Nibble

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Nibble (selten auch Nybble oder Nyble) ist eine Datenmenge, die im heutigen Sprachgebrauch 4 Bits umfasst; es wird auch Halbbyte[1] genannt. Genauso wie ein Byte traditionell nicht immer 8 Bits entspricht, wurde auch die Bezeichnung Nibble gelegentlich für verschiedene andere Teilmengen eines Bytes als 4 Bits benutzt.

In der Telekommunikation und Netzwerkindustrie sind die Bezeichnungen Semi-Oktett (semi-octet),[2] Quadbit[3] oder Quartett (quartet)[4] hingegen geläufiger und bezeichnen immer exakt 4 Bit.

Die früher in Westeuropa verbreiteten Bezeichnungen Tetrade[5] und Quadrupel sind heute hingegen in dieser Bedeutung nicht mehr geläufig.

Die Bezeichnung Nibble basiert auf dem englischen Verb to nibble („anknabbern“, „einen kleinen Bissen nehmen“) und der phonetischen Ähnlichkeit von bite („beißen“, „Bissen“) und byte. Das Wortspiel „to nibble = to take half a bite“ hat seinen Ursprung offenbar um 1958 in einer scherzhaften Bemerkung von David B. Benson, einem späteren Professor der Washington State University, gegenüber seiner Mutter, die Programmiererin im Los Alamos Scientific Laboratory war, wodurch sich die Wortfindung weiterverbreitete.[6]

Die sechzehn Werte des Nibble umfassen den Wertebereich von 0 (binär 0000) bis 15 (binär 1111), und können mit den Hexadezimalziffern von 0hex bis Fhex bezeichnet werden.
Hier liegt auch der Grund für die „Verstoßung“ des Oktalsystems mit den Ziffern 0okt bis 7okt (für jeweils drei Binärstellen) – vorderes und hinteres Halbbyte waren z. B. trotz Identität aufgrund der oktalen Zahlendarstellung nicht sofort als solche erkennbar:
273okt = 10111011bin = BBhex (= 187dec).

Die 16 möglichen Werte für ein Nibble sind:

1111 1110 1101 1011 0111 1100 1010 0110 1001 0101 0011 1000 0100 0010 0001 0000
Loupe light.svg Jedem Nibble entspricht ein Logikgatter bzw. Junktor
0hex = 0dec = 0oct 0 0 0 0
1hex = 1dec = 1oct 0 0 0 1
2hex = 2dec = 2oct 0 0 1 0
3hex = 3dec = 3oct 0 0 1 1
4hex = 4dec = 4oct 0 1 0 0
5hex = 5dec = 5oct 0 1 0 1
6hex = 6dec = 6oct 0 1 1 0
7hex = 7dec = 7oct 0 1 1 1
8hex = 8dec = 10oct 1 0 0 0
9hex = 9dec = 11oct 1 0 0 1
Ahex = 10dec = 12oct 1 0 1 0
Bhex = 11dec = 13oct 1 0 1 1
Chex = 12dec = 14oct 1 1 0 0
Dhex = 13dec = 15oct 1 1 0 1
Ehex = 14dec = 16oct 1 1 1 0
Fhex = 15dec = 17oct 1 1 1 1
Vier Beispielfiguren boolescher Algebra

Die Hälfte eines Nibble wird auch Crumb[7] (engl. für Brösel) genannt. Ein Crumb umfasst also zwei Bits. Diese Bezeichnung ist aber sehr selten anzutreffen, weil Bits selten in Zweierblöcken dargestellt werden.

Analog zur Bezeichnung Tetrade für 4 Bits waren früher auch die Bezeichnungen Triade[8][9] für eine Gruppe aus 3 Bits und Oktade[10][11] für 8 Bits (1 Byte) geläufig.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wiktionary: Nibble – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eric S. Raymond: The New Hacker's Dictionary.. MIT Press, 1996, ISBN 9780262680929.
  2. Josef Puzman, Boris Kubin Public Data Networks: From Separate PDNs to the ISDN.. Springer, 2012, ISBN 9781447117377.
  3. Ray Horak: Webster's New World Telecom Dictionary.. John Wiley & Sons, 2007, ISBN 9780470225714.
  4. Ronald L. Brewster: Data Communications and Networks, Vol. III., 31. Institution of Electrical Engineers, 1994, ISBN 9780852968048: „A data symbol represents one quartet (4 bits) of binary data.“
  5. John W. Carr: Introduction to the use of digital computers: Notes from the Summer Conference Held at the Computation Center of the University of North Carolina, Chapel Hill, N.C., August 17-28, 1959, 1. University of North Carolina at Chapel Hill, Computation Center, : „Each of these letters corresponds to one of the integers from zero to fifteen, therefore requiring 4 bits (one "tetrade") in binary representation.“
  6. Comment by David B. Benson on Wikipedia discussion page Talk:Nibble, July 27, 2014.
  7. Eric. W. Weisstein: Crumb. MathWorld. Abgerufen am 2. August 2015.
  8. Reinhold Paul: Elektrotechnik und Elektronik für Informatiker - Grundgebiete der Elektronik. In: Leitfaden der Informatik. B.G. Teubner Stuttgart / Springer. 2013. 9783322966520. Abgerufen am 3. August 2015.
  9. Gert Böhme, Werner Born, B. Wagner, G. Schwarze Jürgen Reichenbach (Hrsg.): Programmierung von Prozeßrechnern., 79. VEB Verlag Technik Berlin, reprint: Springer Verlag, 2. Juli 2013, ISBN 978-3-663-00808-8, doi:10.1007/978-3-663-02721-8, 9/3/4185.
  10. Philips - Philips Data Systems' product range - April 1971. Philips. 1971. Abgerufen am 3. August 2015.
  11. R. H. Williams: British Commercial Computer Digest: Pergamon Computer Data Series. Pergamon Press. 1. Januar 1969. 978-1483122106. Abgerufen am 3. August 2015.