Nienstedt (Despetal)

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Nienstedt
Wappen von Nienstedt
Koordinaten: 52° 4′ 28″ N, 9° 51′ 56″ O
Höhe: 137 m ü. NHN
Fläche: 1,36 km²
Einwohner: 124 (30. Nov. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Eingemeindet nach: Despetal
Postleitzahl: 31028
Vorwahl: 05065
Nienstedt (Niedersachsen)
Nienstedt

Lage von Nienstedt in Niedersachsen

St. Andreaskirche
St. Andreaskirche

Nienstedt ist ein Ortsteil der Kleinstadt Gronau (Leine) im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nienstedt liegt südwestlich von Hildesheim bzw. östlich von Gronau zwischen den Naturparks Weserbergland im Westen und dem etwas entfernten Harz im Osten. Unmittelbar nordöstlich der ehemaligen Gemeinde befindet sich der Hildesheimer Wald, südlich davon die Sieben Berge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nienstedt wurde 1174 erstmals in einer Urkunde des Bischofs Adelog von Hildesheim erwähnt, damals hieß der Ort Nienstide. 1210 wurde er in einer anderen Urkunde Nigenstede genannt. Von dem Hildesheimer Bischof Konrad II. (1221–46) ist überliefert, dass Nienstedt sein Lieblingssitz war. Eine Pfarrkirche von Nienstedt wurde erstmals 1397 in einer von Papst Bonifatius IX. ausgestellten Urkunde erwähnt. Die Kirche von Nienstedt musste allerdings 1770 wegen Einsturzgefahr aufgegeben werden. Die auf einem Hügel erbaute und weithin sichtbare St. Andreaskirche ist sehenswert. Der Westturm wurde 1830 errichtet, das neogotische Kirchenschiff 1894/95.[2] In der Straße Im Grund im Westen des Dorfes wurde ein alter Brunnen rekonstruiert. In Nienstedt fallen außerdem mehrere gut erhaltene Fachwerkhäuser auf, z. B. in der Bergstraße. Ein Denkmal erinnert mit den Wappen von Eitzum, Barfelde und Nienstedt an die Gründung der Gemeinde Despetal 1974.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte Nienstedt 156 Einwohner.[3] 1901 wurde die Bahnstrecke Elze–Bodenburg, auch als Niedersächsische Almetalbahn bekannt, eingeweiht. Sie verlief südlich von Barfelde sowie – stellenweise in einem Einschnitt – nördlich von Eitzum und Nienstedt. An dieser Bahnlinie wurden in Eitzum und Barfelde je ein Bahnhof gebaut. Ab 1966 wurde die Strecke stillgelegt. In Nienstedt wurde im Bereich der ehemaligen Bahntrasse 1987 ein Bolzplatz angelegt, östlich von Nienstedt ist noch bis kurz vor dem benachbarten Hönze ein Abschnitt des Bahndammes erhalten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemals selbstständige Gemeinde Nienstedt wurde am 1. März 1974 in die Gemeinde Despetal eingegliedert.[4]

Am 1. November 2016 wurde Despetal in die vergrößerte Stadt Gronau (Leine) eingemeindet. Gleichzeitig wurde die Stadt Gronau Mitglied in der ebenfalls am 1. November 2016 durch Zusammenschluss der Samtgemeinden Duingen und Gronau (Leine) entstandenen Samtgemeinde Leinebergland.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. November 2016 wird Nienstedt auf kommunaler Ebene vom Rat der Stadt Gronau (Leine) vertreten.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kommunalwappen wurde der Gemeinde Nienstedt am 27. Juli 1938 durch den Oberpräsidenten der Provinz Hannover verliehen. Der Landrat aus Alfeld überreichte es am 6. Januar 1939.[6]

Wappen von Nienstedt
Blasonierung: „Auf rotem Schild über grünem Schildfuß ein weißgekleideter germanischer Krieger der Zeit um 1000 vor Chr. mit goldener Kopfbedeckung, goldenen Sandalen und goldenem Haar. Die Lanze in der Rechten verläuft im oberen Schildrande. Wehrgehänge und Schwert, dessen Griff die Linke umspannt, in Gold.“[6]
Wappenbegründung: Die Gemeinde Nienstedt lässt sich in ihrer Geschichte bis in die Bronzezeit zurückverfolgen. Ein Friedhof dieser Zeit liegt nahe dem Hildesheimer Walde, und wohl der gewaltigste Grabhügel erhebt sich in der Nähe des südöstlichen Dorfausganges. So erwählte die Gemeinde Nienstedt sich mit bester Begründung einen germanischen Krieger der Bronzezeit als Wappensymbol.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst August Strüber (Text), Martin Klauss (Fotos): Despetal einst und jetzt. Beiträge zur Geschichte von Barfelde, Eitzum und Nienstedt. Hrsg.: Gemeinde Despetal, Harsum: Druckhaus Köhler, 361 Seiten mit zahlreichen Illustrationen, (o. D., 2012?), ISBN 978-3-938385-44-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nienstedt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen der Samtgemeinde Leinebergland – Nienstedt. In: www.vennekohl.de. 30. November 2016, abgerufen am 18. September 2017 (PDF; 3,5 kB).
  2. Angaben zur Geschichte von Nienstedt: Informationstafel am Ortseingang.
  3. Neumanns Orts- und Verkehrslexikon, S. 754. Leipzig 1905.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 204.
  5. Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Gesetz über die Vereinigung der Gemeinden Banteln, Betheln, Brüggen, Despetal, Rheden und der Stadt Gronau (Leine) sowie über die Neubildung des Fleckens Duingen und der Samtgemeinde Leinebergland, Landkreis Hildesheim. Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 22/2015. Hannover 15. Dezember 2015, S. 399–400 (Digitalisat [PDF; 278 kB; abgerufen am 29. Juni 2019] S. 17–18).
  6. a b Wilhelm Barner: Wappen und Siegel des Kreises Alfeld. Neubindung. Lax GmbH & Co. KG, Hildesheim 1998 (Digitalisat des Textteils der Erstauflage von 1940 [PDF; 10,0 MB; abgerufen am 11. Juni 2019]).