Niederwürschnitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Niederwürschnitz
Niederwürschnitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederwürschnitz hervorgehoben
Koordinaten: 50° 43′ N, 12° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungs­gemeinschaft: Lugau
Höhe: 420 m ü. NHN
Fläche: 6,04 km2
Einwohner: 2643 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 438 Einwohner je km2
Postleitzahl: 09399
Vorwahl: 037296
Kfz-Kennzeichen: ERZ, ANA, ASZ, AU, MAB, MEK, STL, SZB, ZP
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 430
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stollberger Straße 2
09399 Niederwürschnitz
Webpräsenz: www.niederwuerschnitz.info
Bürgermeister: Matthias Anton[2]
Lage der Gemeinde Niederwürschnitz im Erzgebirgskreis
Sachsen Amtsberg Annaberg-Buchholz Aue Auerbach (Erzgebirge) Bad Schlema Bärenstein (Erzgebirge) Lauter-Bernsbach Bockau Börnichen/Erzgeb. Breitenbrunn/Erzgeb. Burkhardtsdorf Crottendorf Deutschneudorf Drebach Ehrenfriedersdorf Eibenstock Elterlein Gelenau/Erzgeb. Geyer Gornau/Erzgeb. Gornsdorf Großolbersdorf Großrückerswalde Grünhain-Beierfeld Grünhainichen Heidersdorf Hohndorf Jahnsdorf/Erzgeb. Johanngeorgenstadt Jöhstadt Königswalde Lauter-Bernsbach Lößnitz (Erzgebirge) Lugau (Erzgebirge) Marienberg Mildenau Neukirchen/Erzgeb. Niederdorf (Sachsen) Niederwürschnitz Oberwiesenthal Oelsnitz/Erzgeb. Olbernhau Pockau-Lengefeld Raschau-Markersbach Scheibenberg Schlettau Schneeberg (Erzgebirge) Schönheide Schwarzenberg/Erzgeb. Sehmatal Seiffen/Erzgeb. Stollberg/Erzgeb. Stützengrün Tannenberg Thalheim/Erzgeb. Thermalbad Wiesenbad Thum Wolkenstein (Erzgebirge) Zschopau Zschorlau ZwönitzKarte
Über dieses Bild

Niederwürschnitz ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen. Sie ist Teil der Verwaltungsgemeinschaft Lugau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort befindet sich im ehemaligen Steinkohlerevier Lugau/Oelsnitz zwischen den Städten Chemnitz und Zwickau am Nordrand des Naturraums Erzgebirge am Fluss Würschnitz. Bemerkenswert ist die sehr gute infrastrukturelle Erschließung durch die Autobahn A 72, welche mit der Abfahrt Stollberg-Nord direkt an die Niederwürschnitzer Flur angrenzt sowie die das Zentrum durchquerende Bundesstraße 180.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ursprung des Ortes geht auf die Besiedlung der Gegend durch Einwanderer aus dem Westen des deutschen Reiches im 12. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1447 wurde das an dieser Stelle gegründete Waldhufendorf erstmals urkundlich erwähnt. Der Name Niederwürschnitz leitet sich von dem slawischen Wort „Virsnica“ (Fischreusenbach) ab, dem Namen des dieses Tal durchfließenden Flüsschens.

Funde im angrenzenden Steegenwald legen den Verdacht nahe, dass hier bereits in der Bronzezeit eine Siedlung bestanden haben muss.

Ihre heutige Struktur verdankt die Gemeinde dem in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts einsetzenden Kohlebergbau, welcher das landwirtschaftlich geprägte Gebiet zusammen mit der Textilindustrie in eine dichtbesiedelte Industrieregion umwandelte. So siedelten hier in den wirtschaftlich florierendsten Zeiten nahezu 5000 Menschen. Eine nicht unbedeutende Rolle spielte in der Vergangenheit die Ziegelherstellung.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 52,9 % (2009: 50,9 %)
 %
50
40
30
20
10
0
48,9 %
38,5 %
12,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,2 %p
+2,6 %p
+1,7 %p

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2000 gehört die Gemeinde Niederwürschnitz zu einer Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Lugau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Standort der größten „Räuchermännel“-Ausstellung der Welt: 1998 kamen insgesamt 8629 der rauchenden Kunstwerke für eine Ausstellung zusammen. Speziell für diese Ausstellung entstand der mit 3,15 m weltweit größte Räuchermann der Welt.
Mehr Informationen dazu finden sich im Buch Rauchzeichen aus dem Erzgebirge, aufgezeichnet von dem Bürgermeister der Gemeinde, Rolf Höfer.
  • Der bereits seit 1892 bestehende orientalische, mechanische Weihnachtsberg. Er enthält u. a. Szenen der Bergpredigt, der Himmelfahrt und der Geburt Christi.
  • Das Freizeitgelände „Alte Ziegelei“ beherbergt neben den Schauwerkstätten des Ziegelei- und Dorfmuseums zudem vielfältige Freizeitmöglichkeiten. siehe auch Weblink
  • Weihnachtsberg – siehe Weblink
  • Evangelische Johanniskirche, ein roter Backsteinbau, der 1903/1904 nach Plänen von Paul Lange unter freier Anwendung neugotischer Formen erbaut wurde. Im Inneren befindet sich eine sechsseitige Holztaufe aus dem Erbauungsjahr der Kirche, die von Mitgliedern des Niederwürschnitzer Weihnachtsbergvereins geschnitzt wurde.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht mit der Stadt Oberasbach in Mittelfranken.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Harig (* 31. Juli 1902 in Niederwürschnitz; † 13. Oktober 1966 in Leipzig), Physiker und Philosoph, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Emigrant in der Sowjetunion, Häftling im KZ Buchenwald, Hochschullehrer für Natur- und Gesellschaftswissenschaften und Staatssekretär für Hochschulwesen der DDR
  • Paul Meinhold (* 31. Mai 1909 in Niederwürschnitz; † 7. August 1978), Komponist und Dirigent
  • Eberhard Görner (* 7. September 1944 in Niederwürschnitz), Buch- und Drehbuchautor
  • Uta Windisch (* 20. Januar 1949 in Niederwürschnitz), sächsische Politikerin (CDU) und Abgeordnete des Sächsischen Landtags

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltepunkt Niederwürschnitz (2016)

Der Haltepunkt Niederwürschnitz liegt an der Bahnstrecke Stollberg–St. Egidien. Im regelmäßigen Schienenpersonenverkehr verkehren derzeit nur die Züge der City-Bahn Chemnitz, werktags einmal je Stunde und Richtung, am Wochenende zweistündlich.

Geplant ist der Bau einer weiteren Strecke ins benachbarte Stollberg, um nach deren Fertigstellung (vsl. Ende 2019) umsteigefreie Fahrten im 30-Minuten-Takt von Oelsnitz und Niederwürschnitz über das Gewerbegebiet "Stollberger Tor" in die Chemnitzer Innenstadt zu ermöglichen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wahlergebnis der Bürgermeisterwahl vom 18.06.2017. Gemeinde Niederwürschnitz, 19. Juni 2017, abgerufen am 21. Juni 2017.
  3. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  4. Chemnitzer Modell Stufe 5: Ausbau Stollberg – Oelsnitz Variantenuntersuchung und Vorplanung. Bürgerinformationsveranstaltung. Verkehrsverbund Mittelsachsen, 24. August 2015, abgerufen am 23. Oktober 2016 (PDF; 7,2 MB).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niederwürschnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien