Niaqornat

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Niaqornat (Gebiete mit kopfförmigen Felsen)
Niaĸornat
Kommune Avannaata Kommunia
Distrikt Uummannaq
Geographische Lage 70° 28′ 48″ N, 53° 23′ 24″ WKoordinaten: 70° 28′ 48″ N, 53° 23′ 24″ W
Niaqornat (Grönland)
Niaqornat
Höhe m
Einwohner 38
(1. Januar 2017)
Gründung 1823
Zeitzone UTC-3

Niaqornat [niɑˈqɔɴːatˢʰ] (nach alter Rechtschreibung Niaĸornat) ist eine grönländische Siedlung im Distrikt Uummannaq in der Avannaata Kommunia.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niaqornat liegt auf einem kleinen Küstenstreifen an der Nordseite von Nuussuaq am Uummannaqfjord. Der Ort hat im Westen Zugang zum Meer, während im Osten ein durch einen schmalen Strand abgegrenzter See liegt. Nördlich des Ortes befindet sich ein felsiges Kap. Im Süden grenzt unmittelbar felsiges Gebirge an, wobei dort der 624 m hohe Berg Qaassua liegt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niaqornat wurde 1823 bevölkert und 1870 der Status einer Handelsstation zuerkannt.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner von Niaqornat leben von der Jagd, die per Hundeschlitten und Dingi betrieben wird. Es werden unter anderem Walrösser, Eisbären, Kabeljau, Heilbutt, Grönlandwale, Rentiere, Schneehasen, Schneehühner, Eiderenten und Möwen gejagt. Der Handelsposten in Niaqornat wurde 2011 von KNI geschlossen, sodass die Bewohner ihre Jagdbeute im 58 km entfernten Distrikthauptort Uummannaq veräußern müssten, jedoch wurde im selben Jahr noch eine private Handelsstation gegründet. Man ist um den Tourismus bemüht, sodass beispielsweise auf Wunsch Touren angeboten werden. Die Schule Neriunnerup Atuarfia mit ihren etwa acht Schülern, die nach der achten Klasse auf eine weiterführende Schule nach Uummannaq wechseln müssen, beherbergt eine Bücherei und stellt Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung. Arbeitsmöglichkeiten bieten sich in der 2012 errichteten Pilersuisoq-Filiale und in der Krankenstation.[2]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden befindet sich ein Kai, von dem aus die Boote abgefahren werden. Der Heliport Niaqornat östlich des Sees verbindet den Ort auch im Winter mit der Außenwelt. Ansonsten werden für den Verkehr in der straßenlosen Siedlung Hundeschlitten und Schneemobile genutzt.[2]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Niaqornat befindet sich seit 2007 eine Außenstelle des nationalen Naturinstituts Pinngortitaleriffik, die sich hier zum Beispiel mit Narwalen, Belugas und Eisbären auseinandersetzen. Es gibt ein Servicegebäude, das beispielsweise Duschen und eine Wäscherei beherbergt, und eine Kirche. Fünf Gebäude in Niaqornat stehen unter Baudenkmalschutz: ein ehemaliger Laden, der ursprünglich 1763 in einem verlassenen Ort namens Nuussuaq errichtet und 1823 hierhergebracht wurde, dazu vier Gebäude aus den Jahren 1839, 1852, 1909 und 1922. Zudem gibt es ein Fußballfeld im Süden auf einem Berg, wo es auch gute Möglichkeiten für Wintersport gibt.[2]

Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Versorgung des Ortes ist Nukissiorfiit zuständig. Strom wird über ein Kraftwerk gewonnen. Das Trinkwasser wird aus einem Bergsee genommen und im Ort gelagert. Müll wird im Ort gelagert und verbrannt und Abwasser ins Meer geleitet. TELE Greenland versorgt den Ort mit telekommunikativer Anbindung.[2]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edvard Kruse (1900–1968), Landesrat, Katechet, Dichter, Künstler und Journalist

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niaqornat-population-dynamics.png

Die Bevölkerungszahl ist in den letzten 25 Jahren um etwa ein Drittel zurückgegangen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niaqornat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte und Umgebung bei mapcarta.com
  2. a b c d e Informationen bei qaasuitsup.kommuneplania.gl