Niels Gutschow

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Niels Gutschow (* 27. November 1941 in Hamburg) ist ein deutscher Architekt und Bauhistoriker mit Schwerpunkten auf der Architekturgeschichte Asiens sowie Stadtplanung während des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit in Mitteleuropa.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Ausbildung begann der Sohn des Architekten Konstanty Gutschow mit einer Reise durch Asien und einem Aufenthalt als Mönch in einem buddhistischen Kloster in Rangun. In Japan absolviert er 1962/63 ein Zimmermannspraktikum. An der Technischen Hochschule Darmstadt studierte er 1963 bis 1970 Architektur. 1971 war er Teammitglied im ersten bilateralen Schutzprojekt in der kleinen nepalesischen Königsstadt Bhaktapur, wo das Priesterhaus Pujari Math wieder hergerichtet wurde. 1973 folgt die Promotion über Japanische Burgstädte im Fachgebiet Baugeschichte.

Von 1974 bis 1978 forschte er zum einen in Nepal und Indien zum Thema Stadt und Ritual bzw. am Nachweis von Prozessionswegen, zum anderen an der TH Darmstadt zur Revitalisierung historischer Altstädte in Europa.

Während er als Denkmalpfleger in Münster von 1978 bis 1980 maßgeblich am Aufbau der unteren Denkmalbehörde beteiligt war, wurden Architektur und die Stadtplanung in Westdeutschland während des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit zu einem Forschungsschwerpunkt (u. a. mit Werner Durth), den er ab 1989 mit Forschungen über die Architektur und den Städtebau in der DDR von 1945 bis 1960 ausweitete (u. a. mit Jörn Düwel).

Seine Bauforschung in Südasien mit 12 langjährigen Projekten wird seit 1970 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt: Für die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit erstellte er ein Gutachten zur Sozialstruktur in Bhaktapur und begleitet die dortigen Maßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung bis 1990. Von 1980 bis 1988 nahm er in Nepal Ortschaften, Paläste und Tempel in ein Denkmalinventar auf, wobei er sich ab 1986 mit dem Bautyp von Stupas beschäftigte.

Seit 2004 ist er Honorarprofessor am Institut für Indologie der Universität Heidelberg und lebt in Abtsteinach und Bhaktapur. Als Kurator der Ausstellung Die erwartete Katastrophe im Sommer 2013 wertete er den väterlichen Nachlass aus.

Niels Gutschow ist seit 2013 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Seine Publikationen umfassen ca. 150 Zeitschriftenartikel sowie 37, teilweise mit anderen Autoren verfasste Bücher. Im September 2009 erhielt er in Hamburg den Literaturpreis des Verbands Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine und im Februar 2015 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die japanische Burgstadt (= Bochumer geographische Arbeiten. Heft 24). Schöningh, Paderborn 1976, ISBN 3-506-71204-7 (Dissertation).
  • Benares. Tempel und religiöses Leben in der heiligen Stadt der Hindus. DuMont, Köln 1993, ISBN 3-7701-2849-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]