Neuwerk (Rübeland)

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Neuwerk
Koordinaten: 51° 45′ 10″ N, 10° 52′ 31″ O
Höhe: 400 m ü. NN
Einwohner: 169 (1. Jan. 2010)
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Rübeland
Postleitzahl: 38889
Vorwahl: 039454
Blick auf Neuwerk vom Hahnenkopf
Blick auf Neuwerk vom Hahnenkopf

Neuwerk gehört zur Ortschaft Höhlenort Rübeland der Stadt Oberharz am Brocken im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt.

Alte Schule am Hüttenplatz

Charakteristisch für das Bild des Ortes sind sowohl die an den Hang des Bodetals gebauten Häuser, als auch der markante Turm der ehemaligen Dorfschule mit historischem Uhrwerk. Von der einstigen Bedeutung des Bergbauortes zeugen heute der Hüttenplatz mit alten Hüttengebäuden und die vielen Gräben zur Nutzung der Wasserkraft. Diese Gräben wurden teilweise in jüngster Vergangenheit wieder nutzbar gemacht und werden nun erneut zur Erzeugung von Strom mit Hilfe von Wasserkraft eingesetzt. Eine weitere Besonderheit ist das höchste Eisenbahnviadukt Norddeutschlands im Kreuztal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neue Schule am Hüttenplatz

Neuwerk wird erstmals 1448 im Zusammenhang einer auf dem linken Ufer der Bode gelegenen Eisenhütte, dem Neuen Werk, im Teilungsrezess der Grafen Ulrich und Bernhard von Regenstein genannt. Ihr verdankt Neuwerk Entstehung und Namen. Auch die Flurbezeichnung Stahlberg zeugt von davon. Das Wasser der Bode trieb Pochhämmer und die Gebläse für den Hohen Ofen an.

Die von Mönchen des Klosters Michaelstein im Kreuztal gegründete Marmormühle wurde 1715 wieder in Betrieb genommen und arbeitete bis 1889. Die hohe Qualität des Marmors führte zu einer Verwendung in einigen Prunkbauten der preußischen Könige.

Am Rande von Neuwerk befand sich zu DDR-Zeiten ein Pionierlager direkt an der Bode, welches heute leider total zerfallen ist.

Schulgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1654 erhielt Neuwerk in einem leerstehenden Gebäude seine erste Schule und einen Lehrer. Bis dahin gingen die Schüler zur Schule nach Hüttenrode.

1704 erstand ein Schulneubau, der 1732erweitert wurde und einen Glockenstuhl mit eiserner Glocke sowie 1837 eine neue Orgel erhielt. Durch einen Brand 1850 stark beschädigt, erfolgte 1852 der Wiederaufbau.

Das Alte Schulhaus war eine sogenannte Betsaalschule. Es enthielt die Wohnung des Präzeptors, den Betsaal und die Unterrichtsräume. Den Titel Hüttenpräzeptor trugen die Lehrer in den Hüttenorten an der Bode, da sie gleichzeitig Aufgaben des Pfarrers erledigten.

Ab 1905 konnte die Neue Schule auf der gegenüberliegenden Straßenseite genutzt werden. Das Alte Schulhaus diente danach in der oberen Etage als Kirchsaal und im Erdgeschoss als Lehrerwohnung, Gemeindebüro und später als Verkaufsstelle (Konsum). Heutzutage wird es vom Spielmannszug Neuwerk genutzt.

Das mechanische Uhrwerk der Neuen Schule stammt ebenfalls aus dem Jahre 1905 und ist original erhalten. Der Turm wurde 2005 renoviert, das Schulgebäude 2012/2013.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde Neuwerk in das benachbarte Rübeland eingemeindet,[1] welches am 1. Januar 2004 ein Ortsteil von Elbingerode (Harz) wurde[2]. Seit der Auflösung der Stadt Elbingerode (Harz) am 1. Januar 2010 gehört es als Ortsteil von Rübeland zur neu gegründeten Stadt Oberharz am Brocken.

Panorama von Neuwerk, aufgenommen vom Stahlberg

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Neuwerk (Ruebeland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004