Nichterneuerbarer Rohstoff

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Nicht-erneuerbare Rohstoffe sind Rohstoffe, bei denen die Geschwindigkeit ihres Verbrauchs die Geschwindigkeit ihrer Regeneration übersteigt. Gegensatz sind die nachwachsenden Rohstoffe.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Gegenüberstellung der Verbrauchs- und Regenerationsgeschwindigkeit ergibt sich die Reichweite eines Rohstoffs, also dessen zeitliche Verfügbarkeit. Denn die Lagerstätten der nicht-erneuerbaren Rohstoffe weisen lediglich quantitativ begrenzte Rohstoffvorkommen auf, so dass ein hoher Verbrauch diese Vorkommen schrumpfen lässt, ohne dass weitere Lagerstätten entdeckt werden. Übersteigt der Verbrauch die Regeneration deutlich, so gehören diese Rohstoffe zu den nicht-erneuerbaren Rohstoffen. In diesem Sinne sind fossile Energieträger bei der gegenwärtigen Verbrauchsrate nicht erneuerbar.[1] Entscheidend für die Unterscheidung zwischen erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Rohstoffen ist der Betrachtungszeitraum. Erdöl ist beispielsweise bei einem Zeithorizont von 100000 Jahren eine nicht-erneuerbare Ressource, bei einer Million Jahren jedoch eine erneuerbare.

Ortwin Renn spitzte die verbrauchsbedingte Verknappung wie folgt zu: „Nicht erneuerbare Energieressourcen können so lange genutzt werden, bis die Summe der ausgebeuteten Rohstoffe die Summe der zum jeweiligen Zeitpunkt noch zusätzlich gefundenen Reserven oder durch absehbare Know-how-Verbesserungen zusätzlich wirtschaftlich gewinnbaren Ressourcen übertrifft“.[2] Da die Ausbeutung nicht-erneuerbarer Rohstoffe zeitlich begrenzt sein wird, entsprechen sie nicht dem Prinzip der Nachhaltigkeit.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den nicht-erneuerbaren Rohstoffen gehören alle mineralischen Rohstoffe, also anorganische Rohstoffe, die als Bestandteil der Erdkruste oder des Erdmantels in der Natur vorkommen. Es gibt drei Gruppen mineralischer und eine Gruppe organischer Rohstoffe:

Metallische Rohstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erze sind die bedeutendsten mineralischen Rohstoffe. Eisen, Aluminium und Stahl (als Produkt von Eisen- und Stahlveredlern) bilden die Grundrohstoffe des Maschinen-, Schiffs- und Automobilbaus. Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin oder Palladium sind nicht nur für die Schmuckindustrie entscheidend, sondern bilden zusammen mit Kupfer, Zinn und Halbleitern die Grundlage der Elektroindustrie und Elektronik.

Gesteine / Sedimente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Gesteine oder Sedimente werden zum Beispiel Ton, Sand, Kies, Graphit, Asbest und Diamant bezeichnet. Sie sind vor allem im Hoch- und Tiefbau mengenmäßig bedeutsam.

Salze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salze wie Kali, Phosphate oder Steinsalz werden häufig in der Nahrungsmittelindustrie und der chemischen Industrie verwendet.

Organische Rohstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Gruppe bilden die aus organischem Material hervorgegangenen Rohstoffe, nämlich die fossilen Rohstoffe. Hierzu gehören die fossilen Brennstoffe Kohle, Erdöl und Erdgas. Sie dienen als Brenn- und Kraftstoff in Kraftwerken, Fahrzeugen, Schiffen und Flugzeugen und als Ausgangsmaterial für die chemische Industrie. Aus Uran wird in Kernkraftwerken Energie erzeugt.

Maßnahmen zur Verbrauchsverringerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besorgnis der Rohstoffverknappung führte zu Vorschlägen, wie diese zu mildern sei: „Allgemein sollte bei der Nutzungsrate in Betracht gezogen werden, wie kritisch der Bestand dieser Ressourcen ist, ob Technologien verfügbar sind, um die Nutzung zu minimieren, und mit welcher Wahrscheinlichkeit Ersatzstoffe zur Verfügung stehen“.[3] Es gibt die Möglichkeit, einerseits durch effizientere Nutzung und/oder andererseits durch den Einsatz von Substitutionsgütern den Verbrauch nicht-erneuerbarer Rohstoffe zu verringern:[4]

Hierdurch kann verhindert werden, dass die vorhandenen Bestände an nicht-erneuerbaren Rohstoffen zu stark dezimiert werden. „Was die nicht erneuerbaren Ressourcen wie fossile Brennstoffe und Mineralien betrifft, reduziert ihre Nutzung die für die künftigen Generationen verfügbaren Bestände. Das bedeutet jedoch nicht, dass solche Ressourcen nicht genutzt werden sollten“.[5]

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht erneuerbare Rohstoffe unterliegen einer besonderen Knappheit, so dass es bei ihnen tendenziell bei gegebener Nachfrage zu stärkeren Preisschwankungen wegen Marktenge kommen kann. Ihre Gewinnung oder ihr Abbau tendiert dazu, immer weniger wirtschaftlich zu werden, weil den steigenden Verkaufserlösen dieser Rohstoffe überproportional steigende Abbaukosten gegenüberstehen. Knappere Rohstoffe wiederum führen bei den Unternehmen zu höheren Rohstoffkosten, so dass die Rohstoffknappheit das allgemeine Preisniveau erhöht (Inflation). Die beschriebenen Maßnahmen zur Verbrauchsverringerung führen zwar zu einer Verlängerung der Reichweite dieser Rohstoffe, verschieben ihr Knappheitsproblem jedoch auf künftige Generationen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutscher Bundestag (Hrsg.): Globalisierung der Weltwirtschaft. Schlussbericht der Enquete-Kommission, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden 2002, ISBN 978-3-663-10181-9.
  • Christiane Bingel: Die Ökonomie nicht erneuerbarer Ressourcen. 1. Auflage, Grin Verlag, Norderstedt 2008, ISBN 978-3-640-50192-2.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herwig Unnerstall, Rechte zukünftiger Generationen, 1999, S. 133
  2. Ortwin Renn, Ein regionales Konzept qualitativen Wachstums, Arbeitsbericht der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg 3/1994, 1994, S. 22
  3. Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Unsere gemeinsame Zukunft: Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, 1988, S. 59
  4. Hartmut Bossel, Umweltwissen: Daten, Fakten, Zusammenhänge, 1994, S. 110
  5. Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, Berichte über die Verhandlungen, Band 122, Ausgabe 3, 1990, S. 33