New York Daily Tribune

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Die New York Tribune war eine der führenden und einflussreichsten Zeitungen in den Vereinigten Staaten. Sie wurde von Horace Greeley (1811–1872) am 10. April 1841 in New York gegründet und bestand unter diesem Namen bis 1924; unter dem Namen New York Herald Tribune existierte sie bis 1966 weiter.

Die New York Tribune unter Horace Greeley (1841–1872)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Redaktionsstab der New York Tribune, etwa 1850. Sitzend von links: George M. Snow, Bayard Taylor, Horace Greeley, George Ripley, stehend von links: William Henry Fry, Charles Anderson Dana, Henry J. Raymond

Die Tribune wurde von Greeley konzipiert, um dem Publikum eine seiner Meinung nach geradlinige, vertrauenswürdige Nachrichtenquelle zu bieten und einen Gegenpol zum Sensationsjournalimus der damals erfolgreichen Zeitungen wie der New York Sun oder dem New York Herald bilden. Obgleich als der am wenigsten anfällige Parteigänger unter den führenden Zeitungen betrachtet, spiegelte die Tribune doch einige von Greeleys idealistischen Ansichten wider.

Nach der Gründung wurde die New York Tribune rasch ein Erfolg und hatte bald zehntausende Leser in den ganzen USA, auch weil sie als führendes Blatt der Whig Party in New York City galt. Greeley war Herausgeber der Zeitung für den Rest seines Lebens und nutzte sie als Plattform für alle seine Angelegenheiten.

Der Erfolg der Tribune basierte auf ihren umfangreichen Nachrichtenstorys, ihren Journalisten, seinem Feuilleton und renommierter Korrespondenten wie Ferenc Aurél Pulszky, Karl Marx, Friedrich Engels oder Adam Gurowski. Der Historiker Allan Nevins erklärte das Aufblühen der Zeitung in seinem Werk Dictionary of American Biography (1931) so:

„Die Tribune setzte einen neuen Standard im amerikanischen Journalismus mit seiner Kombination geballter Nachrichten, guten Geschmacks, hoher Moralstandards und intellektuellem Anspruch. Polizeiberichte, Skandale, zweifelhafte medizinische Reklameanzeigen und oberflächliche Personennachrichten waren von ihren Seiten verbannt, die Leitartikel waren markig aber gewöhnlich gemäßigt, die politischen Meldungen waren die genauesten der Stadt, Bücherberichte und Buchauszüge waren zahlreich und als eingefleischter Dozent räumte Greeley großzügig Vorträgen breiten Raum ein. Das Blatt wirkte anziehend auf solide und gedankenvolle Leute.“

Richard Hoes 6-Zylinder-Druckerpresse

Als die neue Republikanische Partei 1854 gegründet wurde, machte Greeley das Blatt zu deren inoffiziellem, nationalen Organ. Er kämpfte gegen die Verlängerung der Sklaverei und die Sklavenhaltung. Am Vorabend des Bürgerkrieges wurden von der Tribune landesweit 300.000 Exemplare verbreitet.

Aufgrund der Zunahme der ehemals europäischen Leserschaft am „neuen Kontinent“ nach dem Revolutionsjahr 1848 wurde journalistischer Kontakt dorthin gesucht. Dazu wurde unter anderen auch Karl Marx als Londoner Korrespondent für die New York Daily Tribune verpflichtet. Von 1852/53 bis 1857 und von 1859 bis 1862 arbeitete Marx für die Tribune. Wenn es um militärische Themen ging, wie zum Beispiel den Krimkrieg, schrieb sein enger Freund und Arbeitspartner Friedrich Engels die Artikel für ihn.

Mit der Parteinahme für Jefferson Davis 1867 verstimmte Greeleys viele Leser, wodurch die Tribune etwa die Hälfte seiner Abonnenten verlor.

Weiterführung, Umbenennung und Ende (1872–1966)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Greeley 1872 starb und Whitelaw Reid die Nachfolge antrat, wurde die Tribune eine der landesweit führenden republikanischen Tageszeitungen. Nach ihm übernahm sein Sohn Ogden Reid die Zeitung, der 1924 den New York Herald übernahm und mit der Tribune zur New York Herald Tribune zusammenlegte.

Die Herald Tribune entwickelte sich zur Stimme des moderaten Republikanismus und in den kommenden vier Jahrzehnten als Inbegriff des kompetenten Journalismus. Neben ihrer Typografie galten die hohe Qualität der Beiträge, die Berichtserstattung aus Washington und dem Ausland sowie die politischen Kolumnisten als herausragende Merkmale der Zeitung.

Sie verfügte über einige der besten Reporter im Zeitungswesen mit - Joseph Barnes, Homer Bigart, Russell Hill, Joseph Driscoll, Joseph Mitchell, Tom Wolfe sowie über hochangesehene politische Kolumnisten wie Walter Lippman, David Lawrence, Joseph Alsop und Roscoe Drummond. Nach Ogden Mills Reids Tod 1947 sank die Auflage stetig und die Zeitung musste zahlreiche finanzielle Rückschläge hinnehmen.

1961 wurde der Medienunternehmer John Hay Whitney Mehrheitsgesellschafter, Herausgeber und Editor-in-Chief und investierte 40 Millionen US-Dollar, um die Zeitung wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Fünf Jahre später verlor die Herald Tribune ihre Selbstständigkeit. Die letzte Ausgabe erschien 24. April 1966. Zusammen mit den ebenfalls angeschlagenen New Yorker Zeitungen Journal American und World Telegram and the Sun fusionierte die Tribune zur World Journal Tribune. Doch auch diese Zeitung stand unter keinem guten Stern. Nach einem längeren Streik erschien die erste Ausgabe am 12. September 1966. Nicht mal acht Monate später wurde die World Journal Tribune am 5. Mai 1967 eingestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Addresses delivered at the presentation exercises on the 13th of May, 1922. Letter in the New York Daily Tribune, 13th May, 1865. Charter. List of officers. Balch Library, Leesburg, Loudoun County, Virginia Ill. 1923
  • Manfred Neuhaus, Gisela Neuhaus: Wirkungsgeschichtliche Anmerkungen zur „New York Tribune“-Publizistik von Karl-Marx und Friedrich Engels. In: Beiträge zur Marx-Engels-Forschung 3, Berlin 1978, S. 45-55
  • Gisela Neuhaus, Manfred Neuhaus: Karl Marx und Friedrich Engels als Auslandskorrespondenten der einflußreichsten progressiven bürgerlichen Zeitung am Vorabend des nordamerikanischen Bürgerkriees. Zur Geschichte der Mitarbeit der Klassiker des Marxismus an der ‚New York Tribune‘. in: Marx-Engels-Forschungsberichte 1, Leipzig 1981, S. 12-62
  • Hans-Jürgen Bochinski, Manfred Neuhaus: Marx und Engels und die ‚New York Tribune‘. Zur Entstehung und zum Charakter der Zeitung sowie zur Mitarbeit von Marx und Engels 1853. In: Marx-Engels-Jahrbuch 5. Dietz Verlag, Berlin 1982, S. 215-256

Quellenangabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]