Nieder-Ramstadt

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Nieder-Ramstadt
Gemeinde Mühltal
Wappen von Nieder-Ramstadt
Koordinaten: 49° 49′ 17″ N, 8° 41′ 59″ O
Höhe: 167 m ü. NHN
Fläche: 10,27 km²[1]
Einwohner: 5663 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 551 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 64367
Vorwahl: 06151
Blick auf Nieder-Ramstadt
Blick auf Nieder-Ramstadt

Nieder-Ramstadt (im lokalen Dialekt: Nidder-Ramschd) ist ein Ortsteil der Gemeinde Mühltal im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg. Zum Ortsteil zählt der Weiler In der Mordach. Früher gehörte auch der jetzt eigenständige Mühltaler Ortsteil Trautheim zu Nieder-Ramstadt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nieder-Ramstadt liegt im vorderen Odenwald im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald im Granitgebiet. Durch den Ort fließt die Modau. Im Norden verläuft die Bundesstraße 449 und im Süden die Bundesstraße 426.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nieder-Ramstadt, Postkarte von 1907
Nieder-Ramstadt mit Wingertsberg-Steinbruch im Vordergrund. Oben im Bild: Kirchberg-Lindenberg-Rücken nördlich Trautheims

Erstmals urkundlich erwähnt wird das Dorf im Jahre 1190/94, als ein Cunradus de Ramstadt als Kanoniker des St.-Andreas-Stifts in Worms bezeugt wird.[2] Durch archäologische Funde wurde aber festgestellt, dass schon die Alemannen in diesem Gebiet siedelten. Eine alemannische Siedlung aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. sowie ein spätmerowingisches Gräberfeld (um 700 n. Chr.) konnten durch zahlreiche Funde nachgewiesen werden.

Seit dem 13. Jahrhundert gehörte es zum Herrschaftsbereich der Grafen von Katzenelnbogen. Der Bischof von Würzburg verlieh 1259 den Königshof Gerau an die Grafschaft Katzenelnbogen. Im Jahr 1318 wurde Nieder-Ramstadt im Zuge eines Teilungsvertrages zwischen Graf Berthold III. (Bertolf) und Graf Eberhard II. von Katzenelnbogen erwähnt.[3] 1403 bestätigte Graf Johann IV. von Katzenelnbogen, dass er u. a. Nieder-Ramstadt von Bischof Johann von Würzburg zu Lehen trage. Durch Tod des letzten männlichen Nachkommen Philipp I. von Katzenelnbogen im Jahr 1479 gelangte es durch Erbschaft unter Heinrich III. an die Landgrafschaft Hessen.

Vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert waren die Bäcker und Müller aus Nieder-Ramstadt von überregionaler Bedeutung. 1623 wurden in der entsprechenden Zunft für den Ort 53 Meister genannt.

Der Weiler In der Mordach wurde Anfang des 18. Jahrhunderts aus vier Mühlen, der Neuen Bohlen-, der Frankenbergers- (heute Waldhof), der Glashütten- (heute Haus Burgwald) und der Zehmühle gebildet.

Am 1. April 1972 wurde die Gemeinde Waschenbach als Ortsteil eingliedert. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich am 1. Januar 1977 die bis dahin selbstständige Gemeinde Nieder-Ramstadt mit den Gemeinden Frankenhausen, Nieder-Beerbach und Traisa per Gesetz zur neuen Gemeinde Mühltal zusammen.[4]

Historische Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt:[2]

  • Ramestat (um 1190)
  • Ramestat (1194)
  • Ramestat (1222)
  • Nyder Ramstat; Nider Ramstat (1360)
  • Nyder Ramstat (1403)
  • Niddernramstadt (1450)
  • Nidderramstait (1509)
  • Niederrambstatt (1589)
  • Ramstadt
  • Nieder-Ramstadt

Verwaltung, Gerichte und Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die übergeordneten Verwaltungseinheiten sind wie folgt dokumentiert:[2]

Die zuständige Gerichtsbarkeit war:[2]

Belegte Einwohnerzahlen sind dabei:[2]

  • 1629: 106 Hausgesessene
  • 1829: 1829 Einwohner
  • 1939: 3407 Einwohner
  • 1950: 5271 Einwohner
  • 1961: 5702 Einwohner
  • 1970: 5655 Einwohner
Nieder-Ramstadt: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
1.310
1840
  
1.394
1846
  
1.498
1852
  
1.478
1858
  
1.451
1864
  
1.380
1871
  
1.331
1875
  
1.318
1885
  
1.401
1895
  
1.387
1905
  
2.021
1910
  
2.458
1925
  
2.907
1939
  
3.407
1946
  
5.041
1950
  
5.271
1956
  
5.278
1961
  
5.702
1967
  
5.712
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Februar 1967 wurde der Gemeinde Nieder-Ramstadt im damaligen Landkreis Darmstadt ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Im von Silber und Rot gevierten Schild in den silbernen Feldern je ein blaues Rebblatt und in den roten Feldern je eine goldene Brezel.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Arbeitgeber ist die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie(NRD), die Wohnungen und Werkstätten für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen betreibt und diese betreut.

Söhne und Töchter von Nieder-Ramstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mühltal in Zahlen: EWZ mit NW. Gemeinde Mühltal, abgerufen am 23. November 2017.
  2. a b c d e Nieder-Ramstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 8. November 2017)
  3. WebSite von Heinrich Tischner, Bensheim – Teilungsvertrag Katzenelnbogen
  4. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt vom 26. Juni 1974 In: GVBl.I 1974/22
  5. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 17. Februar 1967 (StAnz. S. 299) Seite 2 der tif-Datei 3,85 MB
  6. Darmstädter Echo, Montag, 8. August 2016, S. 21
  7. Darmstädter Echo, Donnerstag, 26. November 2015, S. 20