Niepołomice

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Niepołomice
Wappen von Niepołomice
Niepołomice (Polen)
Niepołomice
Niepołomice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kleinpolen
Powiat: Wielicki
Gmina: Niepołomice
Geographische Lage: 50° 2′ N, 20° 13′ OKoordinaten: 50° 2′ 2″ N, 20° 13′ 2″ O
Einwohner: 12.000 (31. Dez. 2016)
Postleitzahl: 32-005
Telefonvorwahl: (+48) 41
Kfz-Kennzeichen: KWI
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Krakau-Balice



Niepołomice (deutsch: Niepolomitz[1], Heidenau) ist eine Stadt im Powiat Wielicki der Woiwodschaft Kleinpolen in Polen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde mit etwa 27.250 Einwohnern.

Die Stadt liegt 25 km östlich von Krakau am Ufer der Weichsel am Wald Puszcza Niepołomicka. Sie besitzt das unter König Kasimir III. als Jagdschloss erbautes Königsschloss Niepołomice, dessen ursprünglicher Bau im 14. Jahrhundert errichtet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte von Niepołomice ist durch den Wald und das Jagdschloss geprägt. Das Jagdschloss wurde nach einer Vergrößerung zur königlichen Nebenresidenz, in der vom 14. bis zum 17. Jahrhundert, insbesondere bis zum Tod von Stephan Báthory (1586) die Könige residierten. Nach der Verlegung der Hauptstadt nach Warschau (1610) wurde die Stadt Sitz eines Starostwo (Starostei). In der Folge kam sie an verschiedene Familien des Hochadels, u. a. an die Branicki und die Lubomirski. Der Schwedeneinfall 1655 setzte dem Glanz der Stadt ein Ende. Die Erste Polnische Teilung brachte sie an Österreich, das hier ein Bezirksgericht und verschiedene andere Behörden einrichtete sowie den Marktplatz schuf. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt an das galizische Schienennetz angeschlossen. 2007 wurde die aus den Tuchhallen in Krakau in das Königsschloss verlegte Galerie der polnischen Kunst des 19. Jahrhunderts eröffnet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche

Die ab 1349 errichtete gotische, 1696 barock umgestaltete Pfarrkirche unserer Lieben Frauen und der 10000 Märtyrer (Kościół Dziesięciu Tysięcy Męczenników) ist eine später vermutlich unter Einfluss von Tylman van Gameren einschiffig mit Tonnengewölbe umgebaute, ursprünglich zweischiffigen Kirche vom Typ der Kasimirskirchen (vgl. Stopnica, Szydłów, Wiślica). Sie besitzt eine Renaissancekapelle der Branicki von Santi Gucci und toskanisch-emilianische polychrome Wandmalerei in der Sakristei aus der Zeit um 1360.

Schloss Niepołomice[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenhof des Schlosses

Das bestehende Schloss, das dem Typ der regelmäßigen italienischen Paläste entspricht, ist ein in den Jahren 1550 bis 1571 für König Sigismund II. August errichteter Renaissancebau, dessen vier Flügel um einen nahezu quadratischen Innenhof angeordnet sind. Das zweite Obergeschoss wurde um 1800 abgetragen. Drei Flügel werden von 1637 errichteten Arkadengängen gesäumt, die im Erdgeschoss von Pfeilern und im Obergeschoss von Säulen getragen werden. Das von einer Balustrade abgeschlossene Zufahrtstor mit einem Portal aus dem Jahr 1550 liegt in der Achse des Nordflügels.[2]

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus

Beachtenswert ist auch das Rathaus im Stil der volkstümlichen Romantik von Jan Sas-Zubrzycki aus dem Jahr 1903.

Benediktinerinnenabtei Staniątki[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Glockenturm der Abtei Staniątki

Die Benediktinerinnenabtei in Staniątki wurde 1228 gegründet und unter Kaiser Joseph II. im Jahr 1784 in eine Schule umgewandelt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Niepołomice befindet sich eine Niederlassung des Lastwagenherstellers MAN. Daneben haben sich eine Tochter der Coca-Cola Company, der Fensterhersteller Oknoplast (in Ochmanów), der Tierfutterhersteller Royal Canin und DHL in der Gemeinde niedergelassen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist an die Eisenbahnstrecke (Linia kolejowa nr 91; Haltepunkt in Staniątki) von Krakau über Bochnia und Tarnów nach Rzeszów angeschlossen. Sie liegt an der Landesstraße 75 von Krakau nach Nowy Sącz (Neusandez) und der Wojewodschaftsstraße 964 LimanowaWieliczkaDąbrowa Tarnowska. Die Autostrada A4 (Europastraße 40) führt südlich an der Stadt vorbei und erschließt diese über die Anschlussstelle Szarów.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Niepołomice zählt mehr als 27.000 Einwohner auf einer Fläche von 95 km².

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niepołomice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Georg Krünitz, Oekonomisch-technologische Encyklopädie oder allgemeines System ..., Berlin: Joachim Pauli, 2. Aufl. 1797; S. 644
  2. Jerzy Łoziński: Kunstdenkmäler in Polen: Krakau und Südostpolen. Deutscher Kunstverlag München/Berlin 1984, S. 451, mit Grundriss, ISBN 3-422-00385-1