The New School

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von New School for Social Research)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
The New School
Gründung 1919
Trägerschaft privat
Ort New York City, Vereinigte Staaten
Präsident David E. Van Zandt
Studierende 9.825 (2008)
Mitarbeiter ca. 2.088 (2008)
Stiftungsvermögen 176 Mio US-$ (2009)
Website www.newschool.edu

The New School ist eine Universität in New York City. Den wesentlichen Teil ihrer 1919 beginnenden Geschichte war die Universität unter den Namen New School for Social Research sowie New School University bekannt. Die Universität besteht aus 8 Fakultäten bzw. Schools; ihr Campus liegt im Greenwich Village in Manhattan, New York. Die New School steht in der Tradition der Verbindung von progressivem amerikanischem Gedankengut mit kritischer europäischer Philosophie.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die New School for Social Research wurde 1919 von einer Gruppe von Intellektuellen gegründet, von denen einige an der Columbia University gelehrt hatten. Es waren Pazifisten, die vom Präsidenten der Columbia University zensiert wurden, was zur Gründung der neuen Universität führte. Die Gründungsmitglieder waren Charles A. Beard, Thorstein Veblen, James Harvey Robinson, Wesley Clair Mitchell, John Dewey und Alvin Johnson.[1]

The New School University Center an der 14th Street und Fifth Avenue in Manhattan

Von Beginn an hatte die Universität enge Beziehungen zu Europa. Ihre Gründer formten sie in Anlehnung an die deutsche Volkshochschule. 1933 wurde innerhalb der Universität eine University in Exile[2] etabliert (später umbenannt in „Graduate Faculty of Political and Social Science“; seit 2005 heißt sie New School for Social Research, was der alte Name der ganzen Universität war). Über 180 Emigranten im Exil fanden hier Arbeit. Nach der militärischen Niederlage Frankreichs im Juni 1940 kam eine Reihe angesehener französischer Sozialwissenschaftler hinzu, wie etwa der Anthropologe Claude Lévi-Strauss, der Sprachwissenschaftler Roman Jakobson und der Politikwissenschaftler Henri Bonnet. Auch der berühmte Anthropologe Gregory Bateson lehrte an dieser Universität.

Bekannte deutschsprachige Professoren an dieser Universität waren Emil Lederer, Hanns Eisler, Wilhelm Reich, Alfred Schütz, Albert Salomon, Karen Horney, Erich Fromm, Karl Löwith, Max Wertheimer, Rudolf Arnheim, Marie Jahoda, Arnold Brecht, Hannah Arendt, Hans José Rehfisch, Eduard Heimann, Adolph Lowe und Hans Jonas. Bekannte Studenten waren beispielsweise Dan Flavin und John Weakland. In Anerkennung der Verdienste, die sich die New School nach 1933 durch die Aufnahme der durch die Nationalsozialisten ins Exil gezwungenen Wissenschaftler erworben hatte, wurde 1962 aus Geldern der Bundesrepublik Deutschland die Theodor-Heuss-Professur eingerichtet, die jedes Jahr mit einem prominenten Ethnologen, Philosophen, Psychologen, Soziologen oder Wirtschaftswissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum besetzt wird. Erster Inhaber der Theodor-Heuss-Professur war 1962/63 der Philosoph Helmuth Plessner. 1979 war es Reinhard Kreckel[3], 1999/2000 war es Harald Hagemann[4], 2009/10 Hauke Brunkhorst, 2012/13 war es Norbert Frei[5], 2014/15 Richard Rottenburg[6][7]

Eine der berühmtesten Einrichtungen der New School war der 1940 von Erwin Piscator eingerichtete Dramatic Workshop. Hier studierten u. a. Tennessee Williams, Marlon Brando, Tony Curtis und Harry Belafonte.

Seit 1970 gehört die Parsons The New School for Design zur Universität.

Die teils weltweit bekannten Persönlichkeiten unter den Absolventen und Dozenten sind zahlreich, siehe Liste von Persönlichkeiten der New Yorker Universität The New School.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claus-Dieter Krohn: Wissenschaft im Exil: deutsche Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler in den USA und die New School for Social Research. Campus Verlag, Frankfurt [u. a.] 1987.
  • Peter M. Rutkoff, William B. Scott: New School: a history of the New School for Social Research. Free Press, New York 1986.
  • Peter M. Rutkoff, William B. Scott: Die Schaffung der "Universität im Exil", in: Ilja Srubar (Hg.): Exil, Wissenschaft, Identität. Die Emigration deutscher Sozialwissenschaftler 1933-1945, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1988, S. 106–141 (gekürzte, überarbeitete und übersetzte Fassung des 5. Kapitels von New School: a history of the New School for Social Research)
  • Daniel Bessner: New School for Social Research, in: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur (EJGK). Band 4, Metzler, Stuttgart/Weimar 2013, S. 354–358

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Commentary and archival information about the New School from The New York Times
  2. P. Gostmann und T. Meyer, Formal Aspects of ,The Nature of Politics and Society'. An Analysis of the ,University in Exile',1933-45. S. 89–114 in: Roczniki Nauk Społecznych 40/4, 2012.
  3. www.hof.uni-halle.de
  4. [1]
  5. Norbert Frei Explores the Core of Nazi Ideology
  6. www.ethnologie.uni-halle.de
  7. Chronology of the Heuss Chair at the New School for Social Research

Koordinaten: 40° 44′ 7,2″ N, 73° 59′ 49,3″ W