Niemodlin

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Niemodlin
POL Niemodlin COA.svg
Niemodlin (Polen)
Niemodlin
Niemodlin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Powiat: Opole
Fläche: 13,11 km²
Geographische Lage: 50° 38′ N, 17° 36′ OKoordinaten: 50° 38′ 0″ N, 17° 36′ 0″ O
Höhe: 177 m n.p.m.
Einwohner: 6560
(30. Jun. 2015)[1]
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OPO
Wirtschaft und Verkehr
Straße: NysaOpole
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 27 Schulzenämter
Fläche: 183,22 km²
Einwohner: 13.415
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1609073
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Mirosław Stankiewicz
Adresse: ul. Bohaterów Powstań Śląskich 37
49-100 Niemodlin
Webpräsenz: www.niemodlin.pl



Niemodlin (deutsch Falkenberg, schlesisch Ńymodlin) ist eine Stadt im Powiat Opolski (Kreis Oppeln) in der Woiwodschaft Opole in Polen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Gemeinde Niemodlin.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niemodlin liegt 25 Kilometer südwestlich von der Kreisstadt und Woiwodschaftshauptstadt Opole (Oppeln) an der Landesstraße Droga krajowa 45. Niemodlin liegt am linken Ufer der Steinau zwischen Oberschlesien und der mittelschlesischen Ackerebene. Die Gemeinde Niemodlin grenzt im Westen an die Glatzer Neiße und ist weitgehend von Wäldern umgeben.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niemodlin grenzt im Norden an Gościejowice (Heidersdorf), im Nordosten an Michałówek (Michaelsdorf), im Südosten an Sady (Baumgarten) und Wydrowice (Weiderwitz), im Süden an Lipno (Lippen), im Südwesten an Brzęczkowice (Springsdorf) und im Westen an Piotrowa (Petersdorf).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den schlesischen Piasten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reste der alten Stadtmauer
Das Schloss Falkenberg entstand ab 1313.

Eine slawische Siedlung, die für die Feinde unzugänglich zwischen Sümpfen auf der einen und dem Fluss auf der anderen Seite lag, bestand vermutlich schon im 10. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf Nemodlin 1224. Übersetzt heißt der Begriff nicht übler bzw. guter Platz.[2] 1228 vergab der Oppelner Herzog Kasimir I. dieses Dorf seinem Palatin Clemens und dessen Bruder Virbecha, die dafür Bauleistungen an der Oppelner Burg zu erbringen hatten. Sie verwendeten das Dorf zur Ausstattung des Benediktinerinnenklosters Staniątki bei Krakau. Kazimirs Sohn Wladislaus I. erwarb 1260 das Dorf Nemodlin zurück, vermutlich um eine deutschrechtliche Stadt anzulegen, deren Stadtrecht für das Jahr 1283 mit der Erwähnung eines Bürgers belegt ist. Der deutsche Ortsname Falkenberg ist erstmals für das Jahr 1290 nachgewiesen. Nach dem Tode des Herzogs Bolkos I. wurde dessen Herrschaftsgebiet 1313 aufgeteilt und das Herzogtum Falkenberg für den ältesten Sohn Bolko von Falkenberg errichtet. Das Herzogtum Falkenberg bestand bis 1382, danach wurde es wieder mit dem Herzogtum Oppeln verbunden.

Krone Böhmens und Preußische Herrschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falkenberg nach dem Stadtbrand 1750
Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Nach dem Tod des Herzogs Johann II., der 1532 ohne Nachkommen starb, fiel Falkenberg zusammen mit dem Herzogtum Oppeln als erledigtes Lehen an die Krone Böhmen. Danach war die Stadt Falkenberg zunächst im Pfandbesitz des Matthias von Logau und ab 1572 des Kaspar von Pückler, der sie 1581 als Eigentum erwarb, wodurch die eigenständige Grundherrschaft Falkenberg entstand. Er brachte die Reformation in die Stadt und ließ das Schloss im Stil der Renaissance umbauen. Im 15. Jahrhundert hatte sich die Bevölkerung von Falkenberg stark polonisiert, wurde jedoch im 16./17. Jahrhundert durch Zuzug aus den Gebieten von Grottkau und Brieg wieder eingedeutscht. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Falkenberg nach der Schlacht am Weißen Berg 1622 wieder katholisch. Neue Herren wurden Mitte des 17. Jahrhunderts die von Zierotin, dann 1779 die Familie von Praschma.

Nach der Besetzung Schlesiens durch Preußen 1742 wurde Falkenberg Kreisstadt des Landkreis Falkenberg O.S., eine größere wirtschaftliche Entwicklung blieb jedoch aus. Erst der Eisenbahnanschluss im Jahre 1888 brachte eine gewisse Besserung.

In der NS-Zeit waren NSDAP-Kreisleiter: Joachim Heine von 1933 bis 1937, Alfred Rieger von 1938 bis 1939, Hans Schramm von 1939 bis 1941, dann Helmut Michel.[3] Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Falkenberg O.S.

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Falkenberg kaum zerstört. Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurde die Stadt 1945 der polnischen Verwaltung übergeben und erhielt ihren slawischen Namen Niemodlin wieder. Von 1975 bis 1998 gehörte es zur Woiwodschaft Oppeln. Die Bahnstrecke zwischen Gracze und Szydłów wurde 1996 eingestellt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahlen der Stadt Niemodlin[4]

Jahr Einwohner
1787 1.036
1845 1.559
1890 2.001
1933 2.672
1939 2.757
1971 4.500
2004 6.911

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlosstor
Alte Bürgerhäuser am Ring
Ehemaliges königl. Landratsamt

Schloss Falkenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Falkenberg (ehemals Falkenburg) entstand an der Stelle eines hölzernen Kastells ab 1313 unter Herzog Bolko von Falkenberg im Stil der Renaissance. Im 16. Jahrhundert wurde es umgebaut und um den Süd- sowie den Westflügel erweitert. Weitere Umbauten erfolgten im 18. und 19. Jahrhundert.

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Kościół Wniebowzięcia NMP) im Westen des Marktplatzes wurde erstmals 1228 erwähnt und im 14./15. Jahrhundert neu errichtet. Nach einem Brand im Dreißigjährigen Krieges wurde sie wieder aufgebaut. Von 1389 bis 1810 diente sie als Propsteikirche. Zur Innenausstattung gehören u. a. der mit Rokokoelementen verzierte Hauptaltar von 1834 mit älteren Figuren der Heiligen Petrus und Paulus sowie die spätbarocken Seitenaltäre und die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der das Schloss umgebende Landschaftspark wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts anstelle eines Grabens angelegt.
  • Die Stadtmauer wurde Anfang des 15. Jahrhunderts errichtet, das an ihr gelegene Zeughaus entstand um 1700. Es wurde 1945 zerstört und 1960 unter Rekonstruktion des Wehrgangs wieder aufgebaut.
  • Am Ring (poln. Rynek) stehen mehrere Bürgerhäuser mit barocken Fassaden.
  • Ehemaliges Königliches Landratsamts

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Niemodlin gliedert sich in folgende Schulzenämter (sołectwo):[5]

  • Brzęczkowice (Springsdorf)
  • Gościejowice (Heidersdorf)
  • Góra (Guhrau)
mit Mała Góra (Gut Guhrau)
  • Grabin (Grüben)
  • Gracze (Graase)
  • Grodziec (Groditz; 1936–1945: Burgstätte)
  • Jaczowice (Jatzdorf)
  • Jakubowice (Jakobsdorf)
  • Krasna Góra (Sonnenberg)
  • Lipno (Lippen)
  • Magnuszowiczki (Klein Mangersdorf)
  • Magnuszowice (Groß Mangersdorf)
  • Michałówek (Michelsdorf)
  • Molestowice (Mullwitz)
  • Piotrowa (Petersdorf)
  • Radoszowice (Raschwitz; 1937: Raschdorf O. S.; 1937–1945: Rauschwalde,)
  • Rogi (Rogau)
  • Roszkowice (Roßdorf)
  • Rutki (Rautke)
  • Rzędziwojowice (Geppersdorf)
  • Sady (Baumgarten)
  • Sarny Wielkie (Groß Sarne)
  • Szydłowiec Śląski (Schedlau)
  • Sosnówka (Kieferkretscham)
  • Tarnica (Tarnitze; 1936–1945: Dornfeld)
  • Tłustoręby (Kirchberg)
  • Wydrowice (Weiderwitz; 1936–1945: Weidendorf O. S.)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niemodlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Heinrich Adamy: Die Schlesischen Ortsnamen ihre Entstehung und Bedeutung. Verlag von Priebotsch`s Buchhandlung (Breslau) 1888 S. 10
  3. Kruszewski, Tomasz: Partia Narodowosocjalistyczna na Śląsku w latach (NSDAP in Schlesien in den Jahren) 1933-1945, Breslau 1995.
  4. Verwaltungsgeschichte Kreis Falkenberg
  5. Städte und Dörfer in dem ehemaligen Landkreis Falkenberg O.S. (Niemodlin). Abgerufen am 14. August 2012.