Niesgrau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Niesgrau
Niesgrau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niesgrau hervorgehoben
Koordinaten: 54° 45′ N, 9° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Geltinger Bucht
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 9,89 km2
Einwohner: 561 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24395
Vorwahl: 04632
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 148
Adresse der Amtsverwaltung: Holmlück 2
24972 Steinbergkirche
Webpräsenz: www.niesgrau.de
Bürgermeister: Thomas Johannsen (WGN)
Lage der Gemeinde Niesgrau im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklungBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
Über dieses Bild

Niesgrau (dänisch: Nisvrå) ist eine Gemeinde an der Geltinger Bucht im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. In der heutigen Form besteht sie seit 1970. Hunhoi (Hundhøj[2], auch Hunhoved[3]), Koppelheck (dänisch: Kobbelled), Lipping (dän. auch Lepping), Mühlenkoppel (Møllekobbel), Ohrfeldhaff (Udmarkhav), Schnogholm (Snogholm), Stausmark (Stavsmark), Tollgaard, Stobdrup (Stubdrup) und Winnery (Vinderyd[4] oder Vinderyde[5]) liegen im Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Jungsteinzeit stammt das Großsteingrab Ohrfeld.

Der Name Niesgrau setzt sich zusammen aus dän. vrå für Ecke oder Winkel und dem Rufnamen Nis (in schwacher Druckstellung über Niels aus Nicolaus entstanden). Der Ortsname weist somit auf einen Winkel (vrå) hin, der einem Mann namens Nis gehörte. Im Deutschen wurde der Name durch Ausfall des v in grau umgedeutet. Seit dem Spätmittelalter dominierte hier wie in weiten Teilen des Kirchspiels Esgrus der adelige Gutsbesitz, zunächst von Rundhof aus, dann auf den selbständig gewordenen vorherigen Meierhöfen Niesgraugaard und Ohrfeld. Die Leibeigenschaft wurde bereits 1765 aufgehoben. Ab 1853 wurden die Gutsbezirke zur Kapplerharde zusammengefasst.

Nach dem Übergang des Herzogtums Schleswig an Preußen als Folge des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864 wurde das große Kirchspiel Esgrus in neun Landgemeinden und vier Gutsbezirke aufgeteilt. Das Gebiet der heutigen Gemeinde Niesgrau bestand aus den kleinen Gutsbezirken Niesgraugaard und Ohrfeld und den Landgemeinden Koppelheck, Niesgrau und Stobdrup. Der Rest des Kirchspiels bildet heute die Gemeinden Esgrus und Stangheck (einschließlich Rundhof).

Von 1886 bis 1953 verkehrte die Flensburger Kreisbahn im Gemeindegebiet, so dass sich der Ortskern von Niesgrau um den ehemaligen Bahnhof gebildet hat. Auch in Stausmark und Stobdrup befanden sich Haltepunkte der Bahn.

1928 wurden Niesgraugaard nach Niesgrau und Ohrfeld nach Koppelheck eingemeindet, als in ganz Preußen die adeligen Gutsbezirke aufgehoben wurden. 1970 wurden Koppelheck und Stobdrup nach Niesgrau eingemeindet. Gleichzeitig wurde der 1889 eingerichtete Amtsbezirk Rundhof-Esgrus dem Amt Steinbergkirche einverleibt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2013 hat die Wählergemeinschaft WGN alle neun Sitze in der Gemeindevertretung.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Gold und Blau schräg geteilt. Oben ein grüner, aus drei Blättern und einer Eichel bestehender Eichenzweig, unten ein nach links schwimmender silberner Fisch.“[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt, aber auch der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle.

In Niesgrau gab es einen Fährhafen, von dem aus Schiffe zur dänischen Insel Fünen gefahren sind. Mit dem Wegfall der Butterfahrten war der Fährdienst jedoch nicht mehr rentabel und wurde aufgegeben. Heute wird das Gelände unter anderem als Sportboothafen genutzt.

Gut Ohrfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herrenhaus von Gut Ohrfeld (dänisch: Udmark) ist mit seinen Zinnen auffällig gestaltet. Der Name konnte bisher nicht zufriedenstellend gedeutet werden. Zuvor ein Meierhof von Gut Rundhof, wurde das Gut 1613 endgültig selbständig und hatte bis 1853 eine eigene Jurisdiktion.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niesgrau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2016 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Anders Bjerrum, Kristian Hald, Peter Jørgensen: Sydslesvigs stednavne, Band 7, København 1979, S. 377
  3. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, København 1867, Seite 193
  4. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, Band 2, Kopenhagen 1867, S. 442
  5. Anders Bjerrum, Kristian Hald, Peter Jørgensen: Sydslesvigs stednavne, Band 7, København 1979, S. 384
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein