Nevada Smith

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Filmdaten
Deutscher Titel Nevada Smith
Originaltitel Nevada Smith
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1966
Länge 128 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Henry Hathaway
Drehbuch John Michael Hayes
Produktion Henry Hathaway
Musik Alfred Newman
Kamera Lucien Ballard
Schnitt Frank Bracht
Besetzung

Nevada Smith ist ein US-amerikanischer Western aus dem Jahr 1966. Regie führte Henry Hathaway. Geschichte und Drehbuch stammen von John Michael Hayes, angeregt durch die Figur des „Nevada Smith“ aus dem Roman Die Unersättlichen (The Carpetbaggers) von Harold Robbins, der bereits 1964 unter der Regie von Edward Dmytryk unter gleichnamigem Titel verfilmt worden war.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts: Eine aus Tom Fitch, Bill Bowdre und Jesse Coe bestehende Bande fragt den jungen Max Sand, ein Halbblut, nach dem Weg zu dessen Elternhaus. Dann vertreiben sie sein Pferd, damit er ihnen nicht folgen kann, und Max erkennt, dass seine Eltern in Gefahr sind. Als es ihm endlich gelingt, nach Hause zu kommen, findet er seinen Vater, einen Weißen, und seine Mutter, eine Indianerin, nur noch tot vor. Von den Banditen brutal ermordet, weil diese glaubten, dass der Vater von Max als Goldgräber Erfolg hatte und sie ihm vergeblich seinen Fund abzupressen versuchten. Max beschließt, sich an den Tätern zu rächen und macht sich alleine auf, um sie zu finden.

Ein fahrender Waffenhändler namens Jonas Cord nimmt ihn einige Zeit später unter seine Fittiche, indem er den ausgehungerten Jungen mit Lebensmitteln versorgt, und lehrt ihn das Schießen, da er ihn für komplett hilflos hält. Max bringt sich selbst das Lesen bei, bezahlt aber auch für Informationen über den Aufenthaltsort der Gesuchten. Als ersten findet er Jesse Coe und bringt ihn an einem Rinderpferch mit dem Messer zur Strecke, wobei er selbst schwer verwundet wird. Er findet Unterschlupf in einer Indianersiedlung, wo sich die Kiowa Neesa um ihn kümmert.

Nach seiner Genesung erfährt er, dass Bill Bowdre zur Zeit gerade in einem Straflager in den Sümpfen Louisianas einsitzt. Max begeht zum Schein einen Banküberfall, um sich fassen und ebenfalls in dieses Lager einsperren zu lassen. Er erschleicht sich das Vertrauen Bowdres, der ihn nicht erkennt, und mit Hilfe der Cajun-Frau Pilar gelingt ihnen die Flucht. Unterwegs durch die Sümpfe gibt er sich Bowdre schließlich zu erkennen und erschießt ihn. Das Mädchen stirbt an einem Schlangenbiss. Sand erholt sich einige Zeit in einem Kloster, wo der Pater versucht, ihn zum Verzicht auf seine weitere Rache zu bewegen.

Letztendlich macht Max Tom Fitch ausfindig, bei dem er sich unter dem Allerweltsnamen Nevada Smith als Bandenmitglied bewirbt. Der äußerst misstrauische Fitch aber glaubt Max zu erkennen, ist sich aber nicht sicher und stellt ihm einige psychologische Fallen, um es herauszufinden, jedoch besteht Max diese Tests bravourös. So gelingt es ihm, Fitchs Vertrauen zu erlangen, und er begleitet dessen Bande auf einen Raubzug. Auch als sie unterwegs zufällig dem Waffenhändler Cord begegnen, der ihn mehrfach mit dem Namen Max anspricht, fliegt seine Tarnung nicht auf.

Schlussendlich lässt er Fitch nach einem Showdown am Ufer eines Flusses schwer verletzt zurück und verzichtet darauf, ihn zu töten, da er erkennt, dass Fitch das Pulver für die tödlichen Schüsse nicht wert ist.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Außenaufnahmen für diesen außergewöhnlich harten Western wurden unter anderen in New Orleans und in verschiedenen Orten in Kalifornien gedreht.[1] Max Sand soll 16 Jahre alt sein, McQueen war zur Zeit der Dreharbeiten 35.[2]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz bewerteten Nevada Smith in ihrem Lexikon „Filme im Fernsehen“ mit 2½ von 4 möglichen Sternen als „überdurchschnittlich“ und bezeichnen ihn als „blutiges Drama um Selbstfindung und Selbstjustiz“.[3]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der „spannende Qualitätswestern“ biete eine „geschickte Mischung aus Psychodrama, bunter Romantik und abwechslungsreicher Abenteuerunterhaltung“.[4]

Wesley Lovell schrieb im Apollo Movie Guide, das Beste, was man über Nevada Smith sagen könne, sei, der Film „gehe hinein, mache, was zu tun sei und gehe, bevor es zu spät sei“. Er zeige zwar das Reifen der Hauptfigur, aber stelle das Publikum nicht zufrieden. Die Darstellung von Steve McQueen sei „vernünftig“ („decent“), dessen emotionale Bandbreite sei eingeschränkt. Der Regisseur habe kein Auge für Details, vor allem hätte er nicht derartig auf Nahaufnahmen verzichten sollen.[5]

Ein namentlich nicht genannter Autor befand am 15. Juli 1966 in Time, Steve McQueen wirke hier, als würde er sich auf dem Sitz einer Harley-Davidson wohler fühlen als im Sattel eines Pferdes. Die Landschaften seien unverhältnismäßig prächtig.[6]

Jens Golombek besprach in Das große Film-Lexikon mehrdeutig eine „[…] krude Rachegeschichte, wie sie der Italo-Western nicht besser erzählen könnte“, und stellte eine „Überlänge“ fest. Er schließt sich dabei einer US-Kritikerstimme an, die der Ansicht war, McQueen werde seiner Rolle gerecht.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde im Jahr 1967 für den US-amerikanischen Golden Laurel nominiert und belegte den fünften Platz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Drehorte für Nevada Smith (1966). In: IMDb. IMDb.com, Inc., abgerufen am 3. Januar 2008 (englisch).
  2. Dies und das für Nevada Smith (1966). In: IMDb. IMDb.com, Inc., abgerufen am 28. März 2008 (englisch).
  3. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 607
  4. Nevada Smith. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  5. Apollo Guide: Nevada Smith (Memento vom 3. November 2004 im Internet Archive), abgerufen am 29. Juni 2017.
  6. Odyssey of Vengeance. In: Time. 15. Juli 1966, abgerufen am 29. März 2008 (englisch): „[…] he looks as if he would be more at home in the saddle of a Harley-Davidson than on a horse.“
  7. Jens Golombek: Das große Film-Lexikon : alle Top-Filme von A – Z. Hrsg.: Dirk Manthey u. a. Verlagsgruppe Milchstraße, Hamburg 1995, ISBN 3-89324-126-4, S. 2066 f.