Niemandsland (2019)

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Filmdaten
Deutscher TitelNiemandsland
OriginaltitelThe Aftermath
ProduktionslandUSA, Vereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2019
Länge109 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
Stab
RegieJames Kent
DrehbuchJoe Shrapnel,
Anna Waterhouse
MusikMartin Phipps
KameraFranz Lustig
SchnittBeverly Mills
Besetzung

Niemandsland (Originaltitel The Aftermath) ist ein Film von James Kent, der am 1. März 2019 in die Kinos im Vereinigten Königreich und am 15. März 2019 in ausgewählte US-amerikanische Kinos kam. Der Film basiert auf einem gleichnamigen Roman von Rhidian Brook.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der britische Colonel Lewis Morgan und seine Frau Rachael haben sich im Nachkriegsdeutschland gerade in Hamburg wiedergetroffen. Es ist 1946, die Stadt ist vollkommen zerstört und die Alliierten arbeiten an der Entnazifizierung. Nachdem Lewis, der beim Wiederaufbau der Hansestadt helfen soll, in den Ruinen die Villa Lubert findet, beschließt er, diese nicht zu beschlagnahmen, sondern dort mit den noch traumatisierten Deutschen gemeinsam zu wohnen, auch wenn anfänglich noch Feindseligkeit gegenüber dem anderen bestehen.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film basiert auf einem gleichnamigen Roman von Rhidian Brook, der in Deutschland unter dem Titel Niemandsland erschienen ist.[2] Regie führte James Kent. Die Filmmusik komponierte Martin Phipps.[3] Der Soundtrack zum Film, der insgesamt zehn Musikstücke umfasst, wurde im Frühjahr 2019 von Fox Music als Download veröffentlicht.[4]

Der Film wurde mit rund 760.000 Euro vom DFFF gefördert.

Jason Clarke übernahm die Rolle von Colonel Lewis Morgan, Keira Knightley spielt seine Ehefrau Rachael Morgan und der Kinderdarsteller Frederick Preston ihren Sohn Michael. Alexander Skarsgård ist in der Rolle von Stefan Lubert zu sehen. Tom Bell spielt Captain Eliot und Abigail Rice Pamela Eliot.

Die Dreharbeiten wurden im Januar 2017 begonnen[5] und fanden in Prag, am Bahnhof von Rheinsberg in Brandenburg und in der Gemeinde Travenbrück statt. In Hamburg fanden die Innenaufnahmen in Schloss Tralau statt, das dafür aufwändig so umgebaut wurde, dass die Räumlichkeiten wie die einer Villa an der Elbchaussee wirken.[6] Als Kameramann fungierte Franz Lustig. Für die Gestaltung der Kostüme war Bojana Nikitovic verantwortlich.

Der Film kam am 1. März 2019 in die Kinos im Vereinigten Königreich und am 15. März 2019 in ausgewählte US-amerikanische Kinos. Ein Kinostart in Deutschland erfolgte am 11. April 2019.[7] Seine Weltpremiere feierte der Film bereits am 18. Februar 2019 im Londoner Picturehouse Central.[8]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland ist der Film FSK 12. In der Freigabebegründung heißt es: „Vereinzelt kommt es zu Gewalthandlungen, die aber zurückhaltend inszeniert sind. Auch emotional intensivere Szenen (z.B. wenn Flüchtende erschossen werden) können von Zuschauern ab 12 Jahren in den Kontext der Geschichte eingeordnet und angemessen verarbeitet werden.“[9]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt stieß der Film bei den Kritikern auf eher negatives Echo.[10]

Patrick Seyboth von epd Film schreibt, die Adaption des Romans The Aftermath von Rhidian Brook, die ein komplexes Drama über das Erbe von Naziterror und Krieg, über Sieger und Verlierer, Hass und Schuld und die Eigengesetzlichkeit der Leidenschaft hätte werden können, sei leider weitgehend gescheitert: „Das Drehbuch verheddert sich in der Vielzahl der Motive und ist nicht nur unglaubwürdig in so manchem historischem Detail, sondern baut auch noch lieblos einen Subplot über die Anschläge der Werwölfe ein, letzter Nazikämpfer im Untergrund.“ Die Regie von James Kent vermöge es nur selten, den Szenen Leben einzuhauchen, zumal zwischen Keira Knightley und Alexander Skarsgård einfach kein Funken überspringen wolle, und so finde der immer wieder seltsam skizzenhaft wirkende Film nur in ganz wenigen Momenten in einen dramatischen Flow oder zu emotionaler Tiefe, so Seyboth weiter.[11]

Peter Osteried von der Arbeitsgemeinschaft Kino schreibt, die undankbarste Rolle habe Alexander Skarsgård, dessen Stefan Lubert ein anständiger Mann zu sein scheint, über den man aber nicht viel erfährt, und Lubert bleibe zu unnahbar: „Man hätte mehr über ihn erfahren müssen, vielleicht auch Negatives, um das dramatische Potenzial zu erhöhen.“[12]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach der Dialogregie von Klaus Bickert und einem Dialogdrehbuch von Clemens Frohmann im Auftrag der FFS Film- und Fernseh-Synchron GmbH, Berlin.

Darsteller Synchronsprecher Rolle
Keira Knightley Dascha Lehmann Rachael Morgan
Alexander Skarsgård Sascha Rotermund Stefan Lubert
Jason Clarke Tobias Kluckert Lewis Morgan
Jannik Schümann Jannik Schümann Albert
Abigail Rice Cornelia Waibel Pamela
Alexander Scheer Alexander Scheer Siegfried Leitmann
Kate Phillips Cathlen Gawlich Susan Burnham

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Niemandsland. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 184947/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Panorama/Keira-Knightley-dreht-wieder-in-Hamburg
  3. http://filmmusicreporter.com/2017/06/12/martin-phipps-to-score-james-kents-the-aftermath/
  4. http://filmmusicreporter.com/2019/03/01/the-aftermath-soundtrack-details/
  5. http://www.dailymail.co.uk/tvshowbiz/article-4128364/Keira-Knightley-films-Aftermath-Prague-beret.html
  6. https://www.abendblatt.de/hamburg/article209927957/Hinter-den-Kulissen-mit-Hollywood-Star-Keira-Knightley.html
  7. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 11. April 2019.
  8. https://www.standard.co.uk/showbiz/celebrity-news/keira-knightley-dazzles-in-tulle-gown-as-she-leads-stars-at-the-aftermath-premiere-in-london-a4070016.html
  9. Freigabebegründung für Niemandsland – The Aftermath In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Abgerufen am 11. April 2019.
  10. https://www.rottentomatoes.com/m/the_aftermath_2019
  11. https://www.epd-film.de/filmkritiken/niemandsland-aftermath
  12. https://www.programmkino.de/content/Filmkritiken/niemandsland-the-aftermath/