Niederwerrn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Niederwerrn
Niederwerrn
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederwerrn hervorgehoben
Koordinaten: 50° 4′ N, 10° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 9,77 km²
Einwohner: 7871 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 806 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97464
Vorwahlen: 09721, 09726 (Oberwerrn)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 160
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schweinfurter Str. 54
97464 Niederwerrn
Webpräsenz: www.niederwerrn.de
Bürgermeister: Bettina Bärmann (FW)
Lage der Gemeinde Niederwerrn im Landkreis Schweinfurt
Schweinfurt Würzburg Landkreis Main-Spessart Landkreis Bad Kissingen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Haßberge Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Landkreis Bamberg Nonnenkloster (Unterfranken) Stollbergerforst Bürgerwald Vollburg Wustvieler Forst Hundelshausen (Bayern) Geiersberg (Gemeindefreies Gebiet) Bergrheinfeld Dingolshausen Dittelbrunn Donnersdorf Euerbach Frankenwinheim Geldersheim Gerolzhofen Gochsheim Grafenrheinfeld Grettstadt Kolitzheim Lülsfeld Michelau im Steigerwald Niederwerrn Oberschwarzach Poppenhausen (Unterfranken) Röthlein Schonungen Schwanfeld Schwebheim Sennfeld Stadtlauringen Sulzheim (Unterfranken) Üchtelhausen Waigolshausen Wasserlosen Werneck WipfeldKarte
Über dieses Bild

Niederwerrn ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt und grenzt an den Stadtteil Hainig der Stadt Schweinfurt. Niederwerrn ist nach Einwohnern (nach Werneck) die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederwerrn liegt in der Region Main-Rhön im Norden Bayerns, nordwestlich der Industriestadt Schweinfurt.

Geologie und naturgeographische Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Nordwesten des Naturraums Schweinfurter Becken, eine topographisch relativ tiefliegende Einheit mit geringem Relief innerhalb der Mainfränkischen Platten. Dort hat sich der Oberlauf der Wern seit dem Pliozän in das Gestein des Mittleren und Unteren Keuper eingetieft. In den Eiszeiten wurde Löss angeweht, mit dem sich im Holozän fruchtbare Böden entwickelten. Diese werden seit Jahrhunderten intensiv genutzt und prägen das regionale Landschaftsbild.
Nach der Kulturlandschaftsgliederung des BfN gehören die besiedelten Bereiche der Gemeinde noch zum naturfernen Verdichtungsraum 309 Schweinfurt, die ackerbaulich genutzten Flächen zur Kulturlandschaft 13600 Schweinfurter Becken.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederwerrn besteht seit 1. Mai 1978 aus den beiden Ortsteilen Nieder- und Oberwerrn.[3] Die Eingemeindung Oberwerrns fand im Zuge der kommunalen Gebietsreform in Bayern statt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind:

Poppenhausen Dittelbrunn
Euerbach Nachbargemeinden
Geldersheim Schweinfurt

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 8 °C, die mittlere Niederschlagsmenge bei 650 mm, die Hauptwindrichtung ist West-Südwest.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Niederwerrn leitet sich vom Fluss Wern ab, der die Gemeinde durchfließt und bei Gemünden in den Main mündet. Der Zusatz Nieder sollte den Ort vom gleichnamigen, nordwestlich liegenden Dorf unterscheiden.[4]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1123 Werne
  • 1230 Werna
  • 1268 Werne
  • 1327 Unterwerrn
  • 1339 Nidern Werne
  • 1356 Nidernwern
  • 1383 Nydern Wern
  • 1387 Nidern-Werne
  • 1557 Niderwehrn
  • 1820 Niederwerrn

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche in Niederwerrn
Bleiglasfenster in der Dorfkirche
Gemeindebibliothek in Niederwerrn – ehemalige Synagoge
St. Bartholomäus in Oberwerrn

Bekannt ist Niederwerrn seit dem Mittelalter durch die Burg Wiesenburg, die nur noch Ruine ist. Mit ihr kam es am 17. Juni 1137 zur ersten urkundlichen Erwähnung von Niederwerrn.

Während Oberwerrn im Herrschaftsbereich des Fürstbistums Würzburg blieb, kam Niederwerrn im 15. Jahrhundert unter die Herrschaft der Familie von Münster (bis zur Eingliederung in das Königreich Bayern Anfang des 19. Jahrhunderts). Freiherr Eyrich von Münster leitete 1565 oder 1566 die Reformation im Dorf ein.[5]

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mindestens seit Mitte des 18. Jahrhunderts waren jüdische Familien im Ort ansässig, die eine jüdische Gemeinde bildeten, eine Schule einrichteten und in der Schweinfurter Straße 23 eine Synagoge erbauten. Dieses Gotteshaus und die Schule wurden beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern verwüstet. Nach dem Krieg wurden die Gebäude von der Gemeinde erworben und seither wird die ehemalige jüdische Schule als Rathaus und die ehemalige Synagoge als Bibliothek genutzt. Gedenktafeln an den beiden Gebäuden erinnern an dieses Geschehen.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Nachbargemeinde Oberwerrn eingegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitpunkt Einwohner
6. Juni 1961 3.810
27. Mai 1970 4.906
31. Dezember 2004 7.936
30. Juni 2005 7.964
31. Dezember 2006 7.937
31. Dezember 2007 7.940
31. Dezember 2011 7.840

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein silberner Schrägwellenbalken, belegt mit zwei einander zugekehrten, von Rot und Silber wechselweise geteilten Flügeln.

Die Flügel sind dem Wappen der Herren von Münster entnommen, eines alten fränkischen Adelsgeschlechts, das von 1436 bis zum Ende des Alten Reichs 1803 die Ortsherrschaft innehatte. Der Wellenbalken steht für den Fluss Wern, der durch das Gemeindegebiet fließt und dessen Name in der älteren Schreibweise „Werrn“ auch Teil des Ortsnamens ist.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1992 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Ifs.

Interkommunale Allianz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Niederwerrn ist Mitglied in der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die B 303 liegt direkt südlich von Niederwerrn.
Die B 19 liegt direkt westlich von Oberwerrn.
Die nächste Auffahrt zur A 71 ist die AS (29) Schweinfurt West.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindezentrum Niederwerrn, kulturelle Einrichtung mit Bühne und Nebenräumen für Erwachsenenbildung
  • Jugendtreffs in Niederwerrn und Oberwerrn
  • Festscheune in Oberwerrn

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niederwerrn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bfn.de/geoinfo/landschaften/
  3. http://www.niederwerrn.de/Chronik_Chronik_0_kkdetail_KK_OHNE.html?KK_OHNE_vt=Oberwerrn niederwerrn.de: „Geschichtliche Entwicklung des Gemeindeteils Oberwerrn“
  4. a b Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 162–163 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Adolf Schipper: Die Familien der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Niederwerrn 1580–1900. Nürnberg 1999 (Fränkische Ahnen, 4).
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 178f.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 753.
  8. http://www.dekanat-schweinfurt-evangelisch.de/502.php