Niévroz

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Niévroz
Niévroz (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département (Nr.) Ain (01)
Arrondissement Bourg-en-Bresse
Kanton Miribel
Gemeindeverband Côtière à Montluel
Koordinaten 45° 50′ N, 5° 4′ OKoordinaten: 45° 50′ N, 5° 4′ O
Höhe 175–197 m
Fläche 10,46 km²
Einwohner 1.624 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 155 Einw./km²
Postleitzahl 01120
INSEE-Code
Website ville-nievroz.fr

Die Gemeindeverwaltung (mairie) von Niévroz

Niévroz ist eine französische Gemeinde mit 1624 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Ain in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Kanton Miribel im Arrondissement Bourg-en-Bresse.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niévroz liegt auf 185 m, etwa 44 Kilometer südsüdwestlich der Präfektur Bourg-en-Bresse, 19 Kilometer nordöstlich der Stadt Lyon und 56 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Mâcon (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich in der Talsenke der Rhone am Südrand des Départements. Nachbargemeinden von Niévroz sind La Boisse und Dagneux im Norden, Balan im Osten, Jons und Jonage im Süden sowie Thil im Westen.

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche des 10,46 km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt am rechten Ufer der Rhone im Süden der Landschaft Côtière und liegt vollständig in der flachen Schwemmebene zwischen dem Fluss und dem für die Côtière typischen Steilhang am Rand der Dombes. In der Südostecke der Gemeinde teilt sich die Rhone auf in den Canal de Miribel (nördlicher Arm) und den Canal de Jonage. Der Zufluss in den Canal de Miribel wird durch ein Wehr gesteuert. Am Ostrand des Gemeindegebiets verläuft die Schleife eines Altarms der Rhone, in dessen ehemaligem Flussbett sich heute Wasserflächen und Waldstreifen abwechseln. Insgesamt wird ein Anteil von 63 % der Gemeindefläche zur Feldwirtschaft genutzt. Der Waldanteil erreicht 12 % und die Siedlungsfläche 9 %.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der eigentliche Ortskern von Niévroz und der westlich davon gelegene alte Weiler Bourbuel bilden nach dem Wachstum der letzten Jahrzehnte ein gemeinsames Siedlungsgebiet. Im Südwesten schließen sich die Ortsteile Le Ga und Le Petit Ga an. In einigen Kilometern Abstand in direkter Nachbarschaft zu Thil liegt die Hofgruppe Les Tuileries. Am Nordrand er Gemeinde befindet sich ein gemeindeübergreifendes Gewerbegebiet, dessen nach Niévroz zugewandter Teil Parc d’activités Les Cèdres Bleus heißt. Am Canal de Miribel erstreckt sich ein Campingplatz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Flurnamen Les Cancottes im Nordosten der Gemeinde wurden 1984 Überreste einer Behausung aus der Eisenzeit gefunden, die über die C14-Methode auf den Zeitraum 2100±140 v. Chr. datiert wurde.[2]

Im Mittelalter erschien Niévroz erstmals 1247 unter dem Namen Nevro als Standort einer Kirchgemeinde. Die Schreibweise änderte sich später über Nievro und Nièvre zu Niévroz. Das Wort „Nièvre“ bezeichnet Uferwiesen. Die Ländereien im Ort gehörten zur Herrschaft Montluel.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche unter dem Patrozinium Mariä-Himmelfahrt ist ein 1895 fertiggestellte, einschiffige Kirche, dessen Vorgängerbau einem Brand zum Opfer gefallen war.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011
Einwohner 364 502 627 782 1061 1360 1485 1495
Quellen: Cassini und INSEE

Mit 1624 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019)[4] gehört Niévroz zu den kleineren Gemeinden des Département Ain. Nachdem die Einwohnerzahl von knapp 500 im 19. Jahrhundert auf etwas über 300 in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückgegangen war, wurde seit Mitte der 1970er Jahre eine starke Bevölkerungszunahme verzeichnet.[5] Die Ortsbewohner von Niévroz heißen auf Französisch Nièvrant(e)s.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niévroz ist bis heute ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf, das sich auf den Anbau von Öl- und Eiweißpflanzen konzentriert. Daneben gibt es heute verschiedene Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die vor allem im Großraum Lyon ihrer Arbeit nachgehen.[6]

Die Ortschaft liegt abseits der größeren Durchgangsstraßen an einer Departementsstraße, die von Montluel nach Jons führt. Eine weitere Straßenverbindung besteht mit Thil. Die Trassen der Schnellfahrstrecke LGV Rhône-Alpes und der Autobahn A432 durchqueren die Gemeinde in deren Westen. Die nächstgelegenen größeren Bahnhöfe sind Lyon Part-Dieu oder Lyon-Saint-Exupéry TGV und der nächste Autobahnanschluss an die A42 befindet sich in rund 3 km Entfernung. Als Flughafen in der Region kommt Lyon-St-Exupéry (18 km) in Frage.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Niévroz befindet sich eine staatliche école primaire (Grundschule mit eingegliederter Vorschule).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Niévroz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten 2006 von CORINE Land Cover, abrufbar z. B. unter www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr.
  2. André Buisson: Carte Archéologique de la Gaule – Ain 01. Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, 1990, ISBN 2-87754-010-3, S. 113 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. É. Philipon: Dictionnaire Topographique du Département de l’Ain. Imprimerie Nationale, 1911, S. 292 (französisch, online [PDF; abgerufen am 4. Januar 2014]).
  4. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  5. Niévroz – notice communale. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 4. Februar 2016 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).
  6. Commune de Niévroz – Dossier complet. In: INSEE. Abgerufen am 4. Februar 2016 (französisch).