Niederalteich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Niederalteich
Niederalteich
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederalteich hervorgehoben

Koordinaten: 48° 46′ N, 13° 1′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 312 m ü. NHN
Fläche: 9,97 km2
Einwohner: 1762 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 177 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94557
Vorwahl: 09901
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 138
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Guntherweg 3
94557 Niederalteich
Website: www.niederalteich.de
Bürgermeister: Albin Dietrich (UWG)
Lage der Gemeinde Niederalteich im Landkreis Deggendorf
Landkreis Dingolfing-LandauLandkreis Freyung-GrafenauLandkreis PassauLandkreis RegenLandkreis Rottal-InnLandkreis Straubing-BogenAholmingAuerbach (Landkreis Deggendorf)AußernzellBernried (Niederbayern)BuchhofenDeggendorfGraflingGrattersdorfHengersbergHunding (Niederbayern)IggensbachKünzingLallingMettenMoos (Niederbayern)NiederalteichOberpöringOffenbergOsterhofenOtzingPlattlingSchauflingSchöllnachStephansposchingWallerfingWinzer (Niederbayern)Karte
Über dieses Bild
360° Panorama der Gemeinde Niederalteich und des Klosters Niederaltaich
Als Kugelpanorama anzeigen

Niederalteich ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am linken Ufer der Donau etwa fünf Kilometer südöstlich der Mündung der Isar in die Donau am Fuße des Bayerischen Waldes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort entstand im Laufe der Zeit aus dem Kloster Niederaltaich der Benediktiner, das im Jahre 731 oder 741 von Herzog Odilo von Bayern gegründet wurde. Die Mönche kamen aus dem Inselkloster Reichenau im Bodensee. Sie wählten ein unbewohntes Gebiet im Mündungsgebiet der Isar und bauten auf einer Anhöhe das Kloster, das dem Heiligen Mauritius geweiht wurde. Abt Eberswind war der erste Abt, der diesen Ort Altaha (Altwasser) nannte. Im Jahre 788 nach dem Sturz der Agilolfinger wurde die Abtei Altaich durch Karl den Großen zum Reichskloster erhoben. Das Kloster wurde Anfang des 10. Jahrhunderts mehrmals durch Einfälle von Ungarn und Tschechen zerstört. Ebenfalls in diesem Jahrhundert wurde das Kloster zum Kanonikerstift. Aus den Mönchen wurden Chorherren, die für die herzogliche Grablege der Luitpoldinger zuständig waren. Nach der Zeit der Ungarneinfälle ab 990 gab es wieder Benediktiner im Kloster und der Heilige Gotthard war Abt des Klosters. Er führte sowohl Altaich als auch die Klöster Abtei Hersfeld und Kloster Tegernsee durch seine benediktinischen Reformen zu neuer Blüte. In diesen Klöstern bekleidete er zum Teil zeitgleich das Amt des Abtes.

Der Ort Altaich soll 60 Häuser im Jahre 1226 gehabt haben. Das Kloster erhielt in der Mitte des 13. Jahrhunderts die niedere Gerichtsbarkeit über den Ort, die das Kloster bis zu seiner Aufhebung 1803 ausübte.

Im Jahre 1918 wurde das Kloster von Metten aus wieder bezogen. Die Abteikirche erhielt 1932 den päpstlichen Ehrentitel Basilica minor.

Im Jahr 2013 wurde Niederalteich von dem Hochwasser heimgesucht, das im Mai und Juni viele Orte Mitteleuropas betraf. Der Pegelhöchststand wurde bei 8,15 m gemessen, bis zum 4. Juni wurden über 1.800 Anwohner evakuiert. Am Mittag des Tages brach ein Damm bei Winzer, dadurch wurden bis zum Abend weite Teile des Dorfes überschwemmt.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitze (mit prozentualer Stimmenverteilung) bei Gemeinderatswahlen:

BüF/ödp CSU SPD UWG Gesamt
2002 4 4 3 2 13
2008 4 (28,9 %) 3 (28,4 %) 2 (21,3 %) 3 (21,5 %) 12
2014 3 (20,97 %) 3 (29,24 %) 2 (19,82 %) 4 (29,97 %) 12

Die Kommunalwahlen am 16. März 2014 ergaben bei einer Wahlbeteiligung von 70,8 % folgendes Ergebnis:

  • UWG: Anton Messert, Wilhelm Habereder, Maximilian Pfaffinger, Franz Dullinger
  • CSU: Johann Kapfenberger, Konrad Geiß, Franz-Xaver Kremhöller
  • BüF/ödp: Petra Nadolny (2. Bürgermeisterin), Dr. Martin Emlinger, Dorothea Gaschler
  • SPD: Franz Ninding, Josef Staudhammer

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ersten Bürgermeister wurde am 16. März 2014 Albin Dietrich (UWG) mit 63,27 % gewählt. Sein Mitbewerber Johann Kapfenberger (CSU) erhielt 36,73 %.
Bei der Gemeinderatssitzung am 8. Mai 2014 wurde Petra Nadolny (BüF/ödp) zur Zweiten Bürgermeisterin gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Gold über grünem Dreiberg ein blauer Wellenbalken, darüber schräg gekreuzt ein roter Abtstab und ein rotes Haumesser.[3]

In dem Wappen kommt die enge Verbindung mit dem Kloster Niederaltaich zum Ausdruck. Der grüne Dreiberg in Gold stammt aus dem Wappen des Klosters. Dies wird durch den Abtsstab noch verdeutlicht. Das Haumesser wurde verwendet, um Schilf an der Donau zu schneiden. Die Wellenlinie steht für die Donau, an welcher die Gemeinde Niederalteich liegt.[3]

Klima-Bündnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederalteich ist mit dem Gemeinderatsbeschluss vom 7. Dezember 2004 dem internationalen Klima-Bündnis beigetreten und hat damit ein Zeichen für den Willen zu Nachhaltigkeit in der Kommunalpolitik gesetzt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

freundschaftliche Verbindungen bestehen zu:

  • OsterreichÖsterreich Österreich: Spitz, (in der Wachau, seit 1976) Das Gebiet um die Marktgemeinde gehörte von 812 bis 1504 dem Kloster Niederaltaich und war lange Zeit eine bayerische Enklave in Österreich.
  • UngarnUngarn Ungarn: Bakonybél (Ungarn, seit 2000) Die Gründung von Bakonybél geht auf die Missionstätigkeit des Heiligen Gunthers zurück.

Schulische Verbindung (St.-Gotthard-Gymnasium) zu:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[4][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Anthofer Schreinerei Bauelemente
  • DenkWerkstatt – Franz Xaver Denk GmbH
  • Reitberger Druckerei
  • Metall- und Anlagenbau Dieter Rustler GmbH
  • Hubert Ammer Landschaftsarchitekt
  • Metallbau Voggenreiter GmbH & Co. KG
  • Pietätsartikel Franz Kindermann
  • Biogärtnerei Haushofer
  • Dictum GmbH (Holzverarbeitungs-Workshops)
  • Eisenhardt Edelstahlverarbeitung

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A 3
  • Donauradweg und EuroVelo 6 (die Flüsseroute entlang sechs europäischer Flüsse vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer)

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die barocke Basilika in Niederalteich
Das Gerhard-Neumann-Museum
  • Kloster Niederaltaich mit Basilica minor und Klosteranlage, Kirche erbaut von 1700 bis 1739 (Barock) unter Abt Joscio Hamberger (1700–1739)
  • Hofmarks­richterhaus, erbaut 1705 bis 1706

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abt-Joscio-Schule (Träger: Abt-Joscio-Schulwerk e. V.)
  • St.-Gotthard-Gymnasium (Träger: Kloster Niederaltaich)
  • Landvolkshochschule St. Gunther
  • Gäste- und Tagungshaus St. Pirmin (Träger: Kloster Niederaltaich)
  • Gerhard-Neumann-Museum zur Geschichte der Luftfahrt von 1960 zur Gegenwart

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niederalteich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hochwasser-Katastrophe: Niederalteich geflutet − Not-Evakuierung, auf pnp.de vom 4. Juni 2013
  3. a b Haus der Bayerischen Geschichte - Bayerns Gemeinden. Abgerufen am 14. Februar 2019.
  4. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 2. März 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.niederalteich.de