Nickern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 50° 59′ 45″ N, 13° 47′ 19″ O

Nickern
Stadtteil der Landeshauptstadt Dresden
Höhe: 140–160 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Januar 1930
Postleitzahl: 01239
Vorwahl: 0351
Landkreis Bautzen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Landkreis Meißen Altfranken Altstadt I Altstadt II Blasewitz Borsberg Brabschütz Briesnitz Bühlau Coschütz Cossebaude Cotta Cunnersdorf Dobritz Dölzschen Dresdner Heide Eschdorf Friedrichstadt Gönnsdorf Gomlitz Gompitz Gorbitz Gostritz Großluga Kleinluga Großzschachwitz Gruna Helfenberg Hellerau Gittersee Hellerberge Hosterwitz Kaditz Kaitz Kauscha Kemnitz Kleinpestitz Kleinzschachwitz Klotzsche Krieschendorf Langebrück Laubegast Lausa Leuben Leubnitz-Neuostra Leuteritz Leutewitz Lockwitz Löbtau Loschwitz Malschendorf Marsdorf Merbitz Meußlitz Mickten Mobschatz Mockritz Naußlitz Neustadt Nickern Obergohlis Niedergohlis Niederpoyritz Niedersedlitz Niederwartha Oberpoyritz Oberwartha Ockerwitz Omsewitz Pappritz Pennrich Pieschen Pillnitz Plauen Podemus Prohlis Räcknitz Reick Reitzendorf Rennersdorf Rochwitz Roitzsch Rossendorf Roßthal Schönborn Schönfeld Schullwitz Seidnitz Söbrigen Sporbitz Steinbach Stetzsch Strehlen Striesen Tolkewitz Torna Trachau Trachenberge Übigau Unkersdorf Wachwitz Weißer Hirsch Weißig Weixdorf Wilschdorf Wölfnitz Zaschendorf Zöllmen Zschertnitz ZschierenKarte
Über dieses Bild

Lage der Gemarkung Nickern in Dresden

Nickern ist ein Ortsteil von Dresden und gehört zum Ortsamtsbereich Prohlis. Die Ortschaft liegt stadtauswärts, südlich der S 172 in Richtung Heidenau/Pirna am Geberbach.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Nickern
Nickern und seine Nachbardörfer auf einer Karte aus dem 19. Jahrhundert

Die ehemaligen Kreisgrabenanlagen aus dem 5. Jahrtausend v. Chr. sind vermutlich das Zentrum der ersten Besiedlung des Dresdner Elbtals gewesen.[2]

Aus der frühen Bronzezeit (Aunjetitzer Kultur) sind Grabfunde gemacht wurden.[3]

Ein Männergrab (um 550) und ein Frauengrab (letztes Drittel 6. Jahrhundert) wurden 1897 entdeckt und den Langobarden zugeordnet.[4] Die lange Langobardenstraße hat daher ihren Namen.[5]

Der Ort wird 1288 erstmals als Nicur[6] erwähnt, was als „Ort des Nikur“ gedeutet aber auch vom urslawischen Kuriti („nicht räuchern“) abgeleitet werden kann. 1923 wurde Nickern nach Lockwitz eingemeindet und mit diesem gemeinsam am 1. Januar 1930 nach Dresden.

Nickern unterteilt sich in Altnickern, einem sehr gut erhaltenen Dorfkern mit der alteingesessenen Bäckerei als Mittelpunkt, und Neunickern, einer in den 1930er Jahren entstandenen Siedlung. In den letzten Jahren sind die als Luftwaffenkaserne entstandenen Gebäude saniert und bewohnbar gemacht worden. Von diesen Kasernen aus sind russische Panzer im Jahr 1968 zur Niederschlagung des Prager Frühlings losgezogen. Außerdem ist es in den letzten Jahren von einem Neubaugebiet erweitert worden, dass sich bis nach Lockwitz erstreckt.[7]

Bemerkenswert ist auch das Schloss Nickern, welches nach der Wiedervereinigung lange Jahre als Kulturzentrum diente. Im Zuge von Kürzungen für soziale Projekte musste der Verein Schloss Nickern e. V. den Betrieb einstellen.

Der Kinder- und Jugendbauernhof Nickern[8] organisiert seit einigen Jahren mit Erfolg soziale Projekte für Kinder und Jugendliche.

Auf dem neugestalteten Sportplatz der ehemaligen Kaserne spielt seit 2011 der Verein Gebergrund Goppeln[9] Fußball.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Adolf Poenicke (Wikisource): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. (Wikisource) II. Section: Meissner Kreis. Leipzig 1856, S. 35ff (Werkansicht der SLUB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nickern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die S 172 trennt ab dem Waldstreifen des Nickerner Abzugsgrabens (hinter dem Selgros-Großhandelsmarkt) das Prohliser Neubaugebiet und größere Gewerbeansiedlungen auf Nickerner Flur. Der Geberbach verbindet beide Orte und umfließt dabei eine Erhebung (wichtig für die ersten Siedler) des Plauen-Nickerner Löß-Hügelgebietes.
  2. www.dnn-online.de/.../Das-Erbe-unter-unseren-Fuessen-Kreisgrabenanlagen-in-Nickern..., www.buergerfraktion-dresden.de: Via Neolithica Dresdensis – der Weg der Neolithen in Dresden. abgerufen am 2. Dezember 2013.
  3. Aunjetitzer Grabfunde von Dresden-Nickern., abgerufen 31. August 2015
  4. Cornelia Rupp: Langobarden in Dresden ?. In: Judith Oexle (Hrsg.), Landesamt für Archäologie Dresden: Dresden 8000. Dresden, 2006, S. 51–54
  5. dresdner-stadtteile.de/.../Strassen_Nickern/, abgerufen am 16. Dezember 2013
  6. die Urkunde, auf der auch Prohlis und Lockwitz erstmals auftauchen, hängt stark vergrößert im Palitzsch-Museum; dort steht eindeutig Nycur
  7. Entwicklungsmaßnahme Nickern. In: dresden.de. Landeshauptstadt Dresden, abgerufen am 23. August 2015.
  8. Kinder- und Jugendbauernhof Nickern. Abgerufen am 24. August 2016 (deutsch).
  9. SG Gebergrund Goppeln e.V. Abgerufen am 24. August 2016 (deutsch).