Nifoʻoti

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Nifoʻoti
Nifo'Oti Keule.jpg
Angaben
Waffenart: Schlagwaffe
Bezeichnungen: Zahn am Ende, Bill Hooked Knife, Deadly Tooth, Dancing Knife, Head Knife, Hook Club, War Knife
Verwendung: Waffe, traditionelle Waffe, Kulturwaffe
Einsatzzeit: bis heute
Ursprungsregion/
Urheber:
Samoa
Verbreitung: Samoa
Griffstück: Holz, Metall
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Die Nifoʻoti (auch Nifo oti, samoanisch: Zahn am Ende, auch Bill Hooked Knife, Deadly Tooth, Head Knife oder auch Hook Club) ist eine Keule aus Samoa. Sie wird als Werkzeug, Waffe und Kultgegenstand benutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hakenkeule Nifoʻoti wurde von den Samoanern als Kriegswaffe entwickelt, jedoch als eine Nachahmung westlicher Formen. Bereits 20 Jahre nach James Cooks Ankunft wurden sie als eine einheimische Form betrachtet.[1] Mit der Zeit wurde sie ein Kultgegenstand, der bei Riten und Tänzen (Tanzkeule) bis heute benutzt wird.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nifoʻoti besteht aus Hartholz (pau, roa). Es ist etwa wie ein kurzes Bootspaddel gefertigt. Die Form ist, entgegen anderen ozeanischen Keulen, monolinear und axial symmetrisch. Eine Seite ist mit einer Art Haken ausgestattet, die andere Seite ist mit einer gewellten Reihe Zähnen ausgestattet, die spitz und an den Enden scharf zulaufend sind. Am unteren Ende wird die Schlagfläche schmaler und bildet das Heft. Die anderen Seiten des Nifoʻoti sind scharf gearbeitet.

Meist ist die Oberfläche mit traditionellen Mustern und Schnitzereien und Einlagen verziert. Diese werden mit einem Haifischzahn hineingeritzt. Während in Tonga menschliche Figuren, Fische, Vögel oder Hunde als Motive benutzt werden, weisen samoanische Keulen Wellen- und Zickzacklinien, Quadrate oder kleine Dreiecke auf, wobei diese die Trochusmuschel (Kreiselschnecken) symbolisieren.[2]

Nach der Kolonialisierung hergestellte Versionen behielten den Namen, hatten aber eher Ähnlichkeit mit einem Hau- oder Buschmesser und bestanden aus Metallklingen mit einem Haken an der Oberseite. Diese Version ist das Stahl-Nifoʻoti.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Te Rangi Hiroa: Samoan material culture. (= Bernice P. Bishop Museum Bulletin; 75). Bernice P. Bishop Museum, Honolulu 1930. Darin Kapitel: The Unilateral-Toothed and Hook Clubs, S. 603–605.
  • George Cameron Stone: A Glossary of the Construction, Decoration and Use of Arms and Armor: in All Countries and in All Times. Dover Publications, Mineola, New York 1999, ISBN 0-486-40726-8, S. 469 [1].
  • Sean Mallon: Samoan art and artists. University of Hawaii Press, Honolulu 2002, ISBN 0-8248-2675-2, S. 94–95 (mit Abbildung).
  • Ad Linkels: Faʻa-Samoa. The Samoan way between conch shell and disco. A portrait of Western Samoa at the end of the twentieth century. Mundo Étnico Foundation, Tilburg 1995, ISBN 90-72840-09-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nifo'oti (1899.62.718) im Pitt Rivers Museum. Abgerufen am 9. April 2017 (englisch).
  2. Sean Mallon: Samoan art and artists. University of Hawaii Press, Honolulu 2002, ISBN 0-8248-2675-2, S. 94.