Nias

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Dieser Artikel behandelt die indonesische Insel. Zum antiken Fluss siehe Senegal.
Nias
Karte von Nias
Karte von Nias
Gewässer Indischer Ozean
Geographische Lage 1° 5′ N, 97° 35′ O1.083333333333397.583333333333886Koordinaten: 1° 5′ N, 97° 35′ O
Lage von Nias
Länge 125 km
Breite 40 km
Fläche 4771 km²
Höchste Erhebung Gunung Lelematsjua
886 m
Einwohner 639.657 (2005)
134 Einw./km²
Hauptort Gunungsitoli
Topographische Karte
Topographische Karte
Nias, M 1:250.000
Fest auf Nias (2009)
Pfahlbau auf Nias (1905/35)

Die Insel Nias (indones.: Pulau Nias) gehört zu Indonesien und liegt 125 km vor der Westküste Sumatras im Indischen Ozean, etwas nördlich des Äquators.

Geografie[Bearbeiten]

Die Insel ist etwa 125 Kilometer lang und 40 Kilometer breit. Administrativ gehört sie zur Provinz Sumatera Utara. Im Süden liegen die Batu-Inseln, im Norden Simeuluë und die Banyak-Inseln.

Nias ist vulkanischen Ursprungs, 4771 km² groß und hat etwa 650.000 Einwohner.

Der Hauptort Gunungsitoli hat etwa 74.000 Einwohner und ist das Inselzentrum für Verwaltung und Wirtschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

Einheimische in Bawemataloeo auf Nias im Jahre 1915. Es hat drei Tage gedauert bis dieser Megalith aufgestellt wurde.

1669 begannen die Holländer mit dem Handel auf dieser Insel. Von einer alten Megalithkultur zeugen noch Steinsäulen und Steinsärge.

Im 19. Jahrhundert wurden viele Niasser versklavt. Französische Priester kamen erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Insel, um ihre Bewohner zum Katholizismus zu bekehren, was aber scheiterte, da mehrere Priester einem Giftanschlag zum Opfer fielen.

Deutsche Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft in Wuppertal waren die nächsten, die sich 1865 auf die Insel trauten. Sie hatten mehr Erfolg. Heinrich Sundermann aus Ladbergen bei Münster war seit 1875 als Missionar der Rheinischen Missionsgesellschaft auf Nias. 35 Jahre hatte er auf Nias verbracht und sich intensiv mit der Erforschung der niassischen Sprache beschäftigt. Bis 1939 waren rund 80 % der Niasser protestantisch. Viele Niasser gaben ihre animistischen Traditionen wie die Kopfjagd und den Ahnenkult nach der Christianisierung auf. Aber in den Erzählungen werden zahlreiche Mythen und Geschichten weitergegeben.

Besondere Ereignisse[Bearbeiten]

1942 retteten sich 65 Überlebende nach der Versenkung der Van Imhoff auf die Insel. [1] [2]

Durch einen Tsunami am 26. Dezember 2004, den ein starkes Erdbeben der Stärke 9 nicht weit nördlich der Insel ausgelöst hatte, starben auf der Insel mehr als 300 Personen.

Durch ein weiteres großes Erdbeben am 28. März 2005 der Stärke 8,7 mit anschließendem vier Meter hohen Tsunamiwellen starben mehr als 600 Menschen, über 3000 wurden verletzt. Im Hauptort Gunungsitoli wurden bis zu 80 % der Gebäude zerstört. Auch der Flughafen von Gunungsitoli wurde schwer beschädigt.

Aus Deutschland kamen aus der „Hilfspartnerstadt“ Münster und Umland bis zum August 2005 über 650.000 Euro an Spenden auf die Insel. In Ludwigsburg bildete sich nach der Tsunamikatastrophe eine Initiative, „Hilfe für Nias“, die vom Diakonischen Werk Ludwigsburg, der Caritas und dem Landkreis gemeinsam getragen wurde. Koordinator dieser Hilfe war der Leiter des Diakonischen Werks Ludwigsburg, Diakon Horst Krank, der mit seiner Familie von 1971 bis 1976 als ökumenischer Mitarbeiter der einheimischen protestantischen Kirche auf Nias gelebt und gearbeitet hatte. Bis Dezember 2006 kamen über 225.000 Euro an Spendenmitteln zusammen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung besteht überwiegend aus den indigenen Niassern, die seit mehr als tausend Jahren auf der Insel leben. Ihre Sprache (niassisch: Li Niha) gehört zur großen austronesischen Sprachenfamilie, die am nächsten verwandten Sprachen sind das Mentawai und die Batak-Sprachen in Nord-Sumatra. Die Niasser waren als Kopfjäger in Südostasien bekannt und gefürchtet und wurden von den Europäern und Malaien lange Zeit gemieden.

Heute sind mehr als 85 % der Niasser Christen (80 % evangelisch, 10 % katholisch). Die eingewanderten Batak und Chinesen sind zum großen Teil ebenfalls Christen. Muslime sind die Javaner, Achinesen und Minangkabau, die jedoch nur weniger als 15 % der Bevölkerung von Nias ausmachen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Wirz: Nias die Insel der Götzen. Bilder aus dem westlichen Insulinde. Orell Füssli, Zürich 1929 (Bildband)
  • Jaap Kunst: Music in Nias. Internationales Archiv für Ethnographie Bd. 38, E. J. Brill, Leiden 1939
  • Johannes Maria Hämmerle: Geschichten und Gesänge von der Insel Nias in Indonesien. Harrassowitz, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-447-05812-4

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spiegel 52/65, Kriegsverbrechen, Van-Imhoff-Untergang, Das Totenschiff-1 [1]
  2. Spiegel 7/66, Kriegsverbrechen, Van-Imhoff-Untergang, Das Totenschiff-2 [2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nias – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien