New York Renaissance

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Die New York Renaissance Big Five, kurz New York Renaissance oder New York Rens und in Anlehnung an den Heimspielort selten auch Harlem Renaissance Big Five waren das dominierende Basketball-Team der Zwanziger, Dreißiger und frühen Vierziger Jahre. Sie waren eines der Teams der Black Fives-Ära, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausschließlich aus schwarzen Spielern bestanden. Die Rens wurden 1922 von Bob Douglas gegründet und bestanden bis 1949. Das Team wurde 1963 in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name der Mannschaft geht auf das Harlem Renaissance zurück, ein aus der vierten Staffel der TV-Serie Boardwalk Empire bekanntes Tanzlokal und Casino im New Yorker Stadtteil Harlem, in dem die Mannschaft ihre Heimspiele austrug. Als rein afrikanisch-amerikanisches Team durften die Rens keiner Profiliga beitreten, daher zogen sie als Wandertruppe von Ort zu Ort. In den südlichen Bundesstaaten wie Georgia und Alabama war es schwarzen Teams sogar gesetzlich verboten, gegen weiße Mannschaften anzutreten. Trotzdem waren Spiele gegen weiße Mannschaften für die Rens der Normalfall, und viele Teams schätzten die prächtige Stimmung in der „Heimarena“ der Rens.

Mit drei Siegen in einer Serie von sechs Spielen gegen die Original Celtics errangen die Rens 1926/27 überregionale Aufmerksamkeit. Die Renaissance kopierte die erfolgreiche Spielweise früherer Spitzenmannschaften wie der Celtics, indem sie auf konsequente Verteidigung und schnelles Passspiel setzte. Schlüsselfigur für Letzteres war dabei Clarence Jenkins, einer der besten Guards jener Zeit. Beinahe unschlagbar wurden sie schließlich 1932, als Center „Wee“ Willie Smith verpflichtet wurde. Bis 1936 gewannen sie 473 Spiele, davon einmal (1932–1933) 88 innerhalb von 86 Tagen in Serie.

Nachdem Anfang der Dreißiger das Renaissance Casino geschlossen werden musste, spielten die Rens fast nur noch auswärts und waren ein beliebter Gast.[1] Trotzdem blieb die Mannschaft konstant erfolgreich. 1939 gewann sie 112 Spiele bei nur sieben Niederlagen. Die Rens nahmen am erstmals veranstalteten World Professional Basketball Tournament in Chicago teil und gewannen gegen den amtierenden NBL-Champion, die Oshkosh All-Stars, mit 34—25. Während des Zweiten Weltkriegs musste der Tourneebetrieb der Rens stark eingeschränkt werden. Wegen der Benzin-Rationierung und sicherer Jobs in der Landesverteidigung zog der Kern des Teams deswegen während des Krieges nach Washington, D.C. und gewann als Washington Bears 1943 gegen die Erzrivalen der im Vorjahr triumphanten Oshkosh All-Stars erneut das World Professional Basketball Tournament in Chicago.[2] In den beiden Folgejahren schied die New York Renaissance jeweils im Halbfinale gegen die Fort Wayne Zollner Pistons und 1946 wie schon 1942 im Viertelfinale gegen Oshkosh aus.[3]

Als erste und einzige „schwarze Mannschaft“ stiegen die Rens während der Saison 1948/49 in die seit 1941 integrierte National Basketball League (NBL) ein. Allerdings mussten sie sich zu einem Umzug nach Dayton, Ohio bereiterklären und Tabellenplatz wie Punktestand (2—17) der durch sie ersetzten Detroit Vagabond Kings übernehmen. Am Ende standen 16—43 Siege zu Buche. Die alternden Stars der Rens waren nicht mehr in der Lage, an alte Erfolge anzuknüpfen und so warf Manager Bob Douglas bereits nach der ersten Saison das Handtuch. In der darauffolgenden Saison fusionierten NBL und Basketball Association of America (BAA) zur National Basketball Association (NBA) — ohne die New York Renaissance. Ein Jahr später wurde die NBA durch Earl Lloyd, Chuck Cooper, sowie New York Ren Nathaniel Clifton und Dayton Ren Hank DeZonie integriert, womit das Zeitalter der Black Fives endete.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Harlem geborene Kareem Abdul-Jabbar schrieb 2007 mit Raymond Obstfeld On the Shoulders of Giants. My Journey Through the Harlem Renaissance. Das Buch erzählt die Geschichte des Basketball-Teams und des Harlem Renaissance Ballrooms.[4] Kareem Abdul-Jabbar war auch Produzent der gleichnamigen Film-Dokumentation.[5]

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hall of Famers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Team als Ganzem wurden bislang sechs Mitglieder der New York Renaissance als Individuen in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen.

Weitere bedeutende Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert W. Peterson: Cages to Jump Shots. Pro Basketball’s Early Years, Lincoln (Nebr.) 2002. ISBN 0-8032-8772-0

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. N.N.: Early Racial Inclusion Puts Wisconsin On Pro Basketball Map. Auf: Black Fives Foundation—Website; Washington, D.C., 19. Februar 2008. Abgerufen am 18. Januar 2018 (in Englisch).
  2. Bijan C. Bayne: Elgin Baylor. The Man Who Changed Basketball. Lanham/Boulder/New York/London, 2015: Rowman and Littlefield Publishers, Inc. ISBN 978-1-4422-4570-9 (Seite 1, in Englisch).
  3. Douglas Stark: Wartime Basketball. The Emergence of a National Sport during World War II. Lincoln/London 2016: University of Nebraska Press. ISBN 9780803245280 (Seiten 317–320, in Englisch).
  4. Robert Siegel: The Harlem Renaissance, On and Off the Court (inklusive Auszug aus dem Buch). Auf: NPR—Website; Washington, D.C., 30. Januar 2007. Abgerufen am 18. Januar 2018 (in Englisch).
  5. (AP-Agenturmeldung): Kareem Abdul-Jabbar Telling The Story Of The Harlem Renaissance. Auf: CBS Local—Website; New York, 3. April 2011. Abgerufen am 18. Januar 2018 (in Englisch).