Nietzsche-Gesellschaft

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Die Nietzsche-Gesellschaft e.V. ist eine wissenschaftliche Gesellschaft mit Sitz in Naumburg (Saale). Ihre Zielsetzung ist laut Satzung „die Förderung der philosophischen, interdisziplinären, wissenschaftlichen sowie kulturell-künstlerischen Diskussion über Leben, Werk und Wirken Friedrich Nietzsches.“[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Nietzsche-Gesellschaft wurde 1990 unter dem Namen Förder- und Forschungsgemeinschaft Friedrich Nietzsche e.V. in Halle (Saale) gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Wissenschaftler ebenso wie Politiker und Künstler, die sich in Ost und West in unterschiedlicher Weise mit dem Werk Friedrich Nietzsches auseinandergesetzt haben. Seit 2003 hat die Gesellschaft ihre Geschäftsstelle im Nietzsche-Haus zu Naumburg. Der Vorsitzende der Gesellschaft ist Marco Brusotti, dessen Stellvertreter Enrico Müller.

Die Gesellschaft veranstaltet in Naumburg jährliche internationale Tagungen, in Schulpforta einmal im Jahr eine „Nietzsche-Werkstatt“ für junge Wissenschaftler sowie monatlich philosophische Gesprächsveranstaltungen. Das Jahrbuch Nietzscheforschung, ein führendes internationales wissenschaftliches Publikationsorgan zu Friedrich Nietzsche, erscheint im Auftrag der Nietzsche-Gesellschaft im Akademie-Verlag. Das Jahrbuch beinhaltet die Beiträge der Nietzsche-Werkstätten sowie die wissenschaftlichen Beiträge der Jahrestagungen und einen umfangreichen Aufsatz- und Rezensionenteil.

In Zusammenarbeit mit der Nietzsche-Gesellschaft wird seit 1996 der Literaturpreis des Landes Sachsen-Anhalt alle drei Jahre als Friedrich-Nietzsche-Preis verliehen. Er ist mit einer Preissumme von 15.000 € dotiert.

Den Namen „Nietzsche Gesellschaft“ trug auch eine von Friedrich Würzbach im Jahr 1919 gegründete Gesellschaft, die 1943 aufgelöst und in das Nietzsche-Archiv integriert worden ist.[2]

Friedrich-Nietzsche-Stiftung & Nietzsche-Dokumentationszentrum Naumburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf die Initiative der Nietzsche-Gesellschaft e.V. geht außerdem die Gründung der Friedrich-Nietzsche-Stiftung zurück, die sich insbesondere der Erhaltung der Nietzsche-Gedenkstätten verschrieben hat. Die Stiftungsziele sollen umgesetzt werden, indem die Stiftung die Nietzsche-Gesellschaft und die Nietzschestätten in Sachsen-Anhalt (die Nietzsche-Gedenkstätte in Röcken, das Nietzsche-Haus in Naumburg sowie das Nietzsche-Dokumentationszentrum in Naumburg) unterstützt. Das Nietzsche-Dokumentationszentrum, das sich neben dem Nietzsche-Haus in Naumburg befindet, wurde am 14. Oktober 2010 eröffnet.[3] Direktor der Stiftung ist Andreas Urs Sommer, Leiter des Nietzsche-Dokumentationszentrums Naumburg ist Ralf Eichberg. Das Zentrum soll die Nietzscherezeption in seiner ganzen Breite darstellen und ist auch der Sitz der Stiftung. Den Grundstock für die Arbeit des Zentrums stellt die von der Stadt Naumburg erworbene „Sammlung Richard Frank Krummel“ dar, die als die größte private Sammlung zur Nietzscherezeption im 19. und 20. Jahrhundert angesehen wird. Diese Sammlung des amerikanischen Germanisten Richard Frank Krummel ist dokumentiert im vierbändigen Werk Nietzsche und der deutsche Geist.[4] Seit 2012 verfügt das Zentrum über den Nachlass des Nietzsche-Forschers Wolfgang Müller-Lauter.[5] 2013 kamen wichtige Nietzscheana des Kunsthistorikers Tilmann Buddensieg hinzu.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Satzung (PDF; 29 kB) der Nietzsche-Gesellschaft, Abs. 2 (Rechtschreibung normalisiert).
  2. David Marc Hoffmann: Zur Geschichte Des Nietzsche-Archivs: Chronik, Studien und Dokumente, de Gruyter, Berlin 1991, ISBN 3-11-013014-9, S. 119.
  3. Mitteldeutsche Zeitung: Nietzsche-Zentrum wurde eröffnet
  4. Friedrich-Nietzsche-Stiftung: Das Dokumentationszentrum
  5. N.N.: Nietzsche-Zentrum erhält Nachlass des Forschers Müller-Lauter. In: Die Welt, 19. November 2012
  6. Jana Kainz: Ein anderer Blick auf Nietzsche. In: Naumburger Tageblatt, 20. November 2013