Nickel(II)-oxid

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Kristallstruktur
Struktur von Nickel(II)-oxid
__ Ni2+     __ O2−
Kristallsystem

kubisch flächenzentriert

Gitterkonstanten

a = 416,8 pm[1]

Allgemeines
Name Nickel(II)-oxid
Andere Namen
  • Nickelmonoxid
  • Nickeloxid (mehrdeutig)
  • Nickeloxydul (veraltet)
  • Bunsenit (als Mineral)
Verhältnisformel NiO
CAS-Nummer
  • 1313-99-1
  • 11099-02-8
  • 34492-97-2
PubChem 14805
Kurzbeschreibung

geruchloses, dunkelgrünes bis schwarzes Pulver [2]

Eigenschaften
Molare Masse 74,69 g·mol−1 [2]
Aggregatzustand

fest

Dichte

6,72 g·cm−3 [2]

Schmelzpunkt

1984 °C [2]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser [2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP)[3], ggf. erweitert[2]
08 – Gesundheitsgefährdend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 317​‐​350i​‐​372​‐​413
P: 201​‐​280​‐​308+313 [2]
MAK

kein Wert vergeben, da krebserzeugend[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Nickel(II)-oxid ist eine chemische Verbindung des Metalls Nickel, die zur Gruppe der Oxide gehört.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natürlich kommt Nickel(II)-oxid als Mineral Bunsenit vor.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man erhält es durch starkes Kalzinieren des Nitrats (Ni(NO3)2) oder Carbonats (NiCO3) oder durch Oxidation von Rotnickelkies (NiAs) oder reinem Nickel an der Luft.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nickel(II)-oxid ist ein basisches Oxid. Es ist antiferromagnetisch und ist isotyp mit Natriumchlorid. Reinstes NiO ist hellgelb. Ein höherer Sauerstoffgehalt verleiht dem NiO eine grüne bis graugrüne Färbung. Dunklere bis schwarze Produkte enthalten zunehmend Ni3+. Das bei hohen Temperaturen gewonnene Nickel(II)-oxid ist in Säuren und Alkalien fast unlöslich; je niedriger die Darstellungstemperatur, um so löslicher ist es, besonders in heißer Salpetersäure und Ammoniakwasser.[4]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nickel(II)-oxid wird zur Herstellung von Emaille (als Haftmittel[5]), Keramik, Gläsern (als Färbemittel) und Elektroden verwendet. Weiterhin dient es als Anodenmaterial in Brennstoffzellen.[6][7] Außerdem wird es als Katalysator für die Hydrierung organischer Verbindungen genutzt. Weiterhin ist es ein Zwischenprodukt zur Herstellung von reinem Nickel (Reduktion mit Kohlenmonoxid).

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie auch viele andere Nickelverbindungen wird Nickel(II)-oxid als krebserzeugend eingestuft.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. R.W. Cairns, E. Ott: X-Ray Studies of the System Nickel-Oxygen-Water. I. Nickelous Oxide and Hydroxide. In: Journal of the American Chemical Society, 55, 1933, S. 527–533, doi:10.1021/ja01329a013.
  2. a b c d e f g h Eintrag zu Nickeloxid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  3. Eintrag zu Nickel monoxide im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie, Band III, S. 1689, Ferdinand Enke Verlag Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0
  5. Mila Schrader: Gusseisenöfen und Küchenherde: Ein historischer Rückblick
  6. Institut für Energieforschung Jülich: Die Jülicher planare anodengestützte Hochtemperatur-Brennstoffzelle (SOFC)
  7. M. Pehnt: Ganzheitliche Bilanzierung von Brennstoffzellen in der Energie- und Verkehrstechnik (PDF; 4,7 MB)

Verwandte Verbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]