New Atlantis (Mikronation)

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Flagge von New Atlantis

Die Republic of New Atlantis[1] war eine Mikronation und wurde am 4. Juli 1964, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, von Leicester Hemingway in internationalen Gewässern in der Karibik, rund 15 Kilometer vor Jamaika in der Nähe von Bluefields auf einem 30 m² großen Floß gegründet. Hemingway, jüngerer Bruder von Ernest Hemingway, nahm, da er Vogelexkremente auf seinem Floß fand, aufgrund des Guano Islands Act die Hälfte des Floßes für die USA in Besitz, die südlichen 15 m² des Floßes beanspruchte er für sich selbst.

Hemingway plante den Ausbau zu einem Zentrum für Meeresforschung. Er wurde „Präsident“ von New Atlantis, gab eine eigene Währung – den New Atlantis Dollar, den es ausschließlich in Papierform und nicht als Münzgeld gab – heraus und druckte eigene Briefmarken; auf der 60-Cent-Briefmarke war zum Beispiel Winston Churchill zu sehen.[2]

New Atlantis hatte sechs Einwohner: Leicester Hemingway und seine Frau Doris, deren Töchter Anne und Hilary, die zu dieser Zeit sieben und drei Jahre alt waren, sowie Edward K. Moss und seine Assistentin Julia Cellini. Moss war CIA-Agent, Cellini die Schwester eines Mafia-Bosses.

New Atlantis wurde 1966 durch einen Sturm zerstört. Mit der Geschichte von New Atlantis beschäftigt sich einem Radio-Feature des Südwestrundfunks von 2010, die auf Interviews mit Leicesters Töchtern Anne und Hilary beruht.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Russell Hale: Throwback Thursday—Contents of a country: Leicester Hemingway’s Republic of New Atlantis. In: Harry Ransom Humanities Research Center der University of Texas at Austin. 30. Juli 2015, archiviert vom Original am 20. März 2017; abgerufen am 19. März 2021 (englisch).
  2. 1965 New Atlantis Local Post 60 cents. (jpg) In: Harry Ransom Humanities Research Center der University of Texas at Austin. Archiviert vom Original am 7. März 2016; abgerufen am 19. März 2021.
  3. Lorenz Schröter: Hemingways Insel. (pdf; 231 kB) In: SWR2-Sendung „Feature am Sonntag“. 27. Juli 2010, abgerufen am 19. März 2021.