Niederwinkling

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Niederwinkling
Niederwinkling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederwinkling hervorgehoben
Koordinaten: 48° 53′ N, 12° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Verwaltungs­gemeinschaft: Schwarzach
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 25,65 km²
Einwohner: 2607 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94559
Vorwahl: 09962
Kfz-Kennzeichen: SR
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 159
Gemeindegliederung: 34 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
94374 Schwarzach
Webpräsenz: www.niederwinkling.de
Bürgermeister: Ludwig Waas (FW)
Lage der Gemeinde Niederwinkling im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt) Windberg Wiesenfelden Straßkirchen Steinach (Niederbayern) Stallwang Schwarzach (Niederbayern) Sankt Englmar Salching Rattiszell Rattenberg (Niederbayern) Rain (Niederbayern) Perkam Perasdorf Parkstetten Oberschneiding Niederwinkling Neukirchen (Niederbayern) Mitterfels Mariaposching Mallersdorf-Pfaffenberg Loitzendorf Leiblfing Laberweinting Konzell Kirchroth Irlbach Hunderdorf Haselbach (Niederbayern) Haibach (Niederbayern) Geiselhöring Feldkirchen (Niederbayern) Falkenfels Atting Ascha Aiterhofen Aholfing Straubing Landkreis Kelheim Regensburg Landkreis Landshut Landkreis Regen Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Cham Landkreis Cham Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Das Bürgerhaus am Dorfplatz

Niederwinkling ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet Niederwinkling liegt zentral im ostbayerischen Raum in einer Randterrasse des Donautales, der sogenannten Niederwinklinger Randbucht. Daneben gehören auch Ausläufer des Bayerischen Waldes (der Welchenberg) dazu. Die Gemeinde liegt somit zwischen "Gäu" (Gäuboden) und "Woid" (Bayerischer Wald). Der höchste Punkt der Gemeinde liegt bei 399 m ü. NN, der tiefste Punkt bei 313 m ü. NN.

Eine andere Bezeichnung für Teile des Gemeindegebietes ist "Heiwisch". Die Gemeinde gehört zur Planungsregion Donau-Wald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die an Niederwinkling angrenzenden Gemeinden sind Schwarzach, Offenberg, Mariaposching, Irlbach und Bogen (im Uhrzeigersinn).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederwinkling hat 34 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Niederwinkling und Waltendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 4000 v. Chr. bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Jüngeren Steinzeit, also 4000–1800 v. Chr. lässt sich eine erste bäuerliche Sesshaftigkeit von Menschen in der Umgebung von Niederwinkling feststellen. Um 500 v. Chr. siedelten sich die Kelten in der Gegend an und bauten Wein an. Ihnen folgten um Christi Geburt die Römer. Nach dem Zerfall des römischen Reiches überschritten ca. 600 n. Chr. bajuwarische Sippen die Donau und der Bajuware Winchilo ließ sich hier nieder. Ein Enkel Winchilos, der Freibauer Friedrich schenkte im Jahr 741 seine Eigenkirche samt acht Höfen dem Kloster Niederalteich, bei dem es bis im Jahr 1194 verblieb.

Die beiden Orte Oberwinkling und Niederwinkling wurden in der Folgezeit von verschiedenen Rittergeschlechtern verwaltet, bis die Witwe des Ritters Hans von Pürching im Jahre 1657 die Orte Niederwinkling, Oberwinkling und Welchenberg an das Kloster Oberaltteich verschenkte, zu dem es bis zur Säkularisation im Jahr 1803 gehörte.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 schließlich die Gemeinde Niederwinkling, während die Pfarrei sich Oberwinkling nannte.

Seit dem Bau einer gemeinsamen Kirche in den Jahren 1908 bis 1910 in der Mitte zwischen den beiden Ortsteilen Ober- und Niederwinkling wuchsen die Ortsteile jedoch immer mehr zusammen.

In den letzten 20 Jahren hat sich die Gemeinde Niederwinkling aufgrund der verkehrsgünstigen Lage an der Autobahn A3 und der Nähe zum Autobahnkreuz Deggendorf mit der Autobahn A92 von einer zunächst landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem Industrie- und Gewerbestandort entwickelt.

Welchenberg ist ein alter Adelssitz. Kleine Reste des ehemaligen Schlosses, einer „arx perelegans in monte“ (Originalzitat Wening), sind auf dem „Schlossberg“ noch zu finden. Erstmals urkundlich erwähnt wird Welchenberg im Jahre 750 n. Chr., da das Benediktinerkloster Niederalteich hier Weinberge besaß. Um 1100 sind die Welchenberger bezeugt, deren Geschlecht wohl im 14. Jahrhundert ausgestorben ist. Von da an gab es wechselnde Eigentümer der Hofmark Welchenberg. Von 1658 bestimmten die Benediktiner aus Oberalteich die Geschichte des Ortes, die ein Priorat errichteten. Die letzte Adelige, Katharina von Pürching, hatte, kinderlos verstorben, die Hofmark dem Kloster vermacht. Schon im selben Jahr bauten sie an der heutigen Staatsstraße eine „Hoftaverne“ mit Brauerei. Die Säkularisation brachte weltliche Besitzer. Das für dörfliche Verhältnisse große und stattliche Brauhaus gibt es noch und beherbergt heute den bekannten Landgasthof Buchner. Das Schloss aber, wohl schon von den Patres nicht mehr recht gepflegt, da auf dem Berg gelegen und daher mühsam zu erreichen, verfiel allmählich. Recht schön auf einem Absatz des Schlossberges über der Donauebene gelegen ist die Kirche St. Mauritius aus der Zeit des Frühbarock.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurde die Gemeinde Waltendorf eingemeindet.[3] Am 1. Januar 1978 folgte mit Espern, Haag, Hagengrub, Lenzing und Welchenberg der östliche Teil der ehemaligen Gemeinde Pfelling.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das seit 1967 geführte Wappen zeigt in Silber an rotem Rebstock zwei grüne Weinreben mit je einem grünen Blatt und einer grünen Traube, daneben auf jeder Seite ein aufrecht gestelltes, schwarzes Steinbeil.

Der Rebstock im Wappen erinnert an die mittelalterliche Weinbautradition in der Gemeinde. Auf die frühe Besiedlung weisen die hier 1953/1954 gefundenen Steinbeile aus der Jüngeren Steinzeit hin.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Einwohner
01.12.1840 1.156
17.05.1939 1.472
13.09.1950 1.826
06.06.1961 1.459
25.05.1987 1.759
31.12.2003 2.209
09.05.2011 2.493
30.06.2014 2.536

In der Gemeinde sind 83,3 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch, 4,9 Prozent sind evangelisch und 11,8 Prozent gehören einer anderen oder keiner Glaubensgemeinschaft an. Niederwinkling hat einen Ausländeranteil von 3,1 Prozent (Stand 9. Mai 2011).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2014 setze sich der Amtsinhaber Ludwig Waas (Freie Wähler) im ersten Wahlgang mit 81,77 % der Stimmen gegen Thomas Kammerl (CSU) als Bürgermeister durch.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Niederwinkling hat 14 Sitze (+ 1. Bürgermeister) und seit der Gemeinderatswahl 2014 folgende Verteilung:

Partei / politische Gruppierung Stimmenanteil Veränderung Sitze im Gemeinderat Veränderung
CSU 25,7 % -1,1 4 ±0
Christliche Wählergemeinschaft Waltendorf 18,9 % −2,0 3 ±0
Freie Wählergruppe Welchenberg 8,8 % -1,4 1 ±0
Freie Wähler 46,6 % +4,5 6 ±0

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 22. März 1977 besteht eine offizielle Partnerschaft mit der oberösterreichischen Marktgemeinde Gaspoltshofen, der eine längjährige Freundschaft der beiden Marktgemeinden vorausging.

Kultur, Sehenswürdigkeiten und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freizeit und Erholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freibad
  • Turnhalle
  • 2 Fußballplätze
  • 4 Tennisplätze
  • Gemeindebücherei
  • Dorf- und Begegnungszentrum
  • Bürgerhaus

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Vereine engagieren sich auf den Gebieten des Sportes, der Musik sowie des Sozialen und beleben damit das Leben der Gemeinde.

Siehe auch: http://www.niederwinkling.de/Freizeit-Erholung/Vereinsverzeichnis/A-Z.aspx

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• Pfarrkirche St. Wolfgang und St. Johannes in Oberwinkling, 1908 bis 1910 im neubarocken Stil erbaut

• Kirche St. Mauritius in Welchenberg, um 1660 bis 1670 erbaute Barockkirche

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Niederwinkling

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftsstandort Niederwinkling[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Niederwinkling hat sich von einer zunächst landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem Industrie- und Gewerbestandort entwickelt. Erster Schritt dazu war die Ansiedlung der Firma Dichtungstechnik Wallstabe und Schneider im Jahre 1960, die sich zu einem Weltunternehmen entwickelt hat und in ihrem Haupt- und Gründungssitz in Niederwinkling über 600 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Industrie- und Gewerbegebiet Schaidweg direkt bei der Autobahnausfahrt A3 wurde im Jahre 1991 mit der Ansiedlung weiterer Betriebe begonnen. Die Erschließung zusätzlicher Industrie- und Gewerbeflächen führte zu einem steten Zuwachs der Anzahl von Betrieben und Beschäftigten. Es wurden so bis 2015 knapp 20 neue Industrie- und Gewerbebetriebe mit über 1000 neuen Arbeitsplätzen angesiedelt.

Es pendeln mehr Arbeitnehmer nach Niederwinkling ein als aus. Die Steuereinnahmekraft stieg von 5 929 000 Euro (2008) auf 11 486 000 Euro (2012).

2003 erhielt die Gemeinde Niederwinkling den Bayerischen Qualitätspreis des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie als Wirtschaftsfreundliche Gemeinde 2003.

Seit 2005 bekommt die Gemeinde keine Schlüsselzuweisungen mehr und ist seit Ende 2007 schuldenfrei.

Die Steuerkraftzahl pro Einwohner liegt 2015 bei 3114,84 Euro. Damit liegt Niederwinkling auf Platz 1 im Landkreis Straubing-Bogen, auf Platz 2 in Niederbayern und auf Platz 11 in Bayern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Niederwinkling liegt an der Bundesautobahn A3 (E56). Sie wird zudem noch von den Staatsstraßen St 2125 (Deggendorf - Niederwinkling - Bogen) und St 2147 (Niederwinkling - Schwarzach - Mitterfels) durchquert.

Die Entfernung zum Bahnhof Straubing (DB-Strecke Frankfurt - Nürnberg - Regensburg - Passau) beträgt rund 25 Kilometer, die Entfernung zur Bahnstation Deggendorf (DB-Strecke Plattling - Bayerisch Eisenstein) rund 15 Kilometer.

Der nächste Donauhafen befindet sich in Deggendorf mit einer Entfernung von 16 Kilometern. In Deggendorf besteht auch ein Freihandelshafen. Die Entfernung zum nächstgelegenen gut ausgebauten Verkehrslandeplatz Straubing-Wallmühle beträgt 30 Kilometer.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Niederwinkling gibt es eine Gemeindebücherei, einen Kindergarten mit 114 Kindern, eine Kinderkrippe mit 17 Plätzen und eine Grundschule mit 152 Schülern mit möglicher Nachmittagsbetreuung (Stand 2013).

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• Wirtschaftsfreundliche Gemeinde 2003; Bayerischer Qualitätspreis des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie

• Kommune des Jahres 2010; Großer Preis des Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung

• Premier-Kommune 2013; Großer Preis des Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Körnig, deutscher Maler und Grafiker (* 22. Juni 1905 in Flöha; † 14. Oktober 1989 in Niederwinkling)
  • Hans-Jürgen Buchner, deutscher Musiker, Komponist von Filmmusik und der Kopf der niederbayerischen Gruppe Haindling (* 27. Dezember 1944 in Bernau bei Berlin), verbrachte seine Jugend im niederbayrischen Welchenberg (Gemeinde Niederwinkling)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111225/182146&attr=OBJ&val=845
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 437.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 632.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niederwinkling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien