Nicaraguasee

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Nicaraguasee
Nicaraguasee
Nicaraguasee
Geographische Lage Nicaragua
Zuflüsse Río Tipitapa
Abfluss Río San Juan
Städte am Ufer Granada, Rivas, San Carlos, San Miguelito
Daten
Koordinaten 11° 36′ 32″ N, 85° 21′ 3″ W11.608888888889-85.35083333333331Koordinaten: 11° 36′ 32″ N, 85° 21′ 3″ W
Nicaraguasee (Nicaragua)
Nicaraguasee
Höhe über Meeresspiegel 31 m
Fläche 8.157 km²dep1f5
Maximale Tiefe 45 m[1]f10
Mittlere Tiefe 13 m[1]f11
Besonderheiten

größter See Mittelamerikas

Der Nicaraguasee (spanisch Lago de Nicaragua), auch Cocibolca, ist der größte See in Mittelamerika und liegt im Südwesten von Nicaragua an der Staatsgrenze zu Costa Rica.

Geographie[Bearbeiten]

Mit einer Fläche von 8.157 Quadratkilometern ist der Nicaraguasee nach dem Titicacasee der zweitgrößte See Lateinamerikas. Im Norden ist er über den Río Tipitapa mit dem Managuasee verbunden.

Im See gibt es mehr als 400 Inseln, die größten sind Zapatera im Norden und Ometepe in der Mitte des Sees. Ometepe besteht aus zwei Vulkanen, dem Vulkan Concepción mit 1.610 m und dem Vulkan Maderas mit 1.340 m Höhe. Ausbrüche beider Vulkane haben dazu geführt, dass die ursprünglich zwei Inseln durch die Lavaströme zu einer einzigen Insel zusammengewachsen sind. Hier finden sich auch prähistorische Steinstatuen und Petroglyphen. Die vielleicht bekannteste Inselgruppe sind die Solentiname-Inseln im Süden des Sees, wo Ernesto Cardenal lange Zeit lebte.

Der See ist eine wichtige Verkehrsader: Zahlreiche Fähren verbinden eine Reihe von Uferstädten und die bewohnten Inseln miteinander. Immer wieder gab und gibt es Überlegungen, über den Río San Juan und den Nicaraguasee eine Verbindung von Pazifik und Atlantik herzustellen – den Nicaragua-Kanal.

Fauna[Bearbeiten]

Der Gewöhnliche Sägefisch lebt noch im Nicaraguasee. Seit den 1970er Jahren hat sich dessen Population jedoch stark dezimiert. Daneben lebten im See größere Populationen des Bullenhais, der eine Länge von über drei Metern erreichen kann. Die Sichtung eines Bullenhais liegt viele Jahre zurück. Es wird davon ausgegangen, dass der Süßwasserhai im Nicaraguasee ausgestorben ist. Ein Grund für das Verschwinden beider Arten ist die Überfischung. Zudem lässt die verstärkte Bewirtschaftung der Insel durch ihre Bewohner natürliche Wasser- und Uferlebensräume verschwinden.

Mythologie[Bearbeiten]

Der Sage nach entstanden die Inseln Ometepe und Zapatera sowie der Nicaraguasee aus einer tragischen Liebesgeschichte[2]: so verliebten sich der angesehene Nagrando in die wunderschöne Häuptlingstochter eines Nachbarstammes mit dem Namen Ometeptl. Beide Indianerstämme waren jedoch über Gebietsansprüche und Machtfragen zerstritten. Nach dem Gesetz der Vorfahren war eine Liebe zwischen verfeindeten Stämmen verboten. Das Paar musste daher schon bald aus den Heimatdörfern fliehen und versteckte sich in einem Tal. Da ihre Liebe jedoch nicht verheimlicht blieb, wurden sie von ihren Stammesangehörigen verfolgt. Schließlich entschlossen sich beide aus Verzweiflung zum Selbstmord und öffneten sich die Pulsadern. Ometeptl stürzte nach hinten, Nagrando taumelte noch ein paar Schritte und stürzte ebenfalls nieder. Das Blut beider füllte das Tal aus und bedeckte ihre Körper – der heutige Nicaraguasee. Von Ometeptls Körper ragen nur ihre Brüste über den Wasserspiegel, die heutigen Vulkane Concepción und Maderas. Vom Körper Nagrandos sieht man nur noch, etwas entfernt, die Spitzen der Insel Zapatera.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nicaraguasee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLake profile – Cocibolca (Nicaragua). LakeNet, abgerufen am 25. Februar 2008 (englisch).
  2. http://impreso.elnuevodiario.com.ni/2005/12/01/suplemento/mundooculto/862