Nicole Eisenman

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Nicole Eisenman (* 1965 in Verdun, Frankreich), ist eine amerikanische Künstlerin, die mit einem figurativen malerischen Werk bekannt geworden ist.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenman studierte an der Rhode Island School of Design in Providence und schloss dort 1987 mit einem Bachelor in Malerei ab. Bereits 1986 erhielt sie im Rahmen des „European Honors Program“ den „Rhode Island School of Design Year in Rome Award“.

Eisenman formt in ihrer neorealistischen Malerei aus unterschiedlichen Stil- und Kompositionselementen der Kunstgeschichte, von der Renaissance, über die Historienmalerei, bis zur Moderne, spielerisch neue, zeitgenössische Aussagen. Sie knüpft hierbei an ihren italienischen Malerkollegen Renato Guttuso (1912–1986) an. In ihre Kompositionen bindet sie Elemente der Medienkultur, wie Comiczeichnungen, Pornografie, den TV–Alltag und die Werbung, ein.[1]

Die Künstlerin nahm 1994 und 1995 unter anderen mit Rachel Lachowitz (* 1964) und Janine Antoni (* 1964) an Ausstellungen im Institute of Contemporary Arts, London, im New Museum, New York, sowie der New Wight Gallery in Los Angeles, mit dem gemeinsamen Titel „Bad Girls“, teil. Eine junge amerikanische Künstlerinnengeneration zeigte feministische Positionen, in denen sie gesellschaftskritische Äußerungen mit einer sexuell-feministischen Konnotation versahen.[2]

Bei der Whitney Biennial 1997 zeigte sie mit „Exploding Whitney“, eine großformatige Wandmalerei, die das zerstörtes Museum darstellte. In einer Installation mit Zeichnung nahm sie ironisch zu dem Thema Kunst und Kommerz Stellung. Die Kunsthalle Zürich stellte 2007 eine umfassende Werkschau der Künstlerin vor, die anschließend auch im Le Plateau (FRAC Ile de France) in Paris gezeigt wurde.

Eisenman wurde unter anderen mit dem John Simon Guggenheim Grant, dem Joan Mitchell Foundation Grant und dem Penny McCall Foundation Grant gefördert. 2015 erhielt sie ein MacArthur Fellowship. Die Künstlerin lebt und arbeitet in New York.

In der Ausstellung Shifting the Gaze. Painting and Feminism, die 2010 im Jewish Museum (New York City) gezeigt wurde, war ihr Gemälde Seder zu sehen.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Victor Mathieu (Hrsg.): Nicole Eisenman, Selected Works 1994-2004. Walther König, Köln 2008, ISBN 978-3-88375-918-0
  • Lutz Becker, Uwe Koch (Hrsg.): flypaper 4, ‘Nicole Eisenman, Consciousness Razing’. flypaper, Köln 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressetext Kunsthalle Zürich, 2007
  2. Betsy Stirratt, Catherine Johnson: Feminine persuasion: art and essays on sexuality. Kinsey Institute for Research in Sex, Gender, and Reproduction, Indiana University, Indiana University Press, Bloomington 2003, ISBN 978-0-253-21589-5, S. 58
  3. Im Schatten des genialischen Machos. In: FAZ, 29. Oktober 2010, Seite 36