Nieby

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nieby
Nieby
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nieby hervorgehoben
Koordinaten: 54° 46′ N, 9° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Geltinger Bucht
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 8,07 km2
Einwohner: 136 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24395
Vorwahl: 04643
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 147
Adresse der Amtsverwaltung: Holmlück 2
24972 Steinbergkirche
Webpräsenz: nieby.de
Bürgermeister: Volker Lippert (KWG)
Lage der Gemeinde Nieby im Kreis Schleswig-Flensburg
Karte

Nieby (dänisch Nyby) ist eine Gemeinde an der Ostsee im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein mit den Ortsteilen Nieby, Falshöft (Fovlshoved oder auch Falshoved), Beveroe (Bæverø) und Niebywesterfeld sowie fast das gesamte Naturschutzgebiet Geltinger Birk.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Osterinsel-Statue“ am neuen Schutzdeich von Falshöft

Nieby liegt etwa fünf Kilometer entfernt von Gelting direkt an der freien Ostsee auf einer Halbinsel am Ausgang der Flensburger Förde im nördlichen Teil des Angelner Landes.

Nördlich des Orts liegt das Vogelschutzgebiet Geltinger Birk mit seinen Schilfsümpfen, Dünen und Seegraswiesen, in dem über 200 Vogelarten beobachtet werden können. Es ist das größte Naturschutzgebiet im Kreis. Große Teile der anschließenden Flächen sind als Natura 2000- Gebiete Schutzflächen mit gesamteuropäischer Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Jungsteinzeit stammt das Großsteingrab Nieby.

Der Ort Nieby wurde im 15. Jahrhundert erstmals erwähnt. Wahrscheinlich entstand das neue Dorf (so der Name) seinerzeit als Nachfolger des bei der großen Pest entvölkerten Dorfes Solby. Im 15. Jahrhundert wurde das Gebiet Teil des Gutes Düttebüll, kleinere Besitzungen gehörten zeitweise zu den Gütern Rundhof und Gelting.

Seit 1867/71 ist Nieby eine eigenständige Landgemeinde, die 1928 um den dort gelegenen Teil des Gutsbezirks Gelting vergrößert wurde.

In den 1970er Jahren wurde Nieby in einer unabhängigen Untersuchung des TÜV Hannover zum Favoriten für ein Atommüll-Endlager erklärt. Diese Pläne wurden jedoch "zugunsten" von Gorleben aufgegeben.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft KWG seit der Kommunalwahl 2013 fünf Sitze und die Wählergemeinschaft FWN vier.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort, in dem sich eine Lotsenstation für die Flensburger Förde befand (jetzt Integrierte Station)[3], ist von Landwirtschaft, Fischerei, Gewerbe und Tourismus geprägt.

Bis 1995 befand sich in Nieby eine Kaserne der deutschen Marine.[4] Seit deren Schließung lag das Gelände brach, lediglich der Fernmeldeturm blieb in Betrieb. 2014 wurde es von einem Investor erworben,[5] der auf ihm den Bau eines „Feriendorfes“ plant.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Nieby stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau über goldenem Winkelschildfuß, darin ein mittenausgebrochenes blaues Schragenkreuz, vorn übereinander vier stilisierte silberne Möwen im Flug, hinten eine silberne hersehende Eule.“[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nieby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Sigrid Totz: 12.000 Seiten Gorleben-Dokumente ausgewertet – Greenpeace findet geheime Unterlagen über riesiges Laugenreservoir am geplanten Endlagerstandort. greenpeace.de, 13. April 2010, archiviert vom Original am 1. Mai 2010, abgerufen am 13. September 2017.
  3. Gemeinde Nieby. Auf amt-geltingerbucht.de, abgerufen am 13. September 2017
  4. Bagger machen Weg frei für Feriendorf. Am 5. März 2016 auf shz.de, abgerufen am 13. September 2017
  5. Tourismus. Auf norbert-essing.de, abgerufen am 13. September 2017
  6. Reetdorf an der Birk nimmt Gestalt an. Am 5. April 2017 auf shz.de, abgerufen am 13. September 2017
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein