Nextbike

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
nextbike

Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 2004
Sitz Leipzig DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Ralf Kalupner
Mitarbeiterzahl 271 (2017)[1]
Umsatz EUR 17,6 Mio. (2017)[1]
Branche Fahrradvermietung
Website www.nextbike.de/de/

Die Nextbike GmbH (Eigenschreibweise nextbike) mit Sitz in Leipzig ist ein im Jahr 2004 gegründeter Fahrradverleiher. Im Jahr 2018 konnten die Fahrräder in über 200 Städten weltweit ausgeliehen werden. Nextbike bietet stationsbasierte Systeme, Flexzonen und hybride Systeme an.[2]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 2004 von Ralf Kalupner und Markus Denk gegründet; es ist als Komplett-Anbieter von öffentlichen Fahrradverleihsystemen (Bike Sharing) tätig. Dabei entwickelt, produziert, vertreibt und betreibt Nextbike Fahrradverleihsysteme an den mehr als 50 deutschen Standorten[3] und weltweit u. a. in Großbritannien, Österreich, der Schweiz, Spanien, Polen, und Kroatien.[4] Die Fahrradverleihsysteme sind eine Ergänzung zum öffentlichen Personennah- und fernverkehr (ÖPNV). Die Produktion der Hardware (Fahrräder, Terminals, Ständer) erfolgt hierbei vorrangig in Leipzig. Dabei wird eine Vielzahl von Komponenten von Zulieferern weltweit bezogen. Das Unternehmen unterscheidet zwei Geschäftsmodelle: den Eigenbetrieb und das Lizenzgeschäft. Bei letzterem werden die Systeme (Hardware) komplett an einen Betreiber veräußert; Nextbike übernimmt hierbei i. d. R. die softwareseitige Steuerung dieser Systeme. Im Eigenbetrieb befindet sich die Hardware im wirtschaftlichen Eigentum von Nextbike; dieses System wird komplett in Eigenregie betrieben und erwirtschaftet dabei Erlöse aus Vertragsbeziehungen mit Kommunen oder Verkehrsbetrieben, der Werbevermarktung (über Werbung am Fahrradrahmen) und dem Verleih der Fahrräder.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der deutschen Hauptstadt hat nextbike mit dem Senat von Berlin einen Nutzungsvertrag abgeschlossen, der das Verleihsystem mit 7,5 Millionen Euro finanziell unterstützt. Es soll eine Probephase über fünf Jahre durchlaufen. So ist nextbike einerseits seit 2016 selbst aktiv, andererseits gibt es eine Kooperation mit dem Musikstreamingdienst Deezer, der seine Fahrräder als Deezer nextbike betreibt. Beide Verleiher arbeiten mit festen Mietstationen an belebten Stellen, meist innenstadtnah. Besonders große Nachfrage herrscht am Europaplatz am Hauptbahnhof Berlin, am Alexanderplatz und am Brandenburger Tor. Anfangs war geplant, dass nextbike rund 720 Stationen einrichtet, die aber alle einzeln von den Bezirksämtern als Sondernutzung öffentlichen Straßenlandes genehmigt werden müssen. Deshalb sind bis Ende April 2019 nur 280 Stationen vorhanden, die Anzahl der Fahrräder soll am Ende des Ausbaus 5.000 betragen, gegenwärtig sind 2600 im Einsatz. Die schleppende Genehmigung wird darauf zurückgeführt, dass die Stationen einen größeren Abstand zu Baudenkmalen, Gehwegen oder Grünanlagen einhalten müssen und zu prüfen ist, ob die Mindestgröße für einen Radabstellplatz überhaupt vorhanden ist und diese vor Ort keine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Eine Verlängerung des Fünfjahresvertrags um mindestens drei Jahre ist laut dem Senatsvertreter Ingmar Streese (Die Grünen) zu erwarten.[5]

Nextbike-Station in Mannheim

Ruhrgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das metropolradruhr (Eigenschreibweise) startete im Juni 2010 im Ruhrgebiet als größtes Fahrradverleihsystem Deutschlands. Bis 2012 wurden 3000 Mieträder in zehn Städten bereitgestellt. Verknüpft werden in diesem Projekt zehn Städte aus dem Ruhrgebiet, unter anderem Dortmund, Bochum, Essen und Oberhausen. Das Besondere an diesem Fahrradverleihsystem ist die städteübergreifende Nutzung der Mieträder.[6][7]

Rhein-Neckar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VRNnextbike ist das Fahrradverleihsystem im Verkehrsverbund Rhein-Neckar. Zum regionalen System gehören folgende Städte (Auswahl): Bensheim, Bürstadt, Dossenheim, Frankenthal, Heidelberg, Heddesheim, Heppenheim, Hockenheim, Kaiserslautern, Ladenburg, Ludwigshafen, Mannheim, Schwetzingen, Speyer, Weinheim, Worms. Wie bei Metropolradruhr können die Räder städteübergreifend genutzt werden.[8]

Weitere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bremen: Seit Juni 2018 kooperiert nextbike mit dem Weser-Kurier und BSAG. Es ist auch über der Grenze Bremens hinaus nutzbar.
  • Köln: Seit 2015 kooperiert nextbike mit den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB). Für VRS-Chipkarten-Inhaber sind die ersten 30 Minuten pro Fahrradausleihe inklusive (ausgenommen Schülertickets). In Köln gibt es, wie auch in Leipzig und Dresden, eine definierte Zone, in der die Räder flexibel an jeder Straßenecke abgegeben (und auch wieder ausgeliehen) werden können.[9]
  • Bonn: Seit Oktober 2018 kooperiert nextbike mit den Stadtwerken Bonn Verkehrs-GmbH. VRS-Abokunden erhalten pro Tag 30 Fahrrad-Freiminuten, die auf den Tag aufteilbar sind. In Bonn gibt es die Möglichkeit, die Räder flexibel im gesamten Stadtgebiet abzugeben und wieder auszuleihen.[10][11]
  • Freiburg im Breisgau: Nextbike hat im Mai 2019 Frelo lanciert.[12] Der Vertrag mit der Freiburger Verkehrs AG läuft bis 2024 und kostet die Stadt jährlich 300.000 Euro.[13] Die 400 Fahrräder können nur an den 56 festen Stationen abgegeben werden. Inhaber eines Regio-Karten Abos sowie Studierende der Albert-Ludwigs Universität Freiburg sowie der Musikhochschule können die Fahrräder in den ersten 30 Minuten kostenlos nutzen.[14]

In weiteren europäischen Ländern (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nextbike-Verleihstation im Bahnhof Katzelsdorf, Niederösterreich, der Mattersburger Bahn
  • Im Burgenland rund um den Neusiedlersee wird das Fahrradverleihsystem Nextbike seit 2007 umgesetzt und stetig ausgebaut. Seit 2010 ist auch die Niederösterreichische Landesregierung darum bemüht, ein flächendeckendes Netz an Verleihstationen in Niederösterreich aufzubauen. Der Betreiber des Systems ist die Energie- und Umweltagentur Niederösterreich. In Österreich wird durch Nextbike europaweit erstmals ein Fahrradverleihsystem im ländlichen Raum ein- und durchgeführt.
  • In Innsbruck wurde mit dem Stadtrad Innsbruck im April 2014 ebenfalls ein Leihsystem für Fahrräder geschaffen, auch dieses wird gemeinsam von Nextbike und den Innsbrucker Verkehrsbetrieben aufgebaut und betrieben. Bei einem entsprechenden Erfolg in Innsbruck ist eine Erweiterung auf andere Städte Tirols geplant.[15]
  • Das Klagenfurter Fahrradverleihsystem nextbike Klagenfurt[16] wurde im Mai 2017 mit 10 Stationen und 60 Fahrrädern in Betrieb genommen und 2018 auf 32 Stationen erweitert. Im Mai 2019 kamen weitere 10 Stationen hinzu, sodass nun insgesamt in Klagenfurt und einigen Umlandgemeinden 220 smarte Leihfahrräder an derzeit 42 Stationen zur Verfügung stehen. Bisher (Stand 9. Juli 2019) haben sich rd 6400 NutzerInnen registriert und es wurden insgesamt rd. 30.000 Verleihvorgänge verzeichnet. Betreiber ist die Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee. Seit Juli 2019 gibt es die Jahreskarte Plus- eine Kombikarte für Bus und nextbike zum Preis von € 365[17].

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Nextbike Polska sp.z o.o., die in Warschau das Verleihsystem Veturilo betreibt, ist Nextbike mit 25 Prozent beteiligt.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz kooperiert Nextbike seit August 2009 mit Rent A Bike. Bei diesem Projekt wurden bis zum Jahr 2011 3000 Leihvelos (Velos nennen die Schweizer ihre Fahrräder) flächendeckend angeboten.[18][19][20] Das Fahrradverleihsystem Nextbike ist in verschiedenen Schweizer Regionen aktiv, so z. B. in Zusammenarbeit mit Caritas Luzern unter dem Namen Take a Bike.[21]

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2018 hat nextbike in Bilbao ein e-Bike System eröffnet. Den Betrieb von Bilbaobizi übernahm nextbike gemeinsam mit dem spanischen Mobilitätsdienstleister Sagalés. Das bestehende Verleihsystem ist mit e-Bikes ersetzt worden, damit trotz der herausfordernden topografischen Bedingungen angenehmes Radfahren gewährleistet werden kann. Bis zum Frühjahr 2019 werden 450 e-Bikes an 40 Stationen verfügbar sein. Der Motor unterstützt bis zu 50 km und wird am Stationsständer geladen.[22]

Kooperationspartner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Berlin vermietet nextbike unter dem Namen Deezer nextbike Fahrräder. Seit 2017 besteht ein entsprechender Kooperationsvertrag mit dem Audio-Streaming-Dienst Deezer, der bis Ende 2018 mehr als 100 Leihstationen in Berlin aufgebaut hat. Nach eigenen Angaben hat Deezer 12 Millionen aktive Nutzer in mehr als 185 Ländern, die durch Verknüpfung ihrer Konten mit Nextbike in der deutschen Hauptstadt problemlos Fahrräder ausleihen können.[23][24]

Mit dem Kreditkartenunternehmen Visa Inc. hat nextbike unter Bikes and Deals eine gemeinsame deutschlandweite Kooperation gestartet.- Die Teilnehmer registrieren sich über die nextbike-App und erhalten bei bestimmten Transaktionen mit einer VISA-Karte Guthaben für Fahrten mit nextbike. In Frankfurt am Main ist Visa als Sponsor auf allen Werbeflächen an den dortigen Mietfahrrädern erkennbar.[25]

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Informationsstele einer Verleihstation in Essen-Steele (2016)

Die einmalige Registrierung erfolgt per App, telefonisch oder über das Internet. Die Ausleihe und Rückgabe ist per App, Hotline oder am Verleihterminal möglich. Die aktuellen Standorte der Räder findet man in der App und im Internet.[26] Bei Rückgabe innerhalb einer halben Stunde und für jede weitere halbe Stunde kostet die Ausleihe einen Euro – ab der 5. Stunde beginnt die Tagesausleihe für einen Preis von neun Euro. Die Mieträder sind für Einwegfahrten geeignet, da das Mietrad an einer Station ausgeliehen und an einer anderen Station wieder abgegeben werden kann. In allen Städten gibt es fest definierte Stationen, die sich je nach Stadt unterschiedlich gestalten. In einigen Städten wie z. B. Marburg gibt es fest definierte, durch Schilder gekennzeichnete Stationen. In Köln, Bonn, Dresden oder Leipzig gibt es eine definierte Zone, in der die Räder flexibel an jeder Straßenecke abgegeben (und auch wieder ausgeliehen) werden können.[27][28]

Bei der Ausleihe per App muss zunächst der QR-Code gescannt werden. Im Anschluss öffnet sich das Schloss je nach Radtyp automatisch, oder via App wird ein Zahlencode übermittelt, mit dem das Schloss geöffnet werden kann. Die Räder können während der gesamten Ausleihe an verschiedenen Orten geparkt werden. Die Rückgabe kann per App, BikeComputer, Terminal oder Hotline erfolgen. In regelmäßigen Abständen werden die Räder von Servicemitarbeitern vor Ort geprüft und gewartet.

Die Räder werden entweder frei oder in eigens gefertigten Abstellanlagen/Stationen mit Informationsstele und Fahrradbügeln aufgestellt, wie bspw. in Tübingen.[29] NorisBike in Nürnberg verfügt über Verleihterminals mit Kommunikationseinheit, an denen mit Kundenkarte über ein Display die Räder ausgeliehen und wieder abgegeben werden können. Zu den Nutzern gehören Pendler und Touristen, aber auch Ortsansässige, die das »öffentliche Fahrrad« regelmäßig in ihrer alltäglichen Wegekette nutzen.[30] In der kalten Jahreszeit (meist Anfang November bis Ende Februar) macht nextbike in einigen Orten Winterpause, d. h. dort steht eine reduzierte Flotte zur Verfügung.[31] In den meisten Städten können die Räder dagegen ganzjährig genutzt werden.

Die Räder sind mit einer Drei- oder Siebengangnabenschaltung und einem Gepäckkorb ausgestattet, der wie bei einem Postfahrrad fest mit dem Rahmen verbunden ist und damit auch bei höherer Belastung ein bequemes Lenken ermöglicht. nextbike bietet seit 2014 auch SmartBikes mit Bordcomputer und Gabelschloss an, die die Ausleihe noch einfacher machen. Die Räder werden in Leipzig montiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nextbike – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2017; eingesehen am 1; Dezembze 2019 bei www.ubternehmensregister.de
  2. Nextbike-Website, abgerufen am 1. November 2018.
  3. Website von Nextbike
  4. Standorte. Website von Nextbike, abgerufen am 12. Mai 2016.
  5. Peter Neumann: Das blaugraue Netz wächst nur langsam. In: Berliner Zeitung, 14. Mai 2019, S. 12.
  6. Fahrradverleih in deiner Nähe. Fahrradverleih im Ruhrgebiet. Abgerufen am 4. Mai 2019.
  7. Webseite von VRR (Memento vom 4. September 2011 im Internet Archive)
  8. Website von VRNnextbike
  9. Partner von KVR-rad
  10. Rauf auf´s Rad! Mit dem Mietrad schnell, flexibel und emissionsfrei zum Ziel
  11. So werden die next bike Räder wieder eingesammelt auf www.genralanazeiger-bonn.de.
  12. Freiburger Fahrradverleihsystem Frelo gestartet - Kostenlose Schnupperfahrten am Eröffnungswochenende. Abgerufen am 17. Mai 2019.
  13. Christian Engel: Freiburgs Radleihsystem "Frelo" soll Mitte 2019 in Betrieb gehen. In: badische-zeitung.de. 21. Dezember 2018, abgerufen am 23. Dezember 2018.
  14. Fabian Kern: Mitte des Jahres startet das Fahrradleihsystem "Frelo". In: rdl.de. 7. Februar 2019, abgerufen am 10. März 2019.
  15. Stadtrad als Pilotversuch für ganz Tirol, Artikel der Tiroler Tageszeitung vom 1. Mai 2014; abgerufen am 16. August 2017.
  16. nextbike Klagenfurt. Abgerufen am 21. Oktober 2019.
  17. Jahreskarte PLUS. Abgerufen am 21. Oktober 2019.
  18. Website von Rent a Bike Schweiz
  19. bahnonline.ch: «nextbike»: Neues Veloverleih-System lanciert, 27. August 2009.
  20. velojournal.ch: Boom der Veloverleih-Systeme @1@2Vorlage:Toter Link/www.velojournal.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Ausgabe 5/2009
  21. Take a Bike
  22. News nextbike Website
  23. Nextbike Berlin kooperiert mit Deezer auf www.nextbike.de; abgerufen am 7. September 2018.
  24. Konkrete Anleitung für Deezer-Nutzer auf nextbike, abgerufen am 7. September 2018.
  25. Bikes and Deals nextbike Website
  26. nextbike.de: nextbike-Standorte
  27. @1@2Vorlage:Toter Link/www.rp-online.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: next bike – eine tolle und günstige Idee!) rp-online.de, 6. August 2008.
  28. Leihfahrrad für fünf Euro pro Tag. Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf, 21. Juli 2008 (PDF).
  29. Mobilität vor Ort: NextBike-de auch in Tübingen. wikio.de, 31. August 2009.
  30. Website von Nextbike
  31. Nextbike-News November 2015