Nigrische Partei für Selbstverwaltung

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Nigrische Partei für Selbstverwaltung
PNA-Al’ouma
Partei­vorsitzender Sanoussi Jackou
Gründung 2. Februar 1997
Haupt­sitz Niamey, Niger
Aus­richtung Konservatismus
Parlamentsmandate 0 von 113

Die Nigrische Partei für Selbstverwaltung (französisch: Parti Nigérien pour l’Autogestion-Al’ouma, Kürzel: PNA-Al’ouma) ist eine politische Partei in Niger.

Geschichte[Bearbeiten]

Die konservative Partei wurde am 2. Februar 1997 unter der Führung von Sanoussi Jackou gegründet.[1] Jackou, der Hausa und Tuareg zu seinen Vorfahren zählt, war zuvor aus der von ihm ebenfalls mitbegründeten Partei CDS-Rahama ausgeschlossen worden, weil er entgegen der Parteilinie mit dem Regime von Staatspräsident Ibrahim Baré Maïnassara zusammenarbeitete.[2] Bald nach der Parteigründung des PNA-Al’ouma wechselte Jackou ins Lager der Opposition gegen Baré Maïnassara.[3] Dem PNA-Al’ouma gelang der Einzug in die Nationalversammlung, als er bei den Parlamentswahlen von 2004 in einem Wahlbündnis mit dem PNDS-Tarayya antrat. Der PNA-Al’ouma erhielt einen Sitz in der Nationalversammlung, der vom Parteivorsitzenden Jackou besetzt wurde.[4] Offiziell verbündet mit der Oppositionspartei PNDS-Tarayya, unterstützte der PNA-Al’ouma zugleich Staatspräsident Mamadou Tandja bei dessen internem Machtkampf in der Regierungspartei MNSD-Nassara. Als Staatspräsident Tandja nach einer in der Verfassung nicht vorgesehenen dritten Amtszeit strebte, wurde dies von Sanoussi Jackou zunächst abgelehnt, dann nach zunehmender Schwächung des Oppositionslagers unterstützt.[5] Mamadou Tandja schaltete das Parlament aus und ließ – nach einer Bestätigung seiner dritten Amtszeit durch das Verfassungsreferendum von 2009 – die Parlamentswahlen von 2009 stattfinden, die von den meisten großen Oppositionsparteien boykottiert wurden. Der PNA-Al’ouma trat an, diesmal ohne Mitglied eines Wahlbündnisses zu sein, und gewann erneut einen Sitz in der Nationalversammlung.[6] Seit dem Sturz Mamadou Tandjas durch Salou Djibo im Februar 2010 und den Parlamentswahlen von 2011 ist die Nigrische Partei für Selbstverwaltung nicht mehr in der Nationalversammlung vertreten. Im Zuge einer Regierungsumbildung ernannte Staatspräsident Mahamadou Issoufou 2013 die Luftfahrtexpertin Rakiatou Kaffa-Jackou, Mitglied des PNA-Al’ouma und Tochter des Parteigründers, zur beigeordneten Ministerin für industrielle Entwicklung.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Les partis politiques nigériens, leurs leaders respectifs et les pratiques politiques inavouables. Website africatime.com, veröffentlicht am 1. März 2004, abgerufen am 11. Oktober 2012.
  2. Pierre Englebert: Niger. Recent History. In: Katharine Murison (Hrsg.): Africa South of the Sahara. 32. Aufl., Routledge, London 2002, ISBN 1-85743-131-6, S. 752.
  3. André Salifou: Niger. Évolution du processus démocratique nigérien de 1991 à 1999 (PDF; 218 kB), S. 159. Website der Frankophonie, abgerufen am 23. Oktober 2012.
  4. Genese et Evolution du PNDS. Website des PNDS-Tarayya, veröffentlicht am 25. April 2008, abgerufen am 6. Oktober 2012.
  5. Abdourahmane Idrissa und Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Aufl., Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 978-0-8108-6094-0, S. 279–280.
  6. Niger: Parliamentary elections Assemblée nationale, 2009. Website der Interparlamentarischen Union, abgerufen am 25. September 2012.
  7. Agence Nigérienne de Presse: Niger-Gouvernement/composition. 13. August 2013, abgerufen am 2. Oktober 2013 (französisch).