Nicola Beer

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Nicola Beer 2016

Nicola Beer (* 23. Januar 1970 in Wiesbaden) ist eine deutsche Politikerin (FDP) und Rechtsanwältin.

Von 2009 bis 2012 war sie Staatssekretärin für Europaangelegenheiten im Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa. Von 2012 bis 2014 war sie hessische Kultusministerin. Seit 1999 - mit einer Unterbrechung zwischen 2009 und 2013 - ist sie Abgeordnete des hessischen Landtages. Seit Dezember 2013 ist sie Generalsekretärin der FDP.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem deutsch-französisch bilingualen Abitur an der Frankfurter Ziehenschule (1989) erfolgte von 1989 bis 1991 eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Das anschließende Studium der Rechtswissenschaften an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main, wo sie sich in der Studierendenschaft engagierte, beendete sie 1997 mit dem ersten juristisches Staatsexamen. 1999 legte sie das zweite juristische Staatsexamen ab. Von 1999 bis 2009 war Beer und ist sie seit 2014 erneut in Frankfurt als selbständige Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Verwaltungsrecht tätig.

Parteilaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicola Beer mit Michael Theurer beim Dreikönigstreffen 2015

Von 1988 bis 2006 war Beer Mitglied der Jungen Liberalen, davon im Zeitraum von 1994 bis 1998 Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen Frankfurt.

Mitglied der FDP ist sie seit 1991. Seit 1992 ist sie Mitglied des Kreisvorstands der FDP Frankfurt. Seit 1995 ist sie Mitglied des Landesvorstands der FDP Hessen, seit 2007 Mitglied des Bundesvorstandes der FDP. Ferner ist sie Mitglied des Landesvorstands der Liberalen Frauen Hessen. Am 7. Dezember 2013 wurde Nicola Beer auf dem FDP-Bundesparteitag in Berlin mit 84,3 % zur Generalsekretärin der FDP gewählt.[1] Auf dem Bundesparteitag am 15. Mai 2015 wurde sie mit 88,4 % der Stimmen in diesem Amt bestätigt.[2]

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum von April 1997 bis September 1999 war Beer Stadtverordnete in Frankfurt und im Jahr 1999 stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin.

Von April 1999 bis Februar 2009 war sie Abgeordnete im Hessischen Landtag und dort wissenschaftspolitische, rechtspolitische und kulturpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion. Von April 2003 bis April 2008 war sie zudem Parlamentarische Geschäftsführerin, seit April 2008 stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP-Landtagsfraktion. Aufgrund der Unvereinbarkeit von Amt und Mandat musste Beer wegen ihrer Ernennung zur Staatssekretärin ihr Landtagsmandat 2009 niederlegen.[3] Für sie rückte Jochen Paulus in den Landtag nach. Bei der Landtagswahl 2013 wurde sie erneut in den Landtag gewählt.

Beer war Mitglied der 12., 13., 14. und der 15. Bundesversammlung in den Jahren 2004, 2009, 2010 und 2012. Von 2010 bis 2012 ist sie Mitglied im Ausschuss der Regionen der Europäischen Union.[4]

Bei der Landtagswahl in Hessen 2013 trat sie im Wahlkreis Frankfurt am Main III an. Ihr gelang der Einzug in den Landtag über einen Listenplatz der Partei.

Ämter in Landesministerien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2009 wurde Beer Staatssekretärin für Europaangelegenheiten im Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa. Am 31. Mai 2012 wurde sie als Nachfolgerin von Dorothea Henzler zur hessischen Kultusministerin ernannt.[5]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicola Beer ist evangelisch, geschieden und hat Zwillinge. Sie ist Mitglied des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte, des Kuratoriums des Museums für Weltkulturen, seit 2014 Mitglied im 19-köpfigen Stiftungsbeirat der Heraeus Bildungsstiftung, seit 2015 Mitglied im Kuratorium von World Vision Deutschland.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2013 wurde Beer von dem Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim wegen „öffentlicher Verschwendung“ kritisiert. Als die CDU/FDP-Regierung in Hessen im September abgewählt worden war, beförderten oder verbeamteten Beer und Wirtschaftsminister Florian Rentsch (ebenfalls FDP) ihre Sprecher und Büroleiter. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hielt Beer deshalb „unverblümte Günstlingsversorgung“ vor.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nicola Beer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Persönliches auf ihrer Homepage
  2. http://www.rp-online.de/politik/fdp-basis-stimmt-partei-soli-zu-aid-1.5093250
  3. §§ 29–37 Hessisches Abgeordnetengesetz
  4. Pressemitteilung des Hessischen Landtags
  5. Neue Minister Rentsch und Beer ernannt. 31. Mai 2012. Abgerufen am 31. Mai 2012.
  6. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Vertraute befördert „Scheidende FDP-Minister verschwenden Steuergeld“, vom 11. Dezember 2013