Nik Kershaw

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Nik Kershaw (2016)

Nicholas David Kershaw – bekannt als Nik Kershaw – (* 1. März 1958 in Bristol) ist ein britischer Multi-Instrumentalist, Singer-/Songwriter und Komponist, der zwischen Herbst 1983 und Ende 1985 große Erfolge mit Titeln wie I Won’t Let the Sun Go Down on Me, Wouldn’t It Be Good oder The Riddle verzeichnen konnte. Später trat er auch als Komponist u. a. für Chesney Hawkes oder The Hollies in Erscheinung. Seine späteren Werke wie 15 Minutes, To Be Frank etc. werden eher dem Progressive Rock zugeordnet.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kershaw wuchs in Ipswich in der Grafschaft Suffolk auf. Mit zehn Jahren stand er erstmals auf einer Bühne. Seine Eltern erkannten früh das Talent ihres Sohnes. So lernte er bereits als Kind die Instrumente Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug. Schon als Schüler war Kershaw stets Mitglied in verschiedenen Bands. Trotzdem begann er nach der Schulzeit zunächst eine Ausbildung beim Arbeitsamt in Ipswich, die er aber abbrach. 1981 gründete er die Funk-Band The Fusion. Da die Band keinen Plattenvertrag bekam, versuchte sich Kershaw als Solokünstler und erhielt 1983 einen ersten eigenen Plattenvertrag.

Unter dem Namen Nik Kershaw veröffentlichte er im September 1983 mit I Won’t Let the Sun Go Down on Me seine erste Single. Im Februar 1984 erschien mit Human Racing das dazugehörige Album, das sich in mehreren Ländern wochenlang in den Top-Ten hielt. Kurz zuvor erreichte Kershaw mit dem Song Wouldn’t It Be Good die Top 10 in den britischen und deutschen Charts.

Aufgrund des Erfolges des Debütalbums veröffentlichte er noch im November desselben Jahres die Nachfolge-LP The Riddle, aus der etwa zur selben Zeit die gleichnamige Single ausgekoppelt wurde. Von diesem Zeitpunkt an konnte man Nik Kershaw zu den Popstars der 1980er-Jahre zählen. 1985 spielte er auf dem von Bob Geldof initiierten Live-Aid-Konzert im Londoner Wembley-Stadion.

Nach den zwei weiteren, weit weniger erfolgreichen Alben Radio Musicola (1986) und The Works (1989) zog sich Kershaw weitgehend aus dem Musikgeschäft zurück. Zwischen 1990 und 1998 war er sporadisch als Studiomusiker und Songwriter tätig, unter anderem für Boyzone, Bonnie Tyler, Cliff Richard und Colin Blunstone. Für den britischen Sänger Chesney Hawkes schrieb und produzierte er den Song The One and Only, der im Jahr 1991 zu einem Welthit wurde.

Nachdem er im August 1991 mit The Collection ein erstes Best-Of-Album veröffentlichte, erschien Ende 1998 das zweite offizielle Greatest Hits-Album mit zwei Remixen im typischen Stil der 1990er-Jahre. 1999 versuchte Nik Kershaw mit dem Album 15 Minutes ein Comeback. Dieses Album und der 2001 erschienene Nachfolger To Be Frank erhielten zwar positive Kritiken, verkauften sich aber nur schwach. Das Album Then & Now von 2005 enthält eine Mischung aus alten Hits und vier neuen Songs.

Nik Kershaw 2014 in Bristol

Für das Album You've Got to Laugh schloss Kershaw keinen Plattenvertrag ab. Er veröffentlichte das Album am 26. Oktober 2006 auf seinem eigenen Label Shorthouse Records und in Apples iTunes Store. Auf You’ve Got to Laugh wirken Simon Phillips, Nick Beggs (Kajagoogoo) und Imogen Heap als Gastmusiker mit. Am 25. April 2008 wurde das Album in Deutschland über das Label Rough Trade veröffentlicht.

Am 1. Februar 2010 erschien mit No Frills eine Sammlung ausgewählter Titel in neu aufgenommenen Akustikversionen. Das Album ist über Kershaws Website und über den iTunes Store erhältlich. Am 19. Oktober 2012 wurde das Doppelalbum Genesis Revisited II von Steve Hackett veröffentlicht. In diesem singt Kershaw auf der ersten CD das Stück The Lamia. Im Jahr 2019 machte er anlässlich des 35. Geburtstag seines erfolgreichsten Albums Wouldn’t It Be Good eine internationale Tournee.[1] Im selben Jahr erhielt er einen Ehrendoktortitel der University of Suffolk für sein musikalisches Wirken.[2]

Neben seiner Arbeit als Musiker hat Nik Kershaw auch ein Buch geschrieben. In Spilling the Beans On ... Making It in Music wirft er einen kompetenten und humorvollen Blick auf das Musikgeschäft. Das Buch ist bislang nur in englischer Sprache erhältlich.

Nik Kershaw hat mit seiner ersten Frau Sheri, die als Backgroundsängerin auf mehreren seiner Alben mitwirkte, drei Kinder. Im November 2003 trennten sich die beiden nach 20 Jahren Ehe. Seit dem 20. Juni 2009 ist er mit Sarah Kershaw verheiratet. Mit ihr hat Kershaw einen gemeinsamen Sohn.[3][4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH UK UK US US
1984 Human Racing DE8
(27 Wo.)DE
CH12
(24 Wo.)CH
UK5
Platin
Platin

(61 Wo.)UK
US70
(17 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 27. Februar 1984
Verkäufe: + 350.000
The Riddle DE12
(22 Wo.)DE
CH23
(7 Wo.)CH
UK8
Platin
Platin

(36 Wo.)UK
US113
(10 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 19. November 1984
Verkäufe: + 315.000
1986 Radio Musicola UK47
Silber
Silber

(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 24. Oktober 1986
Verkäufe: + 60.000
1989 The Works
Erstveröffentlichung: 22. Mai 1989
1999 15 Minutes
Erstveröffentlichung: 18. Januar 1999
2001 To Be Frank
Erstveröffentlichung: 23. April 2001
2006 You’ve Got to Laugh
Erstveröffentlichung: 26. Oktober 2006
2012 Ei8ht UK91
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 6. August 2012

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Spilling the Beans On … Making It in Music. Illustriert von Martin Remphry. Miles Kelly Publishing, Great Bardfield (Vereinigtes Königreich) 2001, ISBN 978-1-84236-010-1 (englisch, 96 S.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Nik Kershaw – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicole Ankelmann: "Die Leute wollen die alten Hits hören". Abgerufen am 14. November 2019.
  2. Jake Foxford: Nik Kershaw among University of Suffolk's 2019 honorary graduates. Abgerufen am 14. November 2019 (englisch).
  3. belfasttelegraph.co.uk: How Nik Kershaw didn't let the sun go down on his career
  4. Paul Lester: Whatever happened to 'I Won't Let the Sun Go Down On Me' singer Nik Kershaw. 4. Oktober 2014, abgerufen am 14. November 2019 (englisch).