Niederlande beim Eurovision Song Contest

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Bilanz

Flagge der Niederlande
Übertragende Rundfunkanstalt
AVROTROS
Erste Teilnahme
1956
Anzahl der Teilnahmen
58 (Stand 2017)
Höchste Platzierung
1 (1957, 1959, 1969, 1975)
Höchste Punktzahl
238 (2014)
Niedrigste Punktzahl
0 (1962, 1963)
Punkteschnitt (seit erstem Beitrag)
45,82 (Stand 2016)
Punkteschnitt pro abstimmendem Land im 12-Punkte-System
2,07 (Stand 2016)

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte der Niederlande als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Niederlande nahmen bereits an der ersten Ausgabe des Eurovision Song Contest 1956 und seitdem regelmäßig teil. Erst zweimal blieb das Land dem Wettbewerb freiwillig fern, nämlich 1985 und 1991. 1995 und 2002 durfte wegen schlechter Vorjahresplatzierungen kein Beitrag eingereicht werden. 2009 gab die bisher zuständige Rundfunkanstalt NOS bekannt, dass die Zuständigkeit für die Beiträge beim ESC an eine andere Anstalt innerhalb der NPO, der TROS abgegeben werden. Diese ist im Jahr 2014 mit der Rundfunkanstalt AVRO zu AVROTROS fusioniert, welche jetzt auch für den Eurovision Song Contest zuständig ist.

Erfolge im Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Niederlande konnten insgesamt viermal den Wettbewerb gewinnen: 1957 bei der zweiten Ausgabe der Veranstaltung mit Corry Brokken und Net als toen, zwei Jahre später mit Teddy Scholten und Een beetje. 1969 musste Lenny Kuhr, die mit ihrem Lied De troubadour gewann, den ersten Platz mit drei weiteren Ländern teilen. 1975 waren Teach-In mit Ding-a-dong die bisher letzten Sieger. Auf der anderen Seite konnten sich alle Beiträge bis einschließlich 1970, die nicht gewannen, nicht einmal in der ersten Tabellenhälfte platzieren. Zudem kamen die Niederlande viermal auf den letzten Platz, davon zweimal mit null Punkten. Insgesamt landeten nur 18 der 45 Beiträge, deren Platzierung bekannt ist – also genau 40 % – in der ersten Hälfte. 2004 mussten sich die Niederlande erstmals über das neu eingeführte Halbfinale qualifizieren. In der Vorrunde noch mit dem sechsten Platz klar weiter gekommen, musste man sich im Finale mit dem 20. Platz zufriedengeben. Bis zur Einführung des neuen Systems mit zwei Halbfinals (2008) war dies das schlechteste Ergebnis eines Halbfinalqualifikanten. Von 2005 bis 2012 scheiterten die Niederlande achtmal in Folge im Halbfinale – und damit häufiger als jedes andere Land.[1] 2013 gelang mit Anouk und Birds erstmals wieder der Einzug ins Finale, ebenso 2014 mit den Common Linnets und Calm After The Storm. Während Anouk mit Platz 9 das beste Ergebnis seit 1999 erzielte, erreichten The Common Linnets mit dem ersten zweiten Platz für die Niederlande das beste Ergebnis seit dem letzten Sieg 1975. Nach einem erneuten Ausscheiden im Halbfinale 2015 erreichte man 2016 mit Douwe Bob wieder das Finale und dort mit Platz 11 eine Platzierung im oberen Mittelfeld, diese Platzierung wiederholte man 2017 mit OG3NE.

Mit neun verpassten Finaleinzügen zählt man mit zu den Ländern, die bisher am häufigsten im Halbfinale ausgeschieden sind. Nur die Schweiz und Slowenien sind häufiger (zehnmal) im Halbfinale ausgeschieden.

Liste der Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farblegende: – 1. Platz. – 2. Platz. – 3. Platz. – Punktgleichheit mit dem letzten Platz. – ausgeschieden im Halbfinale/in der Qualifikation/im osteuropäischen Vorentscheid. – keine Teilnahme/nicht qualifiziert.

Jahr Interpret Titel
(Musik/Text)
Sprache Übersetzung Finale Halbfinale/
Qualifikation
Platz Punkte Platz Punkte
1956 Corry Brokken Voorgoed voorbij
(Jelle de Vries)
Niederländisch Für immer vorbei k.A. / 14 k.A. Direkte Teilnahme
Jetty Paerl De vogels van Holland
(Cor Lemaire / Annie M. G. Schmidt)
Niederländisch Die Vögel Hollands k.A. / 14 k.A.
1957 Corry Brokken Net als toen
(Guus Jansen / Willy van Hemert)
Niederländisch Ganz wie damals 1 / 10 31
1958 Corry Brokken Heel de wereld
(Benny Vreden)
Niederländisch Die ganze Welt 9 / 10 1
1959 Teddy Scholten Een beetje
(Dick Schallies / Willy van Hemert)
Niederländisch Ein bisschen 1 / 11 21
1960 Rudi Carrell Wat een geluk
(Dick Schallies / Willy van Hemert)
Niederländisch Welch ein Glück 12 / 13 2
1961 Greetje Kauffeld Wat een dag
(Dick Schallies / Pieter Goemans)
Niederländisch Welch ein Tag 10 / 16 6
1962 De Spelbrekers Katinka
(Joop Stokkermans / Henny Hamhuis, Lodewijk Post)
Niederländisch Katinka 13 / 16 0
1963 Annie Palmen Een speeldoos
(Pieter Goemans)
Niederländisch Eine Spieluhr 13 / 16 0
1964 Anneke Grönloh Jij bent mijn leven
(Ted Powder / René de Vos)
Niederländisch Du bist mein Leben 10 / 16 2
1965 Conny Vandenbos ’t is genoeg
(Johnny Holshuyzen / Joke van Soest)
Niederländisch Es reicht 11 / 16 5
1966 Milly Scott Fernando en Filippo
(Kees de Bruyn / Gerrit den Braber)
Niederländisch Fernando und Filippo 15 / 18 2
1967 Thérèse Steinmetz Ring-dinge-ding
(Johnny Holshuyzen / Gerrit den Braber)
Niederländisch Ring-dinge-ding 14 / 17 2
1968 Ronnie Tober Morgen
(Johnny Holshuyzen / Gerrit den Braber)
Niederländisch Morgen 16 / 17 1
1969 Lenny Kuhr De troubadour
(David Hartsema / Lenny Kuhr)
Niederländisch Der Troubadour 1 / 16 18
1970 Hearts of Soul Waterman
(Pieter Goemans)
Niederländisch Wassermann 7 / 12 7
1971 Saskia & Serge Tijd
(Joop Stokkermans / Gerrit den Braber)
Niederländisch Zeit 6 / 18 85
1972 Sandra & Andres Als ’t om de liefde gaat
(Dries Holten / Hans van Hemert)
Niederländisch Wenn es um die Liebe geht 4 / 18 106
1973 Ben Cramer De oude muzikant
(Pierre Kartner)
Niederländisch Der alte Musikant 14 / 17 69
1974 Mouth & MacNeal I See a Star
(Hans van Hemert / Gerrit den Braber)
Englisch Ich sehe einen Stern 3 / 17 15
1975 Teach-In Ding-a-dong
(Dick Bakker / Eddy Ouwens, Will Luikinga)
Englisch Ding-a-dong 1 / 19 152
1976 Sandra Reemer The Party’s Over
(Hans van Hemert)
Englisch Die Party ist vorbei 9 / 18 56
1977 Heddy Lester De mallemolen
(Frank Affolter / Wim Hogenkamp)
Niederländisch Das Karussell 12 / 18 35
1978 Harmony ’t is OK
(Eddy Ouwens / Toon Gispen, Dick Kooiman)
Niederländisch Es ist okay 13 / 20 37
1979 Xandra Colorado
(Rob Bolland / Ferdi Bolland, Gerard Cox)
Niederländisch Colorado 12 / 19 51
1980 Maggie MacNeal Amsterdam
(Frans Smit, Robert Verwey, Sjoukje Smit-van 't Spijker / Alex Alberts)
Niederländisch Amsterdam 5 / 19 93
1981 Linda Williams Het is een wonder
(Cees de Wit / Bart van de Laar)
Niederländisch Es ist ein Wunder 9 / 20 51
1982 Bill van Dijk Jij en ik
(Dick Bakker / Liselore Gerritsen)
Niederländisch Du und ich 16 / 18 8
1983 Bernadette Sing Me a Song
(Piet Souer / Martin Duiser)
Niederländisch
mit englischem Titel und einigen
englischen Wörtern im Text
Sing mir ein Lied 7 / 20 66
1984 Maribelle Ik hou van jou
(Peter van Asten, Richard Debois)
Niederländisch Ich liebe dich 13 / 19 34
1985 Auf Teilnahme verzichtet
1986 Frizzle Sizzle Alles heeft een ritme
(Peter Schön, Rob Ten Bokum / Peter Schön)
Niederländisch Alles hat einen Rhythmus 13 / 20 40 Direkte Teilnahme
1987 Marcha Rechtop in de wind
(Peter Koelewijn)
Niederländisch Aufrecht im Wind 5 / 22 83
1988 Gerard Joling Shangri-la
(Peter de Wijn)
Niederländisch Shangri-la 9 / 21 70
1989 Justine Blijf zoals je bent
(Jan Kisjes / Cees Bergman, Geertjan Hessing, Aart Mol, Erwin van Prehn, Elmer Veerhoff)
Niederländisch Bleib, wie du bist 15 / 22 45
1990 Maywood Ik wil alles met je delen
(Alice May)
Niederländisch Ich will alles mit dir teilen 15 / 22 25
1991 Auf Teilnahme verzichtet
1992 Humphrey Campbell Wijs me de weg
(Edwin Schimscheimer)
Niederländisch Zeig mir den Weg 9 / 23 67 Direkte Teilnahme
1993 Ruth Jacott Vrede
(Eric van Tijn, Jochem Fluitsma / Henk Westbroek)
Niederländisch Frieden 6 / 25 92
1994 Willeke Alberti Waar is de zon?
(Edwin Schimscheimer / Coot van Doesburgh)
Niederländisch Wo ist die Sonne? 23 / 25 4 Direkt für das Finale qualifiziert
1995 Nicht qualifiziert
1996 Maxine & Franklin Brown De eerste keer
(Peter van Asten / Piet Souer, Peter van Asten)
Niederländisch Das erste Mal 7 / 23 78 9 / 29 63
1997 Mrs. Einstein Niemand heeft nog tijd
(Ed Hooijmans)
Niederländisch Niemand hat mehr Zeit 22 / 25 5 Direkt für das Finale qualifiziert
1998 Edsilia Hemel en aarde
(Eric van Tijn, Jochem Fluitsma)
Niederländisch Himmel und Erde 4 / 25 150
1999 Marlayne One Good Reason
(Tjeerd van Zanen, Alan Michael)
Englisch Einen guten Grund 8 / 23 71
2000 Linda Wagenmakers No Goodbyes
(John O’Hare / Ellert Driessen)
Englisch Keine „Auf Wiedersehen“ 13 / 24 40
2001 Michelle Out on My Own
(Dirk-Jan Vermeij, André Remkes / André Remkes)
Englisch Alleine draußen 18 / 23 16
2002 Nicht qualifiziert
2003 Esther Hart One More Night
(Tjeerd van Zanen, Alan Michael)
Englisch Noch eine Nacht 13 / 26 45 Direkt für das Finale qualifiziert
2004 Re-union Without You
(Ed van Otterdijk / Angeline van Otterdijk)
Englisch Ohne dich 20 / 24 11 6 / 23 146
2005 Glennis Grace My Impossible Dream
(Robert D. Fisher / Bruce Smith)
Englisch Mein unmöglicher Traum Ausgeschieden 15 / 25 53
2006 Treble Amanbanda
(Caroline Hoffman, Niña van Dijk, Djem van Dijk)
Fantasiesprache, Englisch Amambanda Ausgeschieden 20 / 23 22
2007 Edsilia On Top of the World
(Tjeerd Oosterhuis / M. ten Hove, M. Gijzemijter, T. Oosterhuis)
Englisch An der Spitze der Welt Ausgeschieden 21 / 28 38
2008 Hind Your Heart Belongs to Me
(Hind Laroussi Tahiri, Tjeerd van Zanen & Bas van den Heuvel / Tahiri & van Zanen)
Englisch Dein Herz gehört zu mir Ausgeschieden 15 / 19 29
2009 De Toppers Shine
(Bas van den Heuvel & Ger van de Westelaken)
Englisch Scheine Ausgeschieden 17 / 19 11
2010 Sieneke Ik ben verliefd (Sha-la-lie)
(Pierre Kartner)
Niederländisch Ich bin verliebt (Sha-la-lie) Ausgeschieden 14 / 17 29
2011 3JS Never Alone
(Jaap Kwakman, Jan Dulles, Jaap de Witte)
Englisch Niemals allein Ausgeschieden 19 / 19 13
2012 Joan Franka You and Me
(Joan Franka, Jessica Hogeboom / Joan Franka)
Englisch Du und ich Ausgeschieden 15 / 18 35
2013 Anouk Birds
(Tore Johansson, Martin Gjerstad)
Englisch Vögel 9 / 26 114 6 / 16 75
2014 The Common Linnets Calm After the Storm
(Ilse de Lange, Willem Bijkerk)
Englisch Ruhe nach dem Sturm 2 / 26 238 1 / 16 150
2015 Trijntje Oosterhuis Walk Along
(Anouk)
Englisch Entlanggehen Ausgeschieden 14 / 16
33
2016 Douwe Bob Slow Down
(Douwe Bob Posthuma, Jan-Peter Hoekstra, Jeroen Overman, Matthijs van Duijvenbode)
Englisch Werde langsamer 11 / 26 153 5 / 18 197
2017 O’G3NE Lights And Shadows
(Rory de Kievit, Rick Vol)
Englisch Lichter und Schatten 11 / 26 150 4 / 18 200

Kommerzielle Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei niederländischen Siegertitel der 1950er- und 1960er-Jahre waren international nur kleinere Erfolge. Lediglich Een beetje erreichte in der italienischen Version den 13. Platz in Italien. Ding-a-dong, der Siegertitel von 1975, verkaufte sich im Vergleich dazu besser, war aber auch kein Hitparadenstürmer. Dagegen war Als 't om de liefde gaat, 1972 auf Platz 4 beim ESC, relativ erfolgreich und erreichte in einigen Ländern die Charts.

Nach 1975 blieben nicht nur weitere Siege oder Top-3-Platzierungen beim ESC für niederländische Titel aus, sondern viele Jahre auch nennenswerte Chart-Erfolge. Erst 2013 erreichte Anouk nach Platz 9 beim ESC auch Platz 3 in den niederländischen und Platz 49 in den deutschen Singlecharts. Ein Jahr später gelang den Common Linnets mit Calm After the Storm auf Platz 2 nicht nur der größte Erfolg beim ESC seit fast 40 Jahren, sondern auch der größte kommerzielle Erfolg aller niederländischen ESC-Beiträge. Der Titel wurde Nummer 1 der Charts in Belgien, Nummer 2 in Dänemark, Österreich und den Niederlanden selbst sowie Nummer 3 in Deutschland und der Schweiz. Auch in Irland, Spanien und Großbritannien gelang der Sprung in die Top 10, in weiteren Ländern die Platzierung in den Charts.[2]

Nationale Vorentscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lediglich sieben Mal wurden Beitrag und Sänger für den Wettbewerb intern ausgewählt: 1961, 1980, 2008, 2013, 2014, 2015 und 2016. In allen anderen Jahren fand ein nationaler Vorentscheid statt, meist unter dem Titel Nationaal Songfestival. Diese Vorausscheidung wurden in vielen verschiedenen Systemen durchgeführt:

Anouk, 2013 in Malmö
The Common Linnets, 2014 in Kopenhagen
Trijntje Oosterhuis, 2015 in Wien

Klassischer Vorentscheid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den meisten Fällen fand ein „klassischer“ Vorentscheid statt, das heißt an einem Abend stellten mehrere Künstler mehrere Titel vor, unter denen am Ende der Favorit ausgewählt wurde. Das System wurde in den Jahren 1956 bis 1958, 1962, 1968 und 1969, 1976 bis 1978, 1981, 1983 bis 1986, 1989, 1992 sowie 1998 bis 2001 durchgeführt, mit leichten Unterschieden: in der Regel stellte jeder Sänger ein Lied vor, aber gerade in den frühen Jahren hatten manche Interpreten mehrere Lieder in einem Vorentscheid. 2006 stellten drei Künstler jeweils drei Lieder zur Wahl. Die Anzahl der vorgestellten Lieder variiert zwischen vier und 13.

2010 wurde das System leicht geändert. Das Lied wurde intern von Pierre Kartner produziert. Danach wurde der Song von fünf Künstlern in fünf verschieden Versionen gesungen. Dann vergab eine vierköpfige Jury jeweils eine Stimme für den besten Song. Das Studiopublikum vergab eine weitere Stimme. Da es zwischen zwei Künstlern einen Gleichstand gab entschied Pierre Kartner, wer den Vorentscheid gewann.

Vorentscheid mit einem Sänger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einigen Vorentscheiden wurde der Interpret beziehungsweise die Gruppe intern ausgewählt, die dann mehrere Titel vorstellten. Dies war der Fall 1963 und 1964 (je drei Titel), 1967 (sechs Titel), 1971 bis 1974 (zwischen drei und sechs Titel) sowie 1987 und 1988 (je sechs Titel), 1992 bis 1994 (je acht Titel), 1997 (erneut sechs Titel) und 2011 (fünf Titel). 2007 sticht besonders aus dem Rahmen, Edisilia Rombley stellte drei Lieder vor, wählte am Schluss aber selbst ihr Lied für Helsinki, auch wenn ihr eine Jury zur Seite stand, die sie beriet.

Vorentscheide mit Vorrunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelegentlich wurden vor dem Finale Halbfinalrunden durchgeführt: 1965 fünf Vorrunden mit je drei Titeln, 1990 zwei Halbfinals mit je 10 Titeln und 2003 bis 2005 je vier. 1996 wurden ebenfalls fünf Vorrunden durchgeführt, die sich aber dahingehend unterschieden, dass in jeder Runde nur ein Künstler oder eine Gruppe drei Titel vorstellten, von denen sich der beste für das Finale qualifizierte.

Vorentscheide mit getrennter Wahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1975 und 1982 wurden Sänger und Lied unabhängig voneinander gewählt. Dabei stellten drei Interpreten jeweils die drei gleichen Titel vor, unter denen der Favorit gewählt wurde. Anschließend wurde das Lied von allen dreien nochmals präsentiert, bevor die der niederländische Vertreter auserkoren wurde.

Abstimmungsmodi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den meisten Jahren wurde bei der Vorausscheidung eine Jury ab, die unterschiedlich zusammengesetzt war und teils Musikexperten, Sänger oder wie 1977 nur Prominente erhielt oder „normale“ Bürger rekrutierte. 1978 bestand eine Juryeinheit ausschließlich aus früheren niederländischen Teilnehmern am Wettbewerb. In einigen Jahren wurde die Jury durch eine Telefonabstimmung erweitert, so bereits 1959 und 1960 geschehen und in allen Jahren ab 1996. 1956 bis 1958 und 1971 durfte das Publikum alleine abstimmen, nämlich durch die Einsendung von Postkarten.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Niederlande haben in den Jahren ohne Sprachregelung in der Regel ihre Beiträge auf Englisch singen lassen, Ausnahmen sind De oude muzikant 1973 und Ik ben verliefd (Sha-La-Lie) 2010. 1983 war die Titelzeile von Sing Me a Song wie auch einige weitere Wörter im Text auf Englisch, der Umfang befand sich aber noch innerhalb der von der EBU zugelassenen Grenze. 2006 wurde der Refrain von Amambanda in einer imaginären Sprache vorgetragen. Viele der Beiträge, die beim Wettbewerb auf Niederländisch gesungen wurden, wurden auch auf Englisch veröffentlicht, darunter alle Lieder seit 1968.[3] Viele weitere Beiträge wurden auch auf Deutsch, einige auch auf Italienisch, Spanisch und anderen Sprachen aufgenommen.[4]

Ausgerichtete Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1958 richteten die Niederlande als Vorjahressieger den Eurovision Song Contest in Hilversum aus, ebenso 1976 in Den Haag. Nachdem 1969 vier Länder gewannen, wurde der Gastgeber für 1970 ausgelost, wobei ebenfalls den Niederlanden die Ehre zuteilwurde, der Wettbewerb sollte in Amsterdam stattfinden. Nachdem Israel 1980 nach dem Sieg in Jerusalem den Wettbewerb nicht ausrichten wollten und sogar ganz auf die Teilnahme verzichtete, übernahmen die Niederlande die Aufgabe, sodass der Wettbewerb nach Den Haag zurückkehrte.

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Länder erhielten die meisten Punkte von oder vergaben die meisten Punkte an die Niederlande:

Die meisten im Finale vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 BelgienBelgien Belgien 167
2 FrankreichFrankreich Frankreich 161
3 SchwedenSchweden Schweden 160
4 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 153
5 IrlandIrland Irland 149
Die meisten im Finale erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 BelgienBelgien Belgien 144
2 FrankreichFrankreich Frankreich 131
3 IrlandIrland Irland 128
4 DeutschlandDeutschland Deutschland 126
5 SchweizSchweiz Schweiz 115
Die meisten insgesamt vergebenen Punkte
Platz Land Punkte
1 BelgienBelgien Belgien 217
2 SchwedenSchweden Schweden 194
3 IrlandIrland Irland 170
4 TurkeiTürkei Türkei 166
5 FrankreichFrankreich Frankreich 162
Die meisten insgesamt erhaltenen Punkte
Platz Land Punkte
1 BelgienBelgien Belgien 218
2 FrankreichFrankreich Frankreich 157
3 IrlandIrland Irland 152
4 SchwedenSchweden Schweden 151
5 OsterreichÖsterreich Österreich 139

Stand: 2016

Vergaben der Höchstwertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei elf Contests vergab die Niederlande die Höchstpunktzahl an neun Länder, davon dreimal an Belgien.

Erhaltendes Land
Jahr Land Platz
2007 TurkeiTürkei Türkei 4
2008 ArmenienArmenien Armenien 4
2009 NorwegenNorwegen Norwegen 1
2010 ArmenienArmenien Armenien 7
2011 DanemarkDänemark Dänemark 5
2012 SchwedenSchweden Schweden 1
2013 BelgienBelgien Belgien 12
2014 OsterreichÖsterreich Österreich 1
2015 BelgienBelgien Belgien 4
2016 AustralienAustralien Australien (J) 2
BelgienBelgien Belgien (T) 10
2017 PortugalPortugal Portugal (J & T) 1

Stand: 2017

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Jahr 1958 belegte die Niederlande als Vorjahressieger und Gastgeber den – wenn auch geteilten – letzten Platz. Erst im Jahr 2015 ist dies mit Österreich dem zweiten Land gelungen.
  • 1976 moderierte Corry Brokken den Eurovision Song Contest aus Den Haag. Sie war damit die erste ehemalige Teilnehmerin, die diese Aufgabe übernahm. Zudem ist sie die einzige Sängerin, die sowohl den ersten (1957) als auch den letzten Platz (1958) belegte.
  • Aufgrund der Explosion der Feuerwerksfabrik von Enschede am 13. Mai 2000 wurde beim an diesem Abend stattfindenden ESC auf das Televoting in den Niederlanden verzichtet und auf das Voting einer Jury zurückgegriffen.
  • Bei den Wettbewerben, die in den Niederlanden ausgerichtet wurden, war die Punktetafel oft Niederländisch beschriftet. 1980 war sie zwar Englisch beschriftet, jedoch hat die Moderatorin, während sie auf verschiedenen Telefonen die Jurys in den anderen Ländern angerufen hat, niederländisch gesprochen.
  • Zum Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf reiste die Delegation um die Band 3JS mit einem Flusskreuzfahrtschiff an, das am Rheinufer nahe der Altstadt vertäut wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan Feddersen: Ein Lied kann eine Brücke sein. Hoffmann und Campe, 2002

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Agnes Katharina Sieland: ESC: Niederlande nicht im Finale. In: NiederlandeNet. Zentrum für Niederlande-Studien, Uni Münster, 13. Mai 2011, abgerufen am 18. Mai 2013. 2012 konnten sich die Niederlande ebenfalls nicht qualifizieren.
  2. Chart-Statistik für Calm after The Storm auf acharts.us
  3. diggiloo.net
  4. diggiloo.net