Niederdorfelden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Niederdorfelden
Niederdorfelden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederdorfelden hervorgehoben
Koordinaten: 50° 12′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Kinzig-Kreis
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 6,55 km²
Einwohner: 3821 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 583 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61138
Vorwahl: 06101
Kfz-Kennzeichen: MKK, GN, HU, SLÜ Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 06 4 35 022
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Burgstraße 5
61138 Niederdorfelden
Webpräsenz: www.niederdorfelden.de
Bürgermeister: Klaus Büttner (SPD)
Lage der Gemeinde Niederdorfelden im Main-Kinzig-Kreis
Niederdorfelden Schöneck (Hessen) Nidderau Maintal Hanau Großkrotzenburg Rodenbach (bei Hanau) Erlensee Bruchköbel Hammersbach Neuberg (Hessen) Ronneburg (Hessen) Langenselbold Hasselroth Freigericht (Hessen) Gründau Gelnhausen Linsengericht (Hessen) Biebergemünd Flörsbachtal Jossgrund Bad Orb Wächtersbach Brachttal Schlüchtern Birstein Sinntal Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Steinau an der Straße Steinau an der Straße Bad Soden-Salmünster Bad Soden-Salmünster Gutsbezirk Spessart Bayern Landkreis Offenbach Offenbach am Main Frankfurt am Main Landkreis Fulda Vogelsbergkreis Landkreis Gießen Wetteraukreis HochtaunuskreisKarte
Über dieses Bild

Niederdorfelden ist eine Gemeinde im Main-Kinzig-Kreis in Hessen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederdorfelden liegt auf einer Höhe von 111 m über NN, 4 km nordöstlich von Bad Vilbel und 20 km nordöstlich der Stadtmitte von Frankfurt am Main.

Niederdorfelden besteht aus dem einzigen Ortsteil Niederdorfelden.

Niederdorfelden grenzt im Norden an die Stadt Karben (Wetteraukreis), im Osten an die Gemeinde Schöneck, im Süden an die Stadt Maintal, im Südwesten an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main sowie im Westen an die Stadt Bad Vilbel (Wetteraukreis).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung von Niederdorfelden war auch in urgeschichtlicher Zeit besiedelt. Diese Wohnplätze lagen ein gutes Stück oberhalb der heutigen Ortschaft in Richtung der Großen und der Kleinen Lohe. Die römische Straße von Friedberg zum Kastell Salisberg bei Hanau-Kesselstadt überquerte bei Niederdorfelden die Nidder.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine der mittelalterlichen Burg Dorfelden.

Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung von Niederdorfelden entstammt dem Lorscher Codex, einem Kopiar des Klosters Lorsch, und datiert auf das Jahr 784. Eine weitere Urkunde aus dem Jahr 792 ordnet es dem Niddagau zu.

Ab dem 12. Jahrhundert ist ein Adelsgeschlecht, die Herren von Dorfelden, nachweisbar. Ihnen gehörte die Burg Dorfelden, eine Wasserburg, von der heute nur noch wenige Mauer- und Turmreste zu sehen sind. Sie entstand im 13. Jahrhundert auf der längsgestreckten Insel zwischen Nidder und Mühlgraben in der Aue der Nidder. Der sie vollständig umgebende Wassergraben ist beinahe vollständig erhalten.

Nach dem Aussterben des Nachbargeschlechts der Herren von Buchen erbten die Herren von Dorfelden deren Besitz an der Kinzig in Hanau und verlegten auch das Schwergewicht ihrer Politik dorthin. Im 13. Jahrhundert haben sie ihren Familiennamen von Dorfelden gegen den neuen von Hanau getauscht.

1234 einigten sich Reinhard I. von Hanau und Heinrich II. von Dorfelden – sein Onkel – über die Teilung der Erbschaft des Vaters und Bruders. Reinhard I. erhielt die Burg Hanau mit den zu ihr gehörenden Besitzungen, Heinrich die Burg Dorfelden mit allem Zubehör. In der Folgezeit wechselte der Besitz an Dorfelden mehrmals. Die Herren von Hagen-Münzenberg und später die von Falkenstein besaßen Anteile an Dorfelden. 1266 wurde erstmals auch die zur Burg gehörende Mühle erwähnt, als der kaiserliche Hofkämmerer Philipp von Falkenstein seine Hälfte der Burg und der Mühle dem Kloster Fulda zu Lehen gab. Dies ist wohl die älteste Nennung einer Mühle im Main-Kinzig-Kreis.[2] Die Wassermühle lag an einem von der Nidder abzweigenden Mühlgraben. 1960 wurde die Getreidemühle stillgelegt. Um 1288 konnte Ulrich I. von Hanau die entfremdeten Anteile an Dorfelden zurück erwerben.

Um 1300 erscheint wieder eine Familie Dorfelden, die zu den Dienstmannen der Herren und späteren Grafen von Hanau gehörte, mit ihnen aber nicht verwandt war.

1333 wurde die Burg dem Kurfürst Rudolf I. von Sachsen-Wittenberg zu Lehen aufgetragen, der sie sofort wieder an Ulrich II. von Hanau als Lehen vergab. Dies diente dazu, dem Kurfürsten einen sicheren „Trittstein“ vor den Toren von Frankfurt am Main zu schaffen, dem Ort der Kaiserwahl.

1368 erhielt Ulrich III. von Hanau von Kaiser Karl IV. eine Stadtrechtsurkunde für Dorfelden, in der er dem Ort die Freiheiten und Rechte von Hanau verlieh. Dies hatte aber auf die tatsächliche Entwicklung des Ortes offensichtlich keinen Einfluss. Im späten Mittelalter gehörte Niederdorfelden zum Amt Windecken der Herrschaft und ab 1429 Grafschaft Hanau, nach der Landesteilung von 1458 zur Grafschaft Hanau-Münzenberg.

Kirchengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1374 wird eine Kapelle erwähnt, die dem Patrozinium des Heiligen Georg unterstand. 1266 besaßen die von Falkenstein das halbe Patronatsrecht daran, 1497 die Familie derer von Dorfelden.

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Niederdorfelden unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[3]

  • Dorfelden, in (784-803)
  • Torvelden (um 850)
  • Dorovelden (um 1130)
  • Torvelde, de (1166)
  • Dorenfelt (1234)
  • Dorfelden (1266)
  • Doroveldin inferior (1344)
  • Großendorfelden

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Maria

In der Grafschaft Hanau-Münzenberg wurde Mitte des 16. Jahrhunderts nach und nach die Reformation eingeführt, zunächst im lutherischen Sinn. In einer „zweiten Reformation“ wurde die Konfession der Grafschaft erneut gewechselt: Graf Philipp Ludwig II. verfolgte ab 1597 eine entschieden reformierte Kirchenpolitik. Er machte vom Jus reformandi, seinem Recht als Landesherr Gebrauch, die Konfession seiner Untertanen zu bestimmen, und setzte dies für die Grafschaft weitgehend als verbindlich durch.

Mit dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736, fiel Niederdorfelden – zusammen mit der ganzen Grafschaft Hanau-Münzenberg – an die Landgrafschaft Hessen-Kassel, aus der 1803 das Kurfürstentum Hessen hervorging.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der napoleonischen Zeit stand Niederdorfelden ab 1806 unter französischer Militärverwaltung, gehörte 1807–1810 zum Fürstentum Hanau und dann von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau. Anschließend fiel es wieder an das Kurfürstentum Hessen zurück. In der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, im Rahmen derer Kurhessen in vier Provinzen und 22 Kreise eingeteilt wurde, kam Niederdorfelden zum neu gebildeten Landkreis Hanau. 1866 wurde das Kurfürstentum – und damit auch Niederdorfelden – nach dem Deutsch-Österreichischen Krieg von Preußen annektiert. Es gehörte fortan zum Regierungsbezirk Kassel, bei dem es bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieb. Mit der Gründung des Landes Hessen wurde Niederdorfelden mit den Kreisen Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern dem Regierungsbezirk Wiesbaden angegliedert. Heute gehört Niederdorfelden zum Regierungsbezirk Darmstadt, nachdem das Regierungspräsidium Wiesbaden aufgelöst worden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Niederdorfelden zum Land Hessen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg galt es die Lebensverhältnisse innerhalb der Gemeinde an die stark gestiegene Einwohnerzahl anzupassen. 1957 wurde mit dem Bau der Kanalisation begonnen, die 1959 abgeschlossen wurde. Sämtliche damals bestehenden Straßen mussten ausgebaut oder erneuert werden. Neue Baugebiete wurden erschlossen, zunächst an der Oberdorfelder Straße zwischen Bischofsheimer und Hanauer Straße, dann an der Siedlerstraße, der Brüder-Grimm-Straße, An der Gänsweide, der Feldberg- und Taunusstraße. Damit waren alle freien Flächen bis zur Niddertalbahn bebaut. Ein Gewerbegebiet wurde ausgewiesen und ein neuer Sportplatz angelegt. Zur Vervollständigung der Ortsentwässerung wurde eine Kläranlage errichtet. 2004 wurde mit der Bebauung des Neubaugebietes „Auf dem Hainspiel“ begonnen, das südlich der Niddertalbahn liegt und ca. 14 ha umfasst. Es bietet die Möglichkeit Niederdorfelden, das derzeit etwa 3.000 Einwohnern hat, nochmals zu erweitern.

1964 wurde die zehnklassige Mittelpunktschule fertiggestellt, 1966 das Feuerwehrhaus und die Leichenhalle, 1971 das Bürgerhaus mit Rathaus und 1972 der Kindergarten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[3]

  • 1587: 030 Schützen, 18 Spießer
  • 1616: 053 Haushaltungen
  • 1632: 031 Familien[4]
  • 1707: 041 Familien
  • 1754: 069 Familien = 360 Einwohner
  • 1834: 607 Einwohner
Niederdorfelden: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
607
1840
  
614
1846
  
640
1852
  
658
1858
  
658
1864
  
678
1871
  
697
1875
  
722
1885
  
735
1895
  
819
1905
  
850
1910
  
897
1925
  
862
1939
  
842
1946
  
1.145
1950
  
1.160
1956
  
1.252
1961
  
1.322
1967
  
2.014
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten viele Ausgebombte aus der Stadt Hanau und ab 1945 Flüchtlinge und Heimatvertriebene aufgenommen werden. Die Einwohnerzahl stieg dadurch stark an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Juli 1967 wurde der Gemeinde Niederdorfelden im damaligen Landkreis Hanau, Regierungsbezirk Wiesbaden, ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Blau/Gold geschacht, im Schildhaupt auf Gold das schwarze Gemerke D.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[6] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[7][8]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 59,3 9 47,4 7 47,0 7 59,1 9
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,4 4 27,8 4 30,8 5 28,7 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,3 2 24,9 4 22,2 3 12,2 2
gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15
Wahlbeteiligung in % 57,6 55,8 66,6 61,6
Das Bürgerhaus

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 20. November 2011 wurde der SPD Bürgermeisterkandidat Klaus Büttner im ersten Wahlgang mit 53,5 % der Stimmen direkt zum neuen Bürgermeister gewählt. Er löste damit Mathias Zach (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) ab, der nach über fünf Jahren im Bürgermeisteramt zum 1. November 2011 als Dezernent in den Main-Kinzig-Kreis wechselte.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1973 mit Saint-Sever. Saint-Sever liegt in der Normandie im Département Calvados.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Niederdorfelden gibt es eine Grundschule, die Struwwelpeterschule. Weiterführende Schulen sind in Bischofsheim vorhanden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederdorfelden liegt an der Bundesstraße 521.

In Niederdorfelden befindet sich ein Bahnhof der Niddertalbahn, der werktäglich alle 30 Minuten und am Wochenende etwa stündliche Verbindungen nach Frankfurt Hauptbahnhof bietet. Niederdorfelden ist außerdem Endpunkt der Buslinie MKK-31, die den Ort mit der Kreisstadt Hanau verbindet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz-Rudolf Herrmann: Die Burg der von Buchen. Führungsblatt zu der Turmhügelburg bei Maintal-Wachenbuchen, Main-Kinzig-Kreis. Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Wiesbaden 1994.
  • Willi Klein: Zur Geschichte des Mühlenwesens im Main-Kinzig-Kreis = Hanauer Geschichtsblätter 40. Hanau 2003, S. 389-392.
  • Gerhard Kleinfeldt, Hans Weirich: Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum = Schriften des Instituts für geschichtliche Landeskunde von Hessen und Nassau 16 (1937). ND 1984, S. 41.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Aufl. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 391.
  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 14, 1926 S. 95f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niederdorfelden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Die Ölmühle beim „Förderverein Ölmühle Niederdorfelden e.V.“
  3. a b „Niederdorfelden, Main-Kinzig-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 22. Dezember 2014)
  4. In den Jahren 1632, 1707 und 1754 wurde in der Grafschaft Hanau die Zahl der Einwohner ermittelt. Die Zahlen sind hier wiedergegeben nach Erhard Bus: Die Folgen des großen Krieges – der Westen der Grafschaft Hanau-Münzenberg nach dem Westfälischen Frieden. In: Hanauer Geschichtsverein: Der Dreißigjährige Krieg in Hanau und Umgebung = Hanauer Geschichtsblätter 45 (2011), ISBN 978-3-935395-15-9, S. 277–320 (289 ff.)
  5. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 31. Juli 1967 (StAnz. S. 1009) Seite 3 der tif-Datei 2,91 MB
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006