Nicht-Spieler-Charakter

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Der Nicht-Spieler-Charakter (NSC) oder oft englisch non-player character (NPC) ist – im Bereich der Rollenspiele – eine Klasse von Spielfiguren. Die deutsche Übersetzung (der aus dem englischen entlehnten Bezeichnung) wird hier auch als falscher Freund angesehen, wo die Nicht-Spieler-Figur zutreffender wäre. Der Begriff fasst aber grundsätzlich alle in Spielen vorkommenden Charaktere zusammen, die nicht unmittelbar von einem Spieler geführt werden.

In Pen-&-Paper-Rollenspielen werden NSCs vom Spielleiter,[1] in Computerspielen nach den Prinzipien der künstlichen Intelligenz vom Computer gesteuert.[2] In der darstellerischen Variante des Rollenspiels, dem LARP, werden NSCs durch Personen verkörpert.

Pen-&-Paper-Rollenspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Pen-&-Paper-Rollenspielen sind Nicht-Spieler-Charaktere ein gestalterisches Element der virtuellen Welt, vor deren Hintergrund das Spiel stattfindet. Sie werden vom Spielleiter beschrieben und dienen der Vermittlung von Hintergrundinformationen.[1] Den Spielern kann durch die Wahl des Sprachstils, der Beschreibung der äußeren Erscheinung und der Umgangsformen zwischen mehreren NSCs ein Eindruck ihres Umfeldes vermittelt werden. Im Vordergrund steht aber die Interaktion mit den Spieler-Charakteren. Diese erfüllt unterschiedliche Funktionen, z. B. die einfache Unterhaltung der Spieler (Verwicklung in Kämpfe, Streitgespräche, Legen falscher Fährten, Situationen, die ein Eingreifen der SCs erforderlich machen), die Vermittlung von Schlüsselinformationen (durch gezielte Ansprechpartner oder beiläufig aufgeschnappte Unterhaltungen) und auch das Vorantreiben des Handlungsstranges (durch lenkende Aktionen einer NSC-Figur, Offenbarung eines Widersachers, Eingreifen hoher Persönlichkeiten).

Live-Rollenspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Live-Rollenspiel (LARP) werden Nicht-Spieler-Charaktere durch Personen verkörpert. Diese werden von der Spielleitung mit Hintergrundwissen und entsprechender Gewandung für ihre jeweilige Rolle versorgt und agieren in dem vorgegebenen Rahmen selbständig. Das Gegenteil des NSC ist der sogenannte Spieler-Charakter (kurz: SC, oder PC von player character), dessen Entscheidungen und Handlungen fast ausschließlich durch den Spielerwillen gelenkt werden.[3] Im Live-Rollenspiel hat sich – hier vor allem bezogen auf die Darsteller – die Unterscheidung zwischen sogenannten Springer-NSCs und Festrollen etabliert. Während Festrollen-NSCs über einen längeren Zeitraum oder wiederkehrend in die Spielhandlung integriert sind, decken Springer-NSCs die kurzzeitig auftauchenden Figuren (Monster, Geisterscheinungen, „Passanten“ etc.) ab. Der Begriff spielt auf das Springen zwischen den verschiedenen Rollen je nach Bedarf an.[4]

Computerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Computerspiel

In Computerspielen treten NPCs im Unterschied zu den vor allem im Mehrspielermodus eingesetzten Bots nicht an die Stelle von menschlichen Spielern und haben daher meist nur eingeschränkte Aktionsmöglichkeiten. Im Einzelspielermodus kämpft der Spieler oft gegen verschiedene Arten von computergesteuerten Gegnern. Im Unterschied zu diesen haben die ebenfalls vom Computer gesteuerten, dem Spieler gegenüber freundlich oder neutral eingestellten NPCs vor allem eine narrative Funktion: Mit ihnen kann der Spieler beispielsweise Gespräche führen, Handel treiben (in Computer-Rollenspielen üblich) oder Aufträge bekommen, die den weiteren Verlauf des Spiels bestimmen. Manchmal müssen NPCs auch vom Spieler gegen Angriffe von Monstern geschützt werden oder durch gefährliche Gebiete eskortiert werden.

Im Gegensatz zu Rollenspielen, in denen NSCs eher eine bildhafte Erscheinung haben (also auf dem Bildschirm eben als Solche dargestellt werden), werden sie in Echtzeitstrategiespielen üblicherweise nicht (bildlich) dargestellt, sondern nur (meist englisch NPCs) genannt. Diese Nennung erfolgt im Allgemeinen nur in den Spieleinstellungen (bspw. im auch so genannten Skirmishmodus, aus englisch skirmish), wo etwa die Anzahl der Computergegner oder auch ihre Stärke (also der Schwierigkeitsgrad) festgelegt oder geändert werden kann. Als Beispiel sei hier etwa die Spielereihe Command & Conquer: Tiberium genannt, in welcher auch die in die Hintergrundgeschichte eingebundenen KIs EVA und CABAL gegen den (menschlichen) Spieler antreten.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerhalb der Computerspiele sind NSC-ähnliche Anwendungen von gesteuerten Rollen möglich: In Computersimulationen (z. B. für Massenverhalten) werden derartige Charaktere auch virtuelle Agenten genannt, wobei jeder dieser Agenten einem NSC entspricht, d. h. jeder NSC besitzt seine eigenen Routine, einschließlich eigenem Verhalten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b D. Cook: Dungeon Master's Guide. In: AD&D2E. TSR, 1989, ISBN 978-0-88038-729-3.
  2. Focus Online Technik-Lexikon: NPC (Non-Player-Character). Abgerufen am 26. Januar 2016 (deutsch).
  3. Ina Dahm: LARP - Einstieg in ein phantastisches Hobby. Zauberfeder, 2013, ISBN 978-3-938922-38-5.
  4. LarpWiki:NSC. Abgerufen am 25. Januar 2016 (deutsch).