Nia Künzer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nia Künzer

Nia Künzer (2013)

Informationen über die Spielerin
Voller Name Nia Tsholofelo Künzer
Geburtstag 18. Januar 1980
Geburtsort MochudiBotswana
Größe 168 cm
Position Abwehr, Mittelfeld
Vereine in der Jugend
Eintracht Wetzlar
VfB Gießen
Vereine als Aktive
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1997
1998–2008
SG Praunheim
1. FFC Frankfurt
4 0(0)
111 (22)
Nationalmannschaft
0000–1997
1997–2003
Deutschland U-21
Deutschland
19 (0)
34 (2)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Nia Tsholofelo Künzer (* 18. Januar 1980 in Mochudi, Botswana) ist eine ehemalige deutsche Fußballspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Nia Künzer wurde in Botswana geboren, als ihre Eltern Anfang der 1980er Jahre dort als Entwicklungshelfer arbeiteten, und ist in Wetzlar aufgewachsen. Sie wohnt in Frankfurt am Main. Nia stammt aus der Swahili-Sprache und bedeutet „Ich will“, der Setswana-Begriff Tsholofelo heißt „Hoffnung“.[1]

Ihre fußballerische Laufbahn startete sie bei Eintracht Wetzlar, bevor sie über den VfB Gießen zur SG Praunheim und dem aus diesem Verein hervorgegangenen 1. FFC Frankfurt wechselte. Mit dem 1. FFC Frankfurt wurde sie siebenmal Deutsche Meisterin (1999, 2001, 2002, 2003, 2005, 2007 und 2008) und Deutsche Pokalsiegerin (1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2007 und 2008) sowie dreimal UEFA-Women's-Cup-Siegerin (2002, 2006 und 2008).

Am 27. Mai 1997 debütierte sie im Spiel gegen Dänemark in Kopenhagen in der Nationalmannschaft. Am 25. Oktober 2001 schoss sie im Spiel gegen Portugal ihr erstes Länderspieltor.

Zum Medien-Star wurde sie durch ihr Golden Goal im Finale der Weltmeisterschaft 2003 am 12. Oktober 2003 für Deutschland gegen Schweden. Das Tor wurde später zum Tor des Jahres gewählt. Ihr Golden Goal war das letzte in der Fußballgeschichte, inzwischen gibt es wieder die traditionelle Verlängerung. Es war Künzers zweites und letztes Länderspieltor. In 34 Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft erzielte die Defensivspielerin zwei Tore. In ihrer Karriere erlitt sie insgesamt vier Kreuzbandrisse. Deshalb erklärte sie 2006 ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Bereits am 15. November 2003 bestritt sie beim 13:0 gegen Portugal ihr letztes Länderspiel. Nach der Saison 2007/08 beendete sie auch ihre Vereinskarriere.

2004 wurde sie zur Maxim Woman of the Year in der Rubrik Sport gewählt. Seit März 2006 arbeitet sie als Frauenfußball-Expertin für die ARD. Sie engagierte sich immer wieder für verschiedene Präventionsprojekte, u. a. seit 2007 für das Verkehrspräventionsprojekt „verkehrssicher-in-mittelhessen“, zu der auch die Aktion BOB gehört.

Im Frühjahr 2008 schloss sie ihr Studium der Pädagogik an der Justus-Liebig-Universität Gießen ab. Seit dem 14. April 2008 ist sie ehrenamtliche Botschafterin der Region Mittelhessen.[2]

Nia Künzer wurde 2011 mit dem Walter-Scheel-Preis für Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit ausgezeichnet. Sie ist UNICEF-Botschafterin des Mädchenfußballprojekts „Galz & Goals“ in Namibia. Gemeinsam mit der Organisation „NETZ Bangladesch“ setzt Nia Künzer sich für die Schulbildung von Mädchen in Bangladesch ein und gegen die Verheiratung von Minderjährigen.[3] Im gleichen Jahr erhielt sie den Albert-Schweitzer-Preis des Albert-Schweitzer-Verbands der Familienwerke und Kinderdörfer.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nia Künzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matthias Kittmann: Nia Künzer – Story; nia-kuenzer.de, abgerufen am 1. Oktober 2012
  2. vo: „Ich bin glücklich in Mittelhessen“. Botschafterin vorgestellt: Fußballerin Nia Künzer vertritt die Region. In: Wetzlarer Neue Zeitung, 15. April 2008, S. 16
  3. NETZ Bangladesch: Nia Künzer mit Walter-Scheel-Preis ausgezeichnet. Engagement für Mädchen in Namibia und Bangladesch gewürdigt. Presse-Meldung vom 26. Mai 2011, abgerufen am 1. Oktober 2012
  4. Fußballstar Nia Künzer erhält Albert-Schweitzer-Preis 2011. Abgerufen am 2. Juni 2013.