Nicola Bardola

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Nicola Bardola

Nicola Bardola (* 27. April 1959 in Zürich) ist ein Schweizer Autor, Journalist und Übersetzer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicola Bardola, Sohn des Schweizer Mathematikers und Bridge-Meisters Marcello Bardola und der Hausfrau mit Handelsdiplom und Bridgespielerin Elena Hoeffleur, besuchte die Kantonsschule Rämibühl und die Kantonsschule Stadelhofen. Nach der Matura veröffentlichte er mit 19 Jahren Texte zu Uni-Themen im Wochenkalender der Studentenschaft Bern, Konzertkritiken in der Berner Zeitung und im Februar 1979 im Berner Student sein erstes Gedicht Fallobst für Tantalus. Wenig später erschien sein Gedicht Ampelfrühling in der Berner Zeitung. Fortan veröffentlichte er Gedichte und Prosatexte, Buch- und Schallplattenbesprechungen sowie Film- und Konzertkritiken in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien.

Bardola ist Bürger von Sent im Engadin. Seine Tante mütterlicherseits Ilda Ducry-Hoeffleur veröffentlichte zwei Romane: "Le mele verdi" (Die grünen Äpfel) und "Il Rododendro".[1] Seine Vorfahren väterlicherseits, die Gebrüder Cristoffel und Jon Bardola veröffentlichten zahlreiche Bücher, u. a. die Dystopie "La figlia dal cuntrabandier" (Die Tochter des Schmugglers), die in Vallader 1936 erschien und im Jahr 2030 spielt.[2] Nicola Bardola studierte Germanistik, italienische Literatur und Philosophie an den Universitäten Zürich, Bern und München. 1984 erlangte er den Grad Licentiatus Philosophiae an der Universität Zürich bei Professor Michael Böhler mit einer Arbeit über Theorien moderner Lyrik. 1985 gründete er in der Monatszeitschrift Münchner Buchmagazin die Kolumne Lyrik-Revue, die heute online fortgeführt wird.[3] Er arbeitete seit 1985 als Redakteur, Bibliotheks- und Verlagslektor in München. Er war Redaktionsleiter für buchhändlerische Werbemittel in der Rossipaul Verlagsgesellschaft, Chefredakteur der Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedien Eselsohr, Lektor für Kinder- und Jugendbücher bei cbj und Lektor für Belletristik im Verlag Karl Blessing. Bekannt wurde er 2005 mit dem Roman Schlemm, der den assistierten Suizid thematisiert. In weiteren Publikationen engagierte er sich für eine Liberalisierung der Sterbehilfe in Deutschland nach dem Schweizer Modell Exit.[4][5]

Während seiner Mitarbeit von 1986 bis 1993 in der Internationalen Jugendbibliothek als Lektor und als Verantwortlicher für die Öffentlichkeitsarbeit beschäftigte er sich mit Kinder- und Jugendliteratur und setzt sich seither für Leseförderung ein.[6][7] Er übersetzte Kinder- und Jugendbücher ins Deutsche, bloggte für das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher (ZVAB), und drehte Filme mit dem Focus Schule.[8] Er war 2005 Juror beim Deutschen Jugendliteraturpreis für das Gesamtwerk eines Übersetzers. Sein Almanach Lies doch mal![9] erschien von 2005 bis 2010 mit Lektüreempfehlungen für Kinder- und Jugendliche. Bardola ist Mitbegründer des Senter Kreises, der sich regelmäßig in Sent trifft und bislang drei Bücher veröffentlichte.[10]

2015 war er Gastdozent an der LMU im Studiengang Buchwissenschaften zum Thema Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Seine Beiträge erschienen u. a. in den Anthologien Zum Werk von Roger Willemsen – Der leidenschaftliche Zeitgenosse, Herausgegeben von Insa Wilke (S. Fischer, 2015)[11] oder in „Die Hoffnung im Gepäck – Begegnungen mit Geflüchteten“, Herausgegeben von Cornelia von Schelling und Andrea Stickel (Allitera, 2015).[12] Seine Aufsätze und Rezensionen erschienen u. a. im Börsenblatt, BuchMarkt, in der Abendzeitung, Neuen Zürcher Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit.

Im September 2021 veröffentlichte er das Sachbuch Mercury in München. Seine besten Jahre über eine von ihm genauer beleuchtete Lebensphase des Rocksängers Freddie Mercury, der von 1979 bis 1985 seinen Lebensmittelpunkt in der bayerischen Landeshauptstadt hatte. Auf die Idee zu diesem Buch kam Bardola durch den Kinofilm Bohemian Rhapsody von 2018, in dem Mercurys Münchner Jahre seiner Meinung nach zu wenig Beachtung finden.[13]

Seine Bücher wurden ins Englische, Griechische, Italienische, Portugiesische und Spanische übersetzt. Die Monographien über Stephenie Meyer und Freddie Mercury waren auf den Bestsellerlisten[14]. Er lebt bei München und engagiert sich ehrenamtlich für die Monacensia: Er ist erster Vorsitzender des Vereins Freunde der Monacensia e.V.[15]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

- Zu „Schlemm“:  Der Roman fand in den Medien große Beachtung[17]. Bardola trat in zahlreichen Talkshows auf, u. a. bei Johannes B. Kerner[18], Wieland Backes und Markus Lanz[19]. Die Literaturkritik reagierte positiv. Der Focus schrieb: „Bardolas Tatsachenroman spielt in der Schweiz – und trifft in Deutschland einen Nerv“[20]. Der Spiegel schrieb: „Der Roman ist klar montiert, der Ton eher sachlich. Bardola beschreibt authentisch die Verwerfungen, die mit der Entscheidung für einen geplanten Tod in einer Familie ausgelöst werden“[21].

- Zu „John Lennon – Wendepunkte“ schrieb die Neue Zürcher Zeitung: „Aus den Veröffentlichungsfluten ragt ‚John Lennon. Wendepunkte‘ von Nicola Bardola heraus. (…) Eine durchgehend fundiert recherchierte Biografie“[22]

- Zu „Yoko Ono – Die Biographie“ schrieb der Bayerische Rundfunk: „Es ist eine der ganz wenigen Biographien, die es derzeit zu Yoko Onos Leben und Werk gibt; es ist die umfassendste und aktuellste. Bardola beschreibt und analysiert die vielen Facetten der schillernden Persönlichkeit Yoko Ono genau.“[23]

- Zu „Elena Ferrante – Meine geniale Autorin“ erschienen mehrere Interviews mit Nicola Bardola[24][25]. Der NDR schrieb: "Nicola Bardola hat sich wie ein Detektiv über das Gesamtwerk gebeugt (…) Mit jeder Information, die Bardola uns an die Hand gibt, steigt die Spannung in diesem Identitätskrimi. Ein beachtliches und sehr vergnüglich zu lesendes Buch!"[26]

- Zu „Ringo Starr - Die Biographie“ schrieb Deutschlandfunk Kultur: „Auch die bekannten Jahre hat Bardola mit überraschenden Anekdoten gespickt. (…) Eine lesenswerte Biografie, ergänzt durch umfangreiches, großformatiges Bildmaterial.“[27]

- Zu "Mercury in München" schrieben die Salzburger Nachrichten: "Dass Mercury in München sowohl privat als auch musikalisch glückliche Jahre erlebt hat, daran kommt nach der Lektüre dieser Biografie kein Zweifel auf."[28] Die Süddeutsche Zeitung schrieb: "Eine spannende Biografie"[29]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ilda Ducry-Hoeffleur: Le mele verdi. Edizioni Trelingue, Lugano 1973 (openlibrary.org [abgerufen am 25. Februar 2022]).
  2. Cristoffel e Jon Bardola. Abgerufen am 25. Februar 2022 (deutsch).
  3. Lyrik-Revue | DAS GEDICHT blog. Abgerufen am 4. Juni 2020 (deutsch).
  4. Nicola Bardola: Schweiz – Sterbehilfe auch für Ausländer. bei der Evangelischen Akademie Tutzing
  5. GIPFELRUF Folge 45: Nicola Bardola | dasgedichtblog | DAS GEDICHT blog. 20. September 2012, abgerufen am 4. Juni 2020 (deutsch).
  6. Lies doch mal! – Verlagsanzeige, abgerufen am 11. Januar 2016.
  7. literacy.at: Kinderbücher nach Jahrgängen. Abgerufen am 4. Juni 2020.
  8. FOCUS Online: Lesen mit dem Hörstift „Ting“. Abgerufen am 4. Juni 2020.
  9. Lies doch mal! 2. Abgerufen am 4. Juni 2020.
  10. "Senter Kreis" | Carlsen. Abgerufen am 25. Februar 2022.
  11. opus5 interaktive medien gmbh https://www.opus5.de/: Der leidenschaftliche Zeitgenosse, S. FISCHER. Abgerufen am 4. Juni 2020.
  12. Süddeutsche Zeitung: Ein Mädchen? Wirf es weg! Abgerufen am 4. Juni 2020.
  13. Auf den Spuren von Freddie Mercury und Queen in München. Reportage der Radiosendung Nachtmix, Moderatorin Judith Schnaubelt im Gespräch mit Buchautor Nicola Bardola über dessen Sachbuch Mercury in München (Heyne Hardcore), 21. November 2021, 55 Min. Eine Produktion von Bayern 2
  14. Weihnachtstrubel bei Kluftinger. Abgerufen am 14. Januar 2022.
  15. Webseite: Freunde der Monacensia e.V. Abgerufen am 6. Januar 2022.
  16. Besprechung in der Neuen Zürcher Zeitung vom 8. Oktober 2010, abgerufen am 2. Januar 2011.
  17. Heute & morgen noch mal SCHLEMM bei arte | BuchMarkt. 25. Februar 2006, abgerufen am 4. Juni 2020 (deutsch).
  18. Heute abend ist BuchMarkt-Autor Nicola Bardola mit seinem Romandebüt "Schlemm" zu Gast bei Johannes B. Kerner | BuchMarkt. 9. November 2005, abgerufen am 4. Juni 2020 (deutsch).
  19. imfernsehen GmbH & Co KG: Markus Lanz Folge 11. Abgerufen am 4. Juni 2020.
  20. FOCUS Online: Brücke ins Jenseits. Abgerufen am 4. Juni 2020.
  21. LITERATUR : Kalkulierter Abschied - DER SPIEGEL 50/2005. Abgerufen am 4. Juni 2020.
  22. Eine neue John-Lennon-Biografie | NZZ. Abgerufen am 4. Juni 2020.
  23. Bayerischer Rundfunk: Zündfunk Generator. 18. Oktober 2012, abgerufen am 4. Juni 2020.
  24. Newsletter des Schweizer Buchhandels. Abgerufen am 4. Juni 2020.
  25. Una scrittrice misteriosa - Video. Abgerufen am 4. Juni 2020 (italienisch).
  26. NDR: Nicola Bardola: "Elena Ferrante - meine geniale Autorin". Abgerufen am 4. Juni 2020.
  27. Musikbuch "Ringo Starr: Die Biographie" Tonspur in der dlf-Audiothek. Abgerufen am 23. Juli 2021
  28. Salzburger Nachrichten: Neues Buch über Freddy Mercury: Que(e)r durch München. 12. Oktober 2021, abgerufen am 6. Januar 2022.
  29. Dirk Wagner: Freddie Mercury: Weltstar, der (in) München liebte. Ein neues Buch. Abgerufen am 6. Januar 2022.