Niederrickenbach

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Niederrickenbach
Staat: Schweiz
Kanton: Nidwalden (NW)
Bezirk: (Der Kanton Nidwalden kennt keine Bezirke.)
Politische Gemeinde: Oberdorf NWi2
Postleitzahl: 6383
Koordinaten: 675268 / 197758Koordinaten: 46° 55′ 36″ N, 8° 25′ 37″ O; CH1903: 675268 / 197758
Höhe: 1162 m ü. M.
Einwohner: 100
Niederrickenbach

Niederrickenbach

Karte
Niederrickenbach (Schweiz)
Niederrickenbach
www

Niederrickenbach (beziehungsweise Maria-Rickenbach) ist der bevölkerungsmässig kleinste Teil der politischen Gemeinde Oberdorf (Kanton Nidwalden, Schweiz).

Lage und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederrickenbach liegt an einem Berghang auf etwas über 1000 Metern unter den Felsen der Musenalp. Das Zentrum des Bergdorfes mit knapp 100 Einwohnern liegt rund um das Benediktinerinnen-Kloster Maria Opferung, das 1864 um die Wallfahrtskapelle zur Hl. Maria im Ahorn erbaut wurde. Die Bevölkerung setzt sich aus alten Nidwaldner-Geschlechtern zusammen. Nahezu alle gehören der römisch-katholischen Konfession an.

Bereits ab 1190 bezog das Kloster Engelberg Einkünfte aus Niederrickenbach, das seit 1314 ständig bewohnt ist.

Sage um die Heilige Maria im Ahorn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Votivtafel aus Niederrickenbach, 1798

Zur Zeit der grossen Reformation in der alten Eidgenossenschaft, im Frühjahr 1528, verdiente ein Hirte namens Zumbühl aus dem katholischen Büren sein Brot beim Hüten einer Schafherde im (reformierten) Berner Haslital, das zu dieser Zeit von einem Bildersturm heimgesucht wurde. Der junge Hirte rettete eine Marienfigur mit Kindlein aus der Kirche, das er anschliessend andächtig verehrte und am Ende der Saison mit sich nach Hause nahm. Im darauffolgenden Jahr hütete er erneut eine Schafherde, diesmal aber in Niederrickenbach. Wiederum nahm er seine Maria mit und stellte sie in einen hohlen Ahornbaum, wo sie geschützt war und er sie ungestört anbeten konnte. Als nun der Sommer wieder vorbei war und er ins Tal zurückkehren sollte, liess sich die Statue aber nicht mehr aus dem Baum entfernen. Viele andere Bekannte versuchten dem Hirten zu helfen, aber niemand konnte ihm seine Maria zurückbringen. Als man sich nach Rat erkundigt hatte, beschloss man, der Maria eine Kapelle zu erbauen, wo sie geschützt aufbewahrt und ehrfürchtig angebetet werden konnte. Erst als diese Kapelle fertiggestellt war, liess sich die Maria aus dem alten Ahornbaum entfernen. So stellte man sie in ihr neues Gotteshaus, wo sie nach dem letzten Ausbau 1869 noch heute steht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Marienstatue in der Kirche von Kloster Maria-Rickenbach sind auch die Votivbilder sehenswert. Sie wurden als Dankesgabe für wundersame Hilfe in schwerer Zeit gestiftet. Die Bilder zeigen die helfende und betende Maria. Oft enthalten sie auch einen kurzen Text zur Erläuterung der Situation. Die ältesten Votivbilder stammen aus dem späten Mittelalter, aber auch heute gibt es von Zeit zu Zeit neu gestiftete Bilder.

Neben diesen sakralen Einrichtungen bietet Rickenbach vor allem viel Natur und von den umliegenden Gipfeln einen weiten Blick ins Tal. Bei sehr guten Sichtverhältnissen ist einerseits der Schwarzwald zu sehen und andererseits ein weites Alpenpanorama.

Situation heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeiten in denen sich der halbe Kanton zu Pilgerzügen formierte und nach Niederrickenbach aufmachte sind vorbei. Vom Skigebiet Haldigrat ist noch ein Berghaus übrig geblieben. Die Benediktinerinnenschwestern haben mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Das Mädchenpensionat ist längst geschlossen und eine Schule gibt es im Dorf schon seit den 1980ern nicht mehr. Damals waren noch ungefähr zwanzig Schüler im Dorf.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederrickenbach sieht sich in einer schwierigen Situation. Die verkehrstechnische Erschliessung des Dorfes durch die Luftseilbahn LDN genügt den Ansprüchen der heutigen Mobilität nicht mehr (zumal sie durch den Spardruck des Kantons selber gefährdet ist). Neue Ansiedler im Dorf gibt es kaum und die einzigen Arbeitsplätze in der Land- und Alpwirtschaft sind auch angesichts des anhaltenden Rückzugs des Staates aus Unterstützungs- und Subventionszahlungen gefährdet. Obwohl die Gemeinde grosse Anstrengungen unternimmt, dem Dorf durch diverse Aktivitäten neues Leben einzuhauchen und einen sanften Tourismus anzukurbeln, bleibt die Lage auch für das einzige Gasthaus schwierig. Nur noch wenige Pilger finden sich im Dorf ein.

Der Sessellift aufs Haldigrat fährt seit wenigen Jahren wieder. Die Gemeinde bemüht sich um neue touristische Impulse und die Klosterschwestern eröffneten ihre kleine Kaffeerösterei neu.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]