Nick Clegg

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Nick Clegg

Nicholas William Peter Clegg (* 7. Januar 1967 in Chalfont St Giles, Buckinghamshire) ist ein britischer Politiker und er war stellvertretender Premierminister des Vereinigten Königreichs. Er war von 2007 bis 2015 der Parteichef der Liberal Democrats. Nachdem die Partei einen großen Verlust in den Britischen Unterhauswahlen 2015 hinnehmen musste, kündigte er seinen Rücktritt an.

Leben[Bearbeiten]

Cleggs Eltern sind Nicholas Clegg, ein englischer Bankier, und Hermance van den Wall Bake, eine niederländische Lehrerin. Cleggs Großeltern sind Hugh Anthony Clegg und Baronin Kira von Engelhardt. Baronin Moura Budberg war Nick Cleggs Urgroßtante. Er besuchte die Caldicott School in Buckinghamshire und die Westminster School in London. Er wurde zweisprachig Englisch und Niederländisch erzogen und spricht daneben noch Französisch, Deutsch und Spanisch.[1] Nach einer Studienauszeit als Skilehrer in Österreich und einer Anstellung an einer Bank in Helsinki studierte Clegg Archäologie und Anthropologie am Robinson College an der University of Cambridge. Nach dem Ende seiner Studienzeit in Cambridge erhielt Clegg ein einjähriges Stipendium an der University of Minnesota, wo er über die politische Philosophie der Tiefenökologie schrieb. Danach zog Clegg nach New York City, wo er für Christopher Hitchens an dem linken Wochenmagazin The Nation mitarbeitete.[2] Es folgte ein Aufenthalt Cleggs in Brüssel im Rahmen eines sechsmonatigen Praktikums im Rahmen der Group of 24. Dort schloss er auch in Brügge ein zweites Master-Studium am College of Europe ab.

1993 gewann Clegg den David-Thomas-Preis der britischen Zeitung Financial Times. Im April 1994 erhielt Clegg eine Anstellung bei der Europäischen Kommission und arbeitete am TACIS-Hilfsprogramm für die ehemaligen Länder der Sowjetunion. EU-Handelskommissar Leon Brittan bot daraufhin Clegg eine Mitarbeit in seinem Büro als politischer Berater und Redenschreiber an.

Politische Karriere[Bearbeiten]

1998 wurde Clegg für die Liberal Democrats für die Europawahl 1999 aufgestellt. Überraschend wurde er für die East Midlands gewählt und damit Abgeordneter des Europaparlaments, dem er bis 2004 angehörte. Clegg entschied sich, für die Britischen Unterhauswahlen 2005 zu kandidieren, und gewann einen Abgeordnetensitz im Unterhaus für Sheffield im Wahlbezirk Hallam.[3]

Clegg wurde am 18. Dezember 2007 zum Parteiführer der Liberaldemokraten gewählt.[4]

Im Rahmen der Koalitionsbildung zwischen Konservativen und Liberaldemokraten wurde Clegg am 11. Mai 2010 zum stellvertretenden Premierminister des Vereinigtes Königreich und zum Vorsitzenden des Privy Council unter Premier David Cameron im Kabinett Cameron I ernannt.

Während der Regierungszeit stimmten die Lib Dems für mehrere Gesetzesentwürfe, denen sie im Wahlkampf noch ablehnend gegenüber gestanden hatten, unter anderem für die Erhöhung der Studiengebühren. Die Umfragewerte der Partei stürzten darauf ab, Clegg verteidigte die Zustimmung jedoch damit, dass man in einer Koalition Kompromisse eingehen müsse. Später bezeichnete er die Erhöhung als Fehler.[5][6]

Die Regierungsbeteiligung wirkte sich für die Liberaldemokraten nachteilig auf die folgenden Wahlen aus. Bei der Europawahl 2014 stürzte die Partei auf 4,8 % der Stimmen ab und ist nur mehr mit einem Abgeordneten im Europäisches Parlament vertreten. Auch bei Lokalwahlen gab es starke Verluste für die Lib Dems. [7]

Respekt erntete Nick Clegg dafür, sich 2014 mit dem EU-Kritiker Nigel Farage von der UKIP öffentlich zum Thema Europa im Fernsehen zu duellieren. Die Debatte, wer das Duell gewann, war gespalten.[8]

Bei den Unterhauswahlen 2015 erlitten die Lib Dems schwere Verluste; es verblieben von den 47 Sitzen in den vorherigen Wahlen nur noch 8. Daraufhin verkündete Clegg seinen Rücktritt als Parteivorsitzender.[9]

Privates[Bearbeiten]

Clegg mit seiner Ehefrau 2009

Clegg ist mit der aus Valladolid in Spanien stammenden Juristin Miriam González Durántez verheiratet. Seine Frau besitzt nicht die britische Staatsangehörigkeit. Er selbst ist erklärter Atheist, lässt jedoch seine drei Kinder im römisch-katholischen Glauben seiner Gattin erziehen.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nick Clegg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 30 April 2004: GPlus welcomes Clegg as Fifth Partner
  2. BBC News:Nick Clegg
  3. Guardian: Sheffield Hallam
  4. Telegraph: Menzies Campbell resigns as Lib Dem leader
  5. http://www.theguardian.com/politics/2012/sep/19/nick-clegg-apologies-tuition-fees-pledge
  6. http://www.independent.co.uk/student/news/exclusive-student-support-for-lib-dems-collapses-to-just-six-per-cent-9267942.html
  7. http://www.oe24.at/welt/England-Schwere-Verluste-fuer-Liberaldemokraten-bei-Kommunalwahlen/26934890
  8. http://www.bbc.com/news/uk-politics-26843996
  9. http://www.theguardian.com/politics/2015/may/08/nick-clegg-resigns-as-lib-dem-leader
  10. BBC News:Clegg 'does not believe in God'