Nicolaus Schafhausen

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Nicolaus Schafhausen (* 1965 in Düsseldorf) ist ein deutscher Kurator und Kunstmanager und ist seit Oktober 2012 Direktor der Kunsthalle Wien.[1] Im Mai 2018 gab er bekannt, seinen Posten zum 31. März 2019 aus politischen Gründen vorzeitig niederzulegen, da er angesichts „der derzeitigen nationalistischen Politik in Österreich und der europäischen Situation die Wirkungsmächtigkeit von Kulturinstitutionen wie der Kunsthalle Wien für die Zukunft infrage gestellt“ sehe;[2] in Zeiten rechtspopulistischer Bewegungen bedürfe es eines wesentlich stärkeren Rückhalts unabhängiger staatlicher Institutionen und Kultur-Institutionsverwaltungen: Er wolle zukünftig außerhalb der gängigen Institutionen arbeiten.[3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schafhausen studierte Kunstgeschichte an der Technischen Universität Berlin und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Bevor er sich für eine Karriere als Kurator entschied, war Nicolaus Schafhausen als Künstler tätig und wurde u. a. von der Galerie Ascan Crone und der Gasser Grunert Gallery vertreten. Seine letzte Ausstellungsbeteiligung war bei der Aperto ’93 in Venedig. Während eines Stipendiums in Berlin am Künstlerhaus Bethanien 1991 gründete er zusammen mit dem Künstler Markus Schneider die Galerie Lukas & Hoffmann, die nach den Geburtsnamen ihrer Mütter benannt ist. In der zunächst in Berlin, später in Köln ansässigen Galerie realisierte er erste Ausstellungen u. a. mit Kai Althoff, Ólafur Elíasson, Carsten Höller und Lily van der Stokker.

Von 1995 bis 1998 war Schafhausen künstlerischer Leiter des Künstlerhauses Stuttgart. 1999 wurde er zum Direktor des Frankfurter Kunstvereins berufen, dessen künstlerische und kaufmännische Leitung er bis Dezember 2005 innehatte. Im Juni 2005 wurde er für die Dauer von zwei Jahren zum Gründungsdirektor der European Kunsthalle in Köln ernannt, einem Projekt, das Modelle einer potenziellen Institution zeitgenössischer Kunst auslotet. Von 2006 bis 2011 war er künstlerischer und kaufmännischer Direktor des Witte de With, Center for Contemporary Art in Rotterdam, Niederlande. 2007 und 2009 verantwortete er als Kommissar den deutschen Pavillon bei der 52. und 53. Biennale di Venezia. Er war Co-Kurator der 1. Brüssel Biennale 2008, Kurator des Festivals Media City Seoul 2010, Kurator für das Dutch House auf der Expo in Schanghai 2010 und hat u. a. Ausstellungen am Stedelijk Museum Amsterdam, Lenbachhaus in München, Nationalmuseum für Architektur, Kunst und Design in Oslo und CCA in Vilnius kuratiert. Seit 2011 ist Schafhausen als strategischer Direktor für die kanadische Shorefast Foundation|Fogo Island Arts tätig, die u. a. auf der neufundländischen Insel Fogo ein Resident Programm initiierte und im Dialog mit Künstlern und Wissenschaftlern Wege zur Revitalisierung des von Abwanderung bedrohten Gebietes sucht. [4]

Schafhausen ist Autor und Herausgeber zahlreicher Texte und Publikationen zur Gegenwartskunst. Er war Sammlungsberater für das FRAC Nord – Pas de Calais und Mitglied des Vorstandes des IKT Netzwerkes (International association of curators of contemporary art). Darüber hinaus war Schafhausen Mitglied im Vorstand der Ursula-Blickle-Stiftung, des Independent Curators International (ICI), sowie des Comite van Roosendaal. 2003 wurde ihm der Hessische Kulturpreis verliehen. Schafhausen lehrt am HISK, Higher Institute for Fine Arts in Gent. 2014 kuratierte er im Museum der Stadt Belgrad, (Muzej grada Beograda) gemeinsam mit Vanessa Joan Müller, den 55. Belgrader Oktobersalon.

Kuratierte Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppenausstellungen/Auswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • E, (1993), Künstlerinnen und Künstler: Kai Althoff, Burchill/McCamley, Katja Davar, Lukas Duwenhögger, Carsten Höller, Susanne Riedel, Torsten Slama, Lily van der Stokker, Octavian Trauttmannsdorff, Künstlerhaus Bethanien, Berlin
  • nach weimar, (1996), Kunstsammlungen zu Weimar
  • Der Umbau Raum,(1996 bis 1998), Künstlerhaus Stuttgart, Künstlerinnen und Künstler: Gregor Schneider
  • To the people of the city of the Euro (1999), Frankfurter Kunstverein, Künstlerinnen und Künstler: Monica Bonvicini, "Hammering Out", Olafur Eliasson, "Your Double Day Diary", Blinky Palermo, "Treppenhaus II/Experimenta 4, 1971" (Rekonstruktion), Jeroen de Rijke und Willem de Rooij, "Of Three Men", Octavian Trauttmansdorff, "Fällt die Verpackung, fällt das Ziel, zeigt sich das Konstrukt", Phantombüro, " Videoinstallation (Kino der Dekonstruktion)"
  • Man muss ganz schön viel lernen um hier zu funktionieren (2000), Künstlerinnen und Künstler: Ayse Erkmen, Rainer Ganahl, Pia Greschner, Oliver Husain, Kai Kaljo, Dorit Margreiter, Anny Öztürk, Julika Rudelius, Anri Sala, Rea Tajiri, Wawrzyniec Tokarski, Jun Yang
  • Neue Welt,(2001), Künstlerinnen und Künstler: Haluk Akakçe, Pawel Althamer, Kai Althoff, Yael Bartana, Reinhard Bernsteiner, Roger Bundschuh, Elmgreen und Dragset, Alexandra Duwe/Holger Wüst, Malachi Farrell, Carsten Fock, Penelope Georgiou, Fabrice Gygi, Paul Graham, Rodney Graham, Jeppe Hein, Nikolaus Hirsch/Finn Geippel, Dan Holdsworth, Laura Horelli, Runa Islam, Mike Kelley, Anna Klamroth, Ken Lum, Bernhard Martin, Kenny MacLeod, Bruce Nauman, Seamus Nicolson, Henrik Olesen, Phillipe Parreno, Stephen Prina, Gerhard Richter, Jeroen de Rijke/Willem de Rooij, Willem de Rooij/Jane Ostermann-Petersen, Józef Robakowski, Roth/Stauffenberg, Anri Sala, Erika Sulzer-Kleinemeier, Anne Tallentire, Wolfgang Tillmans, Octavian Trauttmansdorff, Barbara Visser, Frankfurter Kunstverein
  • New Heimat, (2001), Neben Werken zeitgenössischer Kunst von Michael Beutler, Andrea Bowers, Jeanne Faust, Naya Hatakeyama, Sharon Lockhart, Bjarne Melgaard, Isa Melsheimer, Zwelethu Mthethwa, Adrian Piper, Richard Prince, Tobias Rehberger, Gretchen So, Haim Steinbach, Nasrin Tabatabai und Jun Yang werden Gegenstände aus Bali, Brasilien, Nigeria und Papua-Neuguinea gezeigt. Angeblich führt die so genannte Globalisierung zu einer weltweiten Vereinheitlichung der Kultur, Frankfurter Kunstverein
  • non-places (2001), Künstlerinnen und Künstler: Emmanuelle Antille, Siegrun Appelt, Gabriele Basilico, Michael Blum, Martin Boyce, Thomas Demand, Peter Friedl, Ori Gersht, Jonathan Horowitz, Anna Jermolaewa, Viola Klein, Katrin Korfmann, Mark Lewis, Friedrich Ludewig, Olaf Metzel, Nick Relph & Oliver Payne, Martha Rosler, Julika Rudelius, Sofie Thorsen, Frankfurter Kunstverein
  • Dark Spring, (2002), Künstlerinnen und Künstler: Slater Bradley, Matthew Brannon, Heather Burnett, Nathan Carter, Sean Dack, Jeremy Deadman, Duwe/Wüst, Carsten Fock, Jonathan Horowitz, Bernhard Martin, Marcel Odenbach, Julika Rudelius, Lee Taylor, Stephanie Taylor, Ursula Blickle Stiftung
  • Nation, (2003), Künstlerinnen und Künstler: Thomas Bayrle, Marc Bijl, Heather Burnett, Nathan Carter, Jason Dodge, Gili Dolev, Michael Elmgreen/ Ingar Dragset, Keith Farquhar, Nicolas Floc'h, Jonathan Horowitz, Brian Jungen, Nina Könnemann, Germaine Koh, Marko Lulic, Marcin Maciejowski, Josephine Meckseper, Sarah Morris, Audrius Novickas, Marcel Odenbach, Erik Parker, Bruno Peinado, Egle Rakauskaite, Jeroen de Rijke, Willem de Rooij, Shirana Shahbazi, Tim Stoner, Erika Sulzer-Kleinemeier, Evren Tekinoktay, Andrei Ujica, Mark Wallinger, David Zink Yi, Frankfurter Kunstverein
  • Adorno – Die Möglichkeit des Unmöglichen (2003), Künstlerinnen und Künstler: Carl Andre, Samuel Beckett, Martin Boyce, Andre Cadere, Martin Creed, Thomas Demand, Jason Dodge, Maria Eichhorn, Peter Friedl, Isa Genzken, Liam Gillick, Henrik Plenge Jakobsen, Louise Lawler, Euan MacDonald, John Massey, Jonathan Monk, Sarah Morris, Bruce Nauman, Kirsten Pieroth, Mathias Poledna, Stephen Prina, Florian Pumhösl, Ad Reinhardt, Gerhard Richter, Markus Schinwald, Andreas Slominski, Lawrence Weiner, Christopher Williams, Cerith Wyn Evans
  • deutschemalereizweitausenddrei, (2003), Künstlerinnen und Künstler:Tomma Abts, Yesim Akdeniz Graf, Kai Althoff, Monika Baer, Frank Bauer, Dirk Bell, Ümit Bilgi, Henning Bohl, André Butzer, Thomas Eggerer, Tim Eitel, Jesko Fezer / Axel John Wieder, Lutz Fezer, Christian Flamm, Carsten Fock, Caroline von Grone, Katharina Grosse, Gabi Hamm, Sebastian Hammwöhner / Uwe Henneken / Dani Jakob / Gabriel Vormstein, Klaus Hartmann, Eberhard Havekost, Thilo Heinzmann, Andreas Hofer, Sergej Jensen, Johannes Kahrs, Kiron Khosla, Jutta Koether, Hendrik Krawen, Kalin Lindena, Dietmar Lutz, Antje Majewski, Bernhard Martin, Rupprecht Matthies, Jonathan Meese, Birgit Megerle, Stephan Melzl, Klaus Merkel, Stefan Müller, Martin Neumaier, Frank Nitsche, Silke Otto-Knapp, Susanne Paesler, Gunter Reski, Anselm Reyle, Thomas Scheibitz, Tilo Schulz, Andreas Schulze, Eva Schwab, Markus Selg, Torsten Slama, Johannes Spehr, Lee Thomas Taylor, Wawrzyniec Tokarski, Corinne Wasmuht, Thomas Werner, Johannes Wohnseifer, Daniela Wolfer, Katharina Wulff, Amelie von Wulffen, Frankfurter Kunstverein
  • Emotion eins, (2004), Künstlerinnen und Künstler: Fikret Atay, Vanessa Beecroft, Marc Brandenburg, Duncan Campbell, Sebastian Diaz Morales, Rineke Dijkstra, Matias Faldbakken, Ulrike Feser, Liam Gillick, Alexander Gutke, Richard Hawkins, Carsten Höller, Laura Horelli, Nestor Krüger, Hans-Jörg Mayer, Shahryar Nashat, Mark Raidpere, Benny Nemerofsky Ramsay, Egle Rakauskaite, Roth / Stauffenberg, Stiina Saaristo, Seifollah Samadian, Kevin Schmidt, David Shrigley, Javier Téllez, Su-Mei Tse, Gavin Turk, Gitte Villesen/ Lars Erik Frank, Markus Weisbeck, Andro Wekua, Florian Wüst, Ursula Blickle Stiftung und Frankfurter Kunstverein
  • Populism, (2005), Künstlerinnen und Künstler:Juan Pérez Agirregoikoa, Fatma Akinçi, Petra Bauer, Bernadette Corporation, Marc Bijl, Jakob Boeskov, Phil Collins, Minerva Cuevas, Jeremy Deller, Dias & Riedweg, Wang Du, Gardar Eide Einarsson & Matias Faldbakken, Esto TV, Anita Fricek, Jens Haaning & Superflex, Russell Haswell, Henry Vlll’s Wives, Henrik Plenge Jakobsen, Amar Kanwar, Per Kirkeby, Matthieu Laurette, Jani Leinonen, Erik van Lieshout, Mindaugas Lukosaitis, Annika Lundgren, Cildo Meireles, Sarah Morris, Begoña Muñoz, Roman Ondák, Willem de Rooij, et al., Contemporary Art Centre, Vilnius; National Museum of Art, Architecture and Design, Oslo; Stedelijk Museum, Amsterdam and Frankfurter Kunstverein
  • Bühne des Lebens – Rhetorik des Gefühls, (2006), Künstlerinnen und Künstler: Fikret Atay, Michael Beutler, Gerard Byrne, Cerith Wyn Evans, Gardar Eide Einarsson / Matias Faldbakken, Olafur Eliasson, Matias Faldbakken, Isa Genzken, Liam Gillick, Henrik Plenge Jakobsen, Jesper Just, Romuald Karmakar, Sarah Morris, Mark Raidpere, Benny Nemerowsky Ramsay, de Rijke / de Rooij, Michael Sailstorfer, Seifollah Samadian, Markus Schinwald, Javier Téllez, Gavin Turk, Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
  • Don Quijote, (2006), Künstlerinnen und Künstler: Michael Beutler, Johanna Billing, Manon de Boer, Gerard Byrne, Ryan Gander, Tue Greenfort, William Hunt, Sven Johne, Jesper Just, Annette Kelm, David Lieske, Damian Moppett, Chris Moukarbel, Ivan Navarro, Christopher Orr, Pablo Pijnappel, Mark Raidpere, Hannah Rickards, Markus Schinwald, Anj Smith, Kostis Velonis, Richard T. Walker, Witte de With
  • Street. Behind the Chliché, (2006), Künstlerinnen und Künstler: Joachim Baan, David Blandy, Henning Bohl, Martin Boyce, Tobias Buche, Jason Dodge, Marius Engh, Gardar Eide Einarsson, Iain Forsyth & Jane Pollard, Isa Genzken, Pieterjan Ginckels, Sascha Hahn, Laura Horelli, Pieter Hug, Ian Kiaer, Germaine Kruip, Klara Liden, Gareth Moore, Alex Morrison, Chloe Piene, Robin Rhode, Ugo Rondinone, Matt Stokes, Aram Tanis, An Te Liu, Luc Tuymans, Silke Wagner, and Tobias Zielony, Witte de With
  • Modelle für Morgen, (2007), Künstlerinnen und Künstler: Vito Acconci, Michael Beutler, Bik van der Pol, Andreas Fogarasi, Luca Frei, Liam Gillick, Tue Greenfort, Karl Holmqvist, International Festival, Erik van Lieshout, An Te Liu, Alex Morrison, Olaf Nicolai, Tobias Rehberger, Pia Rönicke, Silke Schatz, Sean Snyder, Superflex, Lawrence Weiner, Axel John Wieder & Jesko Fezer und Haegue Yang, European Kunsthalle, Köln
  • Köln Show 2, (2007), Künstlerinnen und Künstler: David Blandy, Simon Denny, Maya Hayuk, William Hunt, Jesper Just, Marijn van Kreij, Germaine Kruip, Chris Lipomi, Pere Llobera, Keegan McHargue, Gareth Moore, Tuan Andrew Nguyen, Joao Onofre, Hannah Rickards, Aida Ruilova, Margaret Salmon, Fernando Sanchez Castillo, Karen Sargsyan, Andrew Schoultz, Kwang-Ju Son, Kostis Velonis, Tris Vonna-Michell, European Kunsthalle, Köln
  • Brussels Biennale 1, Show me, don’t tell me, (2008), Künstlerinnen und Künstler: Bircken, Alexandra, Karla Black, Corbusier, Simon Denny, Edith Dekyndt, Marius Engh, Geoffrey Farmer, Buckminster Fuller, Adam Gillam, David Keating, Annette Kelm, Sister Crita Kent, Olaf Metzel, Danijela Micanovic, Kate Newby, Jurgen Ots, Falke Pisano, Taller popular derigrafia, Kostis Velonis, Pieter Vermeersch, Jeronimo Voss, Stelios Votsis, Silke Wagner, Xenakis, Brussels

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicolaus Schafhausen wird Kunsthallen-Chef Der Standard, 13. Juni 2012
  2. Nicolaus Schafhausen verlässt Kunsthalle Wien. In: Wiener Zeitung. 23. Mai 2018, abgerufen am 23. Mai 2018.
  3. Badische Zeitung: Klare Haltung gefordert - Kunst - Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 30. Juni 2018]).
  4. Website Fogo Island Arts