Niersverband

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Niersverband
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Staatliche Ebene Land/Kommunal
Stellung Körperschaft öffentlichen Rechts
Aufsichtsbehörde Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW
Gründung 22. Juli 1927
Hauptsitz Viersen, Nordrhein-Westfalen
Behördenleitung Dietmar K. W. Schitthelm, Vorstand
Bedienstete 275
Website niersverband.de
Metalltafel am Ufer der Niers zwischen Viersen und Mönchengladbach

Der Niersverband ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts mit Sitz in Viersen.

Das Gebiet des Verbandes ist das in Deutschland gelegene, oberirdische Einzugsgebiet der Niers und des Nierskanals. Mitglieder des Verbandes sind die 31 Städte und Gemeinden, sechs Kreise sowie 323 größere Unternehmen im Verbandsgebiet.

Die Mitglieder verwalten den Verband selbst. Die Rechtsaufsicht liegt beim nordrhein-westfälischen Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Niersverband hat an der Niers und im Niersverbandsgebiet folgende Hauptaufgaben:

  • Unterhaltung von Gewässern
  • Renaturierung von Gewässern
  • Hochwasserschutz
  • Behandlung von Niederschlagswasser
  • Behandlung aller im Verbandsgebiet anfallenden Abwässer
  • Entsorgung der Abfälle, die bei der Aufgabenerfüllung anfallen

Auf freiwilliger Basis kann der Verband auch Aufgaben außerhalb des Verbandsgebietes übernehmen.

275 Mitarbeiter erfüllen diese Aufgaben. Sie betreiben dazu 24 Kläranlagen und Klärwerke, 22 Pumpwerke, 34 Regenüberlaufbecken, 15 Regenrückhaltebecken, 17 Stauanlagen und 18 Pegel. Die Bilanzsumme beträgt 241,4 Millionen Euro, davon sind 15,3 Millionen Personalausgaben (2002). Finanziert werden die Aktivitäten überwiegend aus den Mitgliedsbeiträgen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Niersverband wurde durch preußisches Gesetz vom 22. Juli 1927 mit dem Ziel gegründet, den Gewässerabfluss zu regeln, die häufigen Überschwemmungen zu begrenzen oder zu vermeiden sowie das im Verbandsgebiet anfallende Abwasser zu reinigen. Das Niersverbandsgebiet gehörte damals zur Rheinprovinz des Landes Preußen. Vorbild für die Gründung des Niersverbandes war die Emschergenossenschaft, die seit 1904 bestand. Ebenfalls nach diesem Vorbild gründete man 1913 den Ruhrverband und die Linksrheinische Entwässerungsgenossenschaft LINEG sowie 1925 den Lippeverband und später den Wupperverband (1930).

Mit dem Niersverbandsgesetz (NiersG) vom 15. Dezember 1992 hat das Land Nordrhein-Westfalen die rechtliche Grundlage des Verbandes neu formuliert. Die Aufgaben des Nierverbandes wurden präzisiert und auf die Bewirtschaftung des Grundwassers und auf die Renaturierung von Gewässer ausgedehnt. Außerdem wurde die Selbstverwaltung neu geregelt.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Niersverband ist eine selbstverwaltete Körperschaft des öffentlichen Rechts. Er vertritt die Belange seiner Mitglieder im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen. Organe des Niersverbandes sind

  • die Verbandsversammlung
  • der Verbandsrat
  • der Vorstand

Die Mitglieder entsenden die von Stimmgruppen gewählten Delegierten in die Verbandsversammlung, die mindestens einmal jährlich tagt. Die gewählten Delegierten werden durch Mitglieder der Landwirtschaftskammer ergänzt.

Der Verbandsrat hat die Funktion eines Aufsichtsgremiums. Er besteht aus 15 Mitgliedern. Fünf dieser Mitglieder sind Vertreter der Arbeitnehmer.

Der Vorstand erledigt die Geschäfte der laufenden Verwaltung und ist gesetzlicher Vertreter des Verbandes.

Zahlen und Fakten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einwohner im Verbandsgebiet: 735.000 (2002)
    • davon an Kläranlagen angeschlossen: 730.000
    • Anschlussgrad: 99 %
  • Fläche des Verbandsgebietes: 1.348 km²
    • Bevölkerungsdichte: 554 Einwohner/km²
  • mittlerer Niederschlag (1950–2006): 714 mm/Jahr
  • mittlere Abflussmenge in der Niers: 7,8 m³/s
  • Länge der Niers – gesamt: 112 km, davon
    • in Deutschland: 104 km
    • in den Niederlanden 8 km
    • durch Ausbau stark verändert: 99 km
    • wieder renaturiert (2003): 4 km
  • Gesamtabwassermenge 2002: 83 Millionen m³
  • Abfälle aus der Abwasserreinigung: ca. 100.000 t/Jahr, davon
    • Klärschlamm (18.000 t Trockenmasse): 90.000 t
    • Rechengut 2.500 t
    • Sandfanggut 2.500 t
    • Sonstiges 5.000 t

Mitglieder des Niersverbandes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Niersverband verzeichnet Folgen der globalen Erwärmung. Es gibt mehr lokale Starkregenereignisse als früher. Bei erlaubten 2,8 Milligramm Stickstoff pro Liter Wasser wurde 2016 in der Niers eine Konzentration von sechs bis sieben Milligramm pro Liter gemessen. Das Nitratproblem besteht weiterhin; auch Phosphor und Medikamentenrückstände sind im Wasser. In der großen Kläranlage Mönchengladbach-Neuwerk sind bis 2035 Investitionen in Höhe von insgesamt 184 Millionen Euro geplant.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rheinische Post online 30. Dezember 2016: Niersverband erhöht die Beiträge