterwegs im Oderbruch, Tourismusverband Seenland Oder-Spree e.V.
  13. Amt Barnim-Oderbruch: Tabak-Museum Wuschewier
  14. http://www.vattenfall.de/de/ccs-erkundungsgebiete.htm
  15. http://www.klimaretter.info/protest/hintergrund/5468-eindruecke-vom-ccs-protest

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neutrebbin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien