Niederer Fläming (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Niederer Fläming (Gemeinde) führt kein Wappen
Niederer Fläming (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederer Fläming (Gemeinde) hervorgehoben

Koordinaten: 51° 56′ N, 13° 12′ O

Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Teltow-Fläming
Amt: Dahme/Mark
Höhe: 101 m ü. NHN
Fläche: 186,11 km2
Einwohner: 3058 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14913
Vorwahlen: 033746, 033744 (Bärwalde, Herbersdorf, Hohenseefeld, Kossin, Meinsdorf, Nonnendorf, Rinow, Walterdorf, Weißen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: TF
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 298
Gemeindegliederung: 23 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Hauptstraße 48–49
15936 Dahme/Mark
Website: www.gemeinde-niederer-flaeming.de
Bürgermeister: Matthias Wäsche
Lage der Gemeinde Niederer Fläming (Gemeinde) im Landkreis Teltow-Fläming
Am MellenseeBaruth/MarkBlankenfelde-MahlowDahmeDahmetalGroßbeerenIhlow (Fläming)JüterbogLuckenwaldeLudwigsfeldeNiederer FlämingNiedergörsdorfNuthe-UrstromtalRangsdorfTrebbinZossenBrandenburgKarte
Über dieses Bild
Außenstelle des Amtes Dahme/Mark im Ortsteil Lichterfelde

Niederer Fläming ist eine Gemeinde im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Sie gehört dem Amt Dahme/Mark an, das seinen Verwaltungssitz in der Stadt Dahme/Mark hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Niederer Fläming liegt südlich von Berlin im Süden des Landkreises Teltow-Fläming in der von der Saale-Kaltzeit geprägten Altmoränenlandschaft des Niederen Fläming.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Niederer Fläming besteht nach ihrer Hauptsatzung aus 23 Ortsteilen[2]:

Hinzu kommen die Wohnplätze Forsthaus Riesdorfer Heide, Marienhof und Niederseefeld.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutigen Ortsteile der Gemeinde gehörten seit 1816 zum Kreis Jüterbog-Luckenwalde und ab 1952 zum Kreis Jüterbog im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming.

Niederer Fläming ist eine „junge“ Gemeinde mit 23 Ortsteilen. Vorläufer der Gemeinde waren ab Dezember 1990 die Verwaltungsgemeinschaften Hohenseefeld und Werbig, die seit dem 6. September 1992 das Amt Niederer Fläming bildeten (anfangs noch mit den seit dem 31. Dezember 1997 zu Niedergörsdorf gehörenden Orten Bochow und Zellendorf).[4] Entstanden ist die Gemeinde dann am 31. Dezember 1997 durch den freiwilligen Zusammenschluss von zunächst 14 Gemeinden des Amtes.[5] Die Namensgebung wurde von allen beteiligten Gemeindevertretern mit Vertrag beschlossen. Am 1. August 2002 wurde Hohenseefeld[6] und am 26. Oktober 2003 Herbersdorf[7] in die Gemeinde Niederer Fläming eingegliedert. Die Verwaltung oblag bis zu diesem Zeitpunkt weiterhin dem Amt Niederer Fläming, das zuletzt nur noch aus den Gemeinden Herbersdorf und Niederer Fläming bestanden hatte. Mit der Eingliederung von Herbersdorf in die Gemeinde Niederer Fläming wurde das Amt Niederer Fläming aufgelöst.[7] Daraufhin war die Gemeinde Niederer Fläming seit dem 26. Oktober 2003 amtsfrei. Zum 1. Januar 2018 trat sie dem benachbarten Amt Dahme/Mark bei.[8]

Eingemeindungen
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bärwalde 1. Januar 1979 Eingemeindung nach Meinsdorf
Borgisdorf 31. Dezember 1997
Gräfendorf 31. Dezember 1997
Herbersdorf 26. Oktober 2003
Höfgen 11. Januar 1962 Eingemeindung nach Welsickendorf
Hohenahlsdorf 31. Dezember 1997
Hohengörsdorf 31. Dezember 1997
Hohenseefeld 1. August 2002
Körbitz 1. April 1974 Eingemeindung nach Welsickendorf
Kossin 1. April 1959 Eingemeindung nach Wiepersdorf
Lichterfelde 11. Januar 1962 Eingemeindung nach Werbig
Meinsdorf 31. Dezember 1997
Niederseefeld 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Hohenseefeld
Nonnendorf 31. Dezember 1997
Reinsdorf 31. Dezember 1997
Riesdorf 31. Dezember 1997
Rinow 11. Januar 1962 Eingemeindung nach Meinsdorf
Schlenzer 31. Dezember 1997
Sernow 31. Dezember 1997
Waltersdorf 31. Dezember 1997
Weißen 11. Januar 1962 Eingemeindung nach Meinsdorf
Welsickendorf 31. Dezember 1997
Werbig 31. Dezember 1997
Wiepersdorf 31. Dezember 1997

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1997 3 586
1998 3 510
1999 3 415
2000 3 361
2001 3 298
2002 3 773
2003 3 790
2004 3 661
Jahr Einwohner
2005 3 571
2006 3 507
2007 3 439
2008 3 383
2009 3 335
2010 3 273
2011 3 222
2012 3 214
Jahr Einwohner
2013 3 184
2014 3 186
2015 3 160
2016 3 093
2017 3 086
2018 3 058

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[9][10][11]: Stand 31. Dezember, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[12]

Partei / Wählergruppe Sitze
Wählergruppe Pro Gemeindeentwicklung 6
Die Linke 1
Einzelbewerber Reiner Wäsche 1
Einzelbewerber Paul Ziegelmann 1
Einzelbewerber Jörg Niendorf 1
Einzelbewerber Kevin Denczyk 1
Einzelbewerberin Nicolle Wundrich 1
Einzelbewerber Matthes Wilke 1
Einzelbewerber Manuel Wolter 1
Einzelbewerber Lutz Seehausen 1
Einzelbewerber Lutz Löffler 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998–2003: Gerhard Peukert[13]
  • 2003–2011: Ernst Werner[14]
  • 2011–2017: David Kaluza[15]
  • seit 2018: Matthias Wäsche[16]

Wäsche wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 89,6 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[17] gewählt.[18]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgruine Bärwalde
Dorfkirche Waltersdorf
  • Waltersdorf: Dorfkirche Waltersdorf.[19] Dem schlichten Äußeren steht eine umso reichhaltigere Ausstattung im Innern gegenüber. Sie enthält eine bemalte, gewölbte Holzdecke von Joseph Gerlach (1754) sowie Altar, schwebenden Engel, Kanzel und Gestühl.
  • Schlenzer: Dorfkirche Schlenzer. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut. Im 15. Jahrhundert kam der Westturm hinzu, der 1753 einen Aufsatz erhielt. In seinem Innern befinden sich unter anderem ein Altarretabel aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts sowie ein Taufbecken aus dem 19. Jahrhundert.
  • Meinsdorf: Jüdischer Friedhof. Er ist eines der wenigen Zeugnisse jüdischer Kultur, das unzerstört die Zeit des Nationalsozialismus überdauerte. Die Inschriften in Hebräisch und Deutsch weisen aus, dass zwischen 1850 und 1871 jüdische Mitbürger aus der Umgebung hier ihre letzte Ruhestätte fanden.
  • Teilstrecken des Flaeming-Skate durch die Landschaft des Niederen Fläming verlaufen auf dem Gemeindegebiet. Die Riesdorfer Heide und die Wasserheide bieten gute Bedingungen für Nordic Walking. Im Oberlaubenstall in Lichterfelde werden abwechslungsreiche Veranstaltungen präsentiert. Am Flugplatz Reinsdorf können Rundflüge gebucht werden.

Die Baudenkmale und die Bodendenkmale der Gemeinde Niederer Fläming sind in der Denkmalliste des Landes Brandenburg aufgeführt. Im Gräberfeld von Schlenzer wurden bronzezeitliche Funde gemacht. Der slawische Burgwall im Ortsteil Bärwalde ist ein Bodendenkmal.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft ist traditionell durch Landwirtschaft, Handwerk und Dienstleistungen geprägt. In jüngster Zeit spielt die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Biomasse, meist jedoch durch „auswärtige“ Investoren, eine immer größere Rolle.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet führen die Bundesstraße 102 zwischen Jüterbog und Dahme/Mark und die Bundesstraße 101 zwischen Jüterbog und Herzberg (Elster).

Mehrere heutige Ortsteile (Hohengörsdorf, Werbig, Reinsdorf, Nonnendorf, Hohenseefeld) hatten bis zur Stilllegung 1963 einen Haltepunkt an der Luckenwalde–Jüterboger Eisenbahn.

Nahe der Ortschaft Reinsdorf befindet sich der Flugplatz Reinsdorf, ein Sonderlandeplatz für Segelflug, Motorflug und Ultraleichtflug.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Werbig befinden sich eine Grundschule mit Hort und je eine Kita in den Ortsteilen Lichterfelde und Hohenseefeld.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Niederer Fläming. In: Amtsblatt für die Gemeinde Niederer Fläming Nr. 13/2009, S. 2–5 PDF
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Niederer Fläming
  4. Bildung des Amtes Niederer Fläming. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 4. September 1992. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, Nr. 75/1992, S. 1867.
  5. Zusammenschluss der Gemeinden Borgisdorf, Gräfendorf, Hohenahlsdorf, Hohengörsdorf, Meinsdorf, Nonnendorf, Reinsdorf, Riesdorf, Schlenzer, Sernow, Waltersdorf, Welsickendorf, Werbig und Wiepersdorf zu einer neuen Gemeinde Niederer Fläming. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 11. Dezember 1997. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, Nr. 1/1998, S. 2.
  6. Eingliederung der Gemeinde Hohenseefeld in die Gemeinde Niederer Fläming. In: Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 4. Juli 2002. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, Nr. 29/2002, S. 656.
  7. a b Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming (4.GemGebRefGBbg), 24. März 2003 (GVBl.I, Nr. 5/2003, S. 73)
  8. Amtsblatt für Brandenburg Nr. 49 vom 6. Dezember 2017 (ABl./17, S. 1119), aufgerufen am 1. Januar 2018
  9. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Teltow-Fläming. S. 22–25
  10. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  11. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  12. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  13. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Teltow-Fläming (Memento des Originals vom 9. April 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  14. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 33
  15. Bürgermeisterwahl - Niederer Fläming hat gewählt. auf www.gemeinde-niederer-flaeming.de
  16. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 22. April 2018
  17. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  18. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019
  19. Die Malereien in der Dorfkirche von Waltersdorf sind akut bedroht. Lob & Ehre. In: Monumente, Oktober 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niederer Fläming – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Herbersdorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 30. Dezember 2012
  • Riesdorf in der RBB-Sendung Landschleicher vom 13. Februar 2005