Niedernhägener Bauerschaft

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Niedernhägener Bauerschaft (NB)
Gemeinde Isernhagen
Wappen von Niedernhägener Bauerschaft (NB)
Koordinaten: 52° 27′ 24″ N, 9° 47′ 27″ O
Höhe: 74 m ü. NHN
Fläche: 2,32 km²[1]
Einwohner: 2766 (Jul. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.192 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Eingemeindet nach: Warmbüchen
Postleitzahl: 30916
Vorwahl: 0511
Niedernhägener Bauerschaft (NB) (Niedersachsen)
Niedernhägener Bauerschaft (NB)

Lage von Niedernhägener Bauerschaft (NB) in Niedersachsen

Dorfstraße der Niedernhägener Bauerschaft an der Gabelung zu Langenhagen
Dorfstraße der Niedernhägener Bauerschaft an der Gabelung zu Langenhagen

Die Niedernhägener Bauerschaft (NB) ist ein Ortsteil der Gemeinde Isernhagen in der Region Hannover in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Niedernhägener Bauerschaft liegt im Südwesten der Gemeinde Isernhagen. NB grenzt westlich an die Stadt Langenhagen, südlich an Hannovers Stadtteil Isernhagen-Süd, südöstlich an Altwarmbüchen, östlich an die Kircher Bauerschaft und nördlich an die Hohenhorster Bauerschaft an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei NB handelt es sich um einen bereits im Mittelalter als langgestrecktes Hagenhufendorf angelegten Ort. Die Bezeichnung als Bauerschaft gründet sich auf die in niederdeutschen Gebieten übliche Wirtschaftsform Burschap (Bauerschaft). Der Name Niedernhägener Bauerschaft wurde erstmals 1442 in den Registern der Burgvogtei Celle erwähnt. Der „niedere Hagen“ wurde an der Wietzeniederung am auslaufenden Höhenzug angelegt, die Bezeichnung deutet auf die tiefere Lage der Ortschaft hin.

Der südlich gelegene Ortsteil Isernhagen NB-Süd wurde am 1. März 1974 durch die niedersächsische Gebietsreform als Isernhagen-Süd der Stadt Hannover zugeordnet.[2] Das übrige Gemeindegebiet kam zur neuen Gemeinde Warmbüchen.[3] Diese wurde am 1. Juni 1975 amtlich in Isernhagen umbenannt.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat der Niedernhägener Bauerschaft setzt sich aus zwei Ratsfrauen und fünf Ratsherren zusammen. Im Ortsrat befindet sich zusätzlich ein beratendes Mitglied (SPD).[5]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister der Niedernhägener Bauerschaft ist Günter Leydecker (SPD). Sein Stellvertreter ist Fabian Peters (Grüne).[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens der Niedernhägener Bauerschaft stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Verleihung des Wappens wurde am 22. November 1954 durch den Niedersächsischen Minister des Innern Richard Borowski durchgeführt.[6]

Wappen von Niedernhägener Bauerschaft
Blasonierung: „In Silber ein blauer, rechter Schrägbalken, belegt mit vier aufgerichteten, einander deckenden, silbernen Hufeisen. In der oberen Ecke eine schrägliegende, grüne Eichel, um die Eigenart eines typischen niedersächsischen Bauerndorfes zu unterstreichen.“
Wappenbegründung: Der Name Isernhagen zeugt von Eisenerzvorkommen, die hier nachweislich schon um das Jahr 900 ausgebeutet wurden. Darauf weisen die Hufeisen hin. Sie sollen außerdem daran erinnern, dass in Isernhagen seit langem mit Erfolg die Pferdezucht betrieben wird. Die Zahl von vier Hufeisen ist gewählt worden, um die enge Verbundenheit der selbstständigen politischen Gemeinden zu bekunden, die ein Kirchspiel und eine Siedlungseinheit bilden. Der blaue, rechte Schrägbalken soll den Fluss Wietze symbolisieren. Die Wappen der vier Gemeinden müssen gemeinsam betrachtet werden, zumal die Gemeinden sehr bemüht waren, sich ein einheitliches Wappen zu geben. Auf Verlangen des Niedersächsischen Ministers des Innern musste jedoch jede Gemeinde ein unterscheidendes Beizeichen in ihr Wappen aufnehmen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Früher standen vier Windmühlen auf dem Windmühlenberg der Niedernhägener Bauerschaft - drei Bockmühlen und eine Holländermühle. Davon ist heute nur noch die Holländermühle vorhanden, die als Wohngebäude genutzt wird.
  • Im Ortsteil ist das Standesamt der Gemeinde Isernhagen in einem reizvollen Fachwerkhaus untergebracht, welches den hier durchgeführten Trauungen eine besondere Atmosphäre verleiht.
  • Der Wöhler-Dusche-Hof ist ein Zweiständer-Fachhallenhaus, das das „Nordhannoversche Bauernhaus Museum Isernhagen e. V.“ beherbergt. Nach seinen früheren Bewohnern als „Wöhler-Dusche-Hof“ benannt, ist der Hof ein ländliches Baudenkmal des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Das Hofensemble beinhaltet ein Haupthaus mit Schmuckgiebel, eine ehemalige Unterfahrscheune, Bauerngarten, Weide und Backhaus und einen Korbimkerstand. In ihm ist seit 1994 eine kleinere Sammlung bäuerlichen Kulturguts aus dem 19. Jahrhundert zu besichtigen. In der geräumigen Hausdiele finden jedes Jahr wechselnde Ausstellungen statt.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochseilgarten am Hufeisensee Wietzepark
  • Das Freizeit- und Naherholungsgebiet Wietzepark ist regional bedeutsam und ein Gemeinschaftsprojekt der Region Hannover, der Stadt Langenhagen und der Gemeinde Isernhagen. Zum Park gehört der Hufeisensee, ein Badesee, der auf dem Gebiet der Hohenhorster Bauerschaft liegt.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Buslinien des Großraum-Verkehr Hannover bedienen vier Haltestellen und bieten Verbindungen mit anderen Isernhagener Ortsteilen sowie mit Nachbargemeinden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claudia Kempf-Oldenburg, Jes Tüxen: Isernhagen Chronik, Band 1. Herausgeber Gemeinde Isernhagen, 1990
  • Claudia Kempf-Oldenburg, Jes Tüxen: Isernhagen Chronik, Band 2. Herausgeber Gemeinde Isernhagen, 1992
  • Heinz Koberg: Unser Isernhagen. Herausgeber Gemeinde Isernhagen, 1984

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niedernhägener Bauerschaft – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zahlen und Fakten. Auf: Internetseite der Gemeinde Isernhagen, abgerufen am 14. August 2017.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 221.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 222.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 197.
  5. a b Ortsrat der Niedernhägener Bauerschaft. Auf: Internetseite der Gemeinde Isernhagen, abgerufen am 14. August 2017.
  6. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985.