Neuwerk (Schiff)
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Die Neuwerk ist ein auf Helgoland stationiertes Mehrzweckschiff des Bundes und wird vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Cuxhaven betrieben. Es ist das größte der momentan vier Mehrzweckschiffe der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Das Schiff ist als Eisbrecher, Notschlepper, Tonnenleger, für die Schadstoffunfallbekämpfung sowie für schiffahrtspolizeiliche Aufgaben einsetzbar. Im September 2006 wurde die Neuwerk zur Bergung eines Wal-Kadavers vor Cuxhaven eingesetzt.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Schiff wurde unter der Baunummer 415 auf der Volkswerft Stralsund gebaut. Die Kiellegung erfolgte am 14. Februar, der Stapellauf am 27. September 1997. Fertiggestellt wurde das Schiff im Juni 1998.
Ende 2002 / Anfang 2003 war die Neuwerk nach der Havarie der Prestige vor der spanischen Atlantikküste im Einsatz. Nach dem Abschluss der Arbeiten wurde das Schiff auf einer spanischen Werft soweit gereinigt, dass es, ohne selbst Gewässer zu verunreinigen, nach Deutschland zurückkehren konnte. Die Endreinigung erfolgte in einer Bremerhavener Werft.
Schiffstechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Maschinenanlage und Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Neuwerk ist mit einer dieselelektrischen Maschinenanlage ausgerüstet. Die drei Haupt- und die beiden Hilfsmotoren treiben Generatoren an, die elektrische Energie für den Betrieb des Schiffs erzeugen. Bei den Hauptmotoren handelt es sich um 16-Zylinder-V-Motoren des Typs MTU 16V595 TC50 mit einer Leistung von 3000 kW bei einer Drehzahl von 1500/min.[1] Die elektrische Leistung der Hauptgeneratoren beträgt 11.025 kVA bei einer Nennspannung von 660 Volt. Der Strom für Hilfs- und Nebenbetriebe wird von zwei weiteren Generatorsätzen erzeugt, die von MTU-Dieselmotoren des Typs 12V396 TC54 bzw. 8V183 TE52 angetrieben werden. Die Nennleistung bei einer Drehzahl von 1500/min beträgt 969 kW bzw. 300 kW.[1] Um auch in potentiell gefährlicher Umgebung von Havaristen operieren zu können, wurde die Neuwerk mit Gas- und Explosionsschutz ausgestattet.
Der Antrieb der Neuwerk erfolgt über zwei Schottel-Ruderpropelleranlagen des Typs SRP 3030, die im Heck installiert sind. Jede Anlage verfügt über einen düsenummantelten Vierblatt-Festpropeller mit einem Durchmesser von 3,00 m. Pro Antriebsanlage reduzieren zwei Winkelgetriebe die Eingangsdrehzahl des Elektromotors von 1.074/min auf die Propellerdrehzahl von etwa 200/min. Zusätzlich ist das Schiff mit einem Wasserstrahlantrieb des Typs Schottel Pump Jet (SPJ) 520 ausgestattet. Die Anlage befindet sich im Bug und wird von einem Elektromotor mit einer Leistung von 2.600 kW bei 913/min angetrieben.[1]
Durch den Einsatz dieser Antriebstechnik ist die Neuwerk extrem wendig.
Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Neuwerk ist für den Einsatz als Schiffahrtszeichenfahrzeug mit einem Tonnenkran ausgerüstet, der je nach Auslage zwischen ca. 12 und 22 t heben kann. Für die Brandbekämpfung verfügt das Schiff über insgesamt vier Löschkanonen (Monitore). Zur Eigensicherung und Dekontamination ist das Schiff mit einer Wassersprühanlage ausgestattet.[1]
Ersatzplanung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt hat Anfang 2016 den Neubau von zwei Mehrzweckschiffen europaweit ausgeschrieben. Eines dieser Schiffe soll als neue Scharhörn beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Cuxhaven stationiert werden und die Neuwerk ablösen, die dann als Ersatz für die alte Scharhörn in die Ostsee verlegt wird.[3]
Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Schiffsdaten Neuwerk. DNV GL, abgerufen am 4. Februar 2016 (englisch).
- GS Neuwerk, Wasser- und Schifffahrtsamt Cuxhaven
- Neuwerk, Havariekommando
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ a b c d e Wasser- und Schifffahrtsamt Cuxhaven: GS Neuwerk. Abgerufen am 19. Juli 2012.
- ↑ Schottel GmbH: SCHOTTEL: Referenz-Details. Abgerufen am 19. Juli 2012 (PDF; 1,3 MB).
- ↑ Zwei neue moderne Mehrzweckschiffe für noch mehr Sicherheit in Nord- und Ostsee. GDWS, 2. Februar 2016, abgerufen am 4. Februar 2016 (PDF).