Niklas Süle

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Niklas Süle
bei der Nationalmannschaft (2018)
Personalia
Geburtstag 3. September 1995
Geburtsort Frankfurt am MainDeutschland
Größe 195 cm
Position Innenverteidigung (rechte Außenbahn)
Junioren
Jahre Station
0000–2006 Rot-Weiß Walldorf
2006–2009 Eintracht Frankfurt
2009 SV Darmstadt 98
2010–2013 TSG 1899 Hoffenheim
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2012–2013 TSG 1899 Hoffenheim II 6 (0)
2013–2017 TSG 1899 Hoffenheim 108 (7)
2017–2022 FC Bayern München 114 (6)
2022– Borussia Dortmund 15 (1)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2010–2011 Deutschland U16 10 (2)
2011–2012 Deutschland U17 16 (3)
2012–2013 Deutschland U18 4 (0)
2013–2014 Deutschland U19 3 (0)
2014 Deutschland U20 1 (0)
2014–2016 Deutschland U21 11 (1)
2016 Deutschland Olympiaauswahl 6 (0)
2016–2022 Deutschland 45 (1)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 29. Januar 2023

2 Stand: 1. Dezember 2022

Niklas Süle (* 3. September 1995 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Fußballspieler. Nach mehreren Jahren bei der TSG 1899 Hoffenheim und dem FC Bayern München spielt der Innenverteidiger seit 2022 bei Borussia Dortmund. Auf denselben Positionen wird er seit 2016 in der deutschen Nationalmannschaft eingesetzt.

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süles Familie stammt väterlicherseits aus Ungarn. Sein Großvater György wanderte mit seiner Frau aus der ungarischen Hauptstadt Budapest nach Deutschland aus.[1][2] Sein Vater Georg ist in Deutschland geboren, besaß bis zu seinem 16. Lebensjahr aber neben dem deutschen auch den ungarischen Pass. Süles Eltern trennten sich, als er vier Jahre alt war; er hat einen ebenfalls fußballbegeisterten, drei Jahre älteren Bruder.[3][4] Wegen seines Nachnamens, der dem türkischen Namen Süleyman ähnelt, erhielt Süle einmal eine Anfrage von Vertretern des türkischen Fußballverbandes, die ihn für türkischstämmig hielten.[5]

Parallel zu seiner Fußballkarriere erlangte Süle an der Kraichgau-Realschule Sinsheim die Mittlere Reife.[3] Hierbei wurde er von Lehrern der Initiative Anpfiff ins Leben unterstützt.[6]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süle begann bei Rot-Weiß Walldorf mit dem Fußballspielen und wechselte zehnjährig in die Jugendabteilung von Eintracht Frankfurt, für die er drei Spielzeiten lang aktiv war.[7] Im Juni 2009 ging er zum SV Darmstadt 98, dem er sechs Monate angehörte, bevor er in der Winterpause von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichtet wurde und mit anderen Nachwuchsspielern in deren Internat einzog.[6] Schon mit 16 Jahren rückte der Verteidiger in die Hoffenheimer A-Jugend auf, wo er fortan sehr häufig berücksichtigt wurde. Süle spielte in seiner ersten U19-Bundesligasaison neben Teamkameraden wie Patrick Schorr, Paul Ehmann und Jeremy Toljan in der Verteidigung, die neben der SpVgg Unterhaching die jeweils viertwenigsten Gegentreffer zuließ. Süle bereitete ein Tor vor, war mit vier gelben Karten vergleichsweise fair und stand mit seiner Mannschaft am Saisonende lediglich zwei Punkte über der Abstiegszone, während Bayern München den Staffelsieg holte und auch Konkurrenten wie Freiburg, Mainz und Stuttgart in der oberen Tabellenhälfte landeten. Trotzdem berief Nationaltrainer Stefan Böger den Jungen in die Auswahl für die U17-EM in Slowenien, bei der dieser vier von fünf Turnierspielen, einschließlich des verloren gegangenen Finales, absolvierte. Mit ihm im Kader standen mit Julian Brandt, Leon Goretzka, Niklas Stark und Timo Werner weitere spätere A-Nationalspieler.

TSG 1899 Hoffenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 in Hoffenheim

Zur Saison 2012/13 rückte Süle in die zweite Mannschaft der Hoffenheimer auf, für die er erste Einsätze in der Regionalliga Südwest absolvierte. Parallel dazu war er hauptsächlich als Stamm-Innenverteidiger neben wechselnden Partnern im U19-Bundesligateam aktiv. Aufgrund einer Gelbsperre von Jannik Vestergaard nominierte Markus Gisdol, Trainer der ersten Herrenmannschaft, Süle am vorletzten Spieltag für die Anfangsformation[8], womit dieser mit 17 Jahren, acht Monaten und acht Tagen zum bis dato jüngsten im Oberhaus eingesetzten Spieler der TSG wurde.[9] Gisdol ließ ihn auch eine Woche später für einige Minuten beim 2:1 über Borussia Dortmund auflaufen. An jenem letzten Spieltag konnte sich das abstiegsbedrohte Team noch auf Rang 16 retten und besiegte unter Mitwirkung von Süle in den anschließenden zwei Relegationspartien den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Nachdem drei Innenverteidiger, darunter Matthias Jaissle, das Team im Sommer 2013 verlassen hatten, spielte Süle zwischen dem 9. und dem 25. Spieltag in der Bundesliga stets durch und konnte sogar drei Tore, davon zwei mit dem Kopf, erzielen. Für die zweite Mannschaft spielte er hingegen nur noch zweimal.

Hoffenheim und Süle starteten vergleichsweise gut in die Spielzeit 2014/15, von den ersten neun Spielen ging keins verloren. Beim 4:3 über Hannover 96 gelang dem Verteidiger das Tor zum 4:2 (Endstand 4:3), zwei Wochen später zog er sich dann Mitte Dezember 2014 gegen Eintracht Frankfurt ohne Fremdeinwirkung einen Kreuzbandriss zu. Im Sommer 2015 kehrte Süle nach achtmonatiger Verletzungspause wieder auf den Platz zurück und absolvierte 34 von 35 Saisonspielen, alle über die volle Spielzeit. Mit 6,2 entschärften Situationen pro Partie war er somit dem Magazin 11 Freunde zufolge der effektivste Verteidiger der Liga. Darüber hinaus war Süle bereits zu diesem Zeitpunkt der „Abwehrchef“ des Teams und ein wichtiger Faktor im Aufbauspiel.[10] Nach Siegen in allen Qualifikationsspielen gelang dem U21-Nationalspieler und seinen Teamkollegen der Einzug in die Endrunde der EM 2017, im Anschluss an die Ligasaison gewann man bei den Olympischen Spielen Silber. Aufgrund dessen wurde Süle als erster Hoffenheimer Spieler für die A-Nationalmannschaft berücksichtigt.[11] Auch nach seiner Rückkehr blieb Süle, der Angebote aus England erhielt[11], fester Bestandteil des Hoffenheimer Defensivverbunds. Ab dem 21. Spieltag verlor er mit der Mannschaft in der Bundesliga nur noch zweimal, nachdem man die Hinserie sogar gänzlich ohne Niederlage absolviert hatte. Am Saisonende stand das Team auf Rang 4 und qualifizierte sich so erstmals für den Europapokal. Für Süle erfolgte im Anschluss an die Saison 2016/17 die erstmalige Einstufung in die internationale Klasse in der Rangliste des deutschen Fußballs; in der Kategorie der Innenverteidiger belegte er nach Mats Hummels und vor Javi Martínez (beide im Dienste seines künftigen Arbeitgebers Bayern München) Rang 2.[12]

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 beim Training auf dem Gelände des FC Bayern München

Zur Saison 2017/18 verpflichtete der FC Bayern München ihn und seinen Teamkollegen Sebastian Rudy. Süle erhielt einen bis 30. Juni 2022 laufenden Vertrag[13] und traf auf die Stamm-Innenverteidiger Mats Hummels und Jérôme Boateng; allerdings war Letzterer in der Vorsaison häufiger verletzungsbedingt ausgefallen. Am 18. August 2017 (1. Spieltag) absolvierte der Verteidiger sein erstes Bundesligaspiel für den FC Bayern beim 3:1-Heimsieg gegen Bayer 04 Leverkusen und erzielte den Treffer zum 1:0 in der 9. Minute, das erste Tor der 55. Bundesligasaison. Als Teil einer Viererkette wurde er unter Carlo Ancelotti sowie dessen Nachfolger Jupp Heynckes im Wechsel mit Boateng und Hummels eingesetzt, absolvierte in vier Wettbewerben allerdings von den dreien die meisten Pflichtspiele. Neben dem Supercup gewann Süle, der noch je zwei Tore und zwei Assists beisteuerte und Javi Martínez ins defensive Mittelfeld verdrängte, mit dem FC Bayern auch die deutsche Meisterschaft. Die Partie um den Supercup ging letztlich ins Elfmeterschießen, in welchem der Verteidiger den entscheidenden Elfmeter für sein Team verwandelte, ehe Dortmunds letzter Schütze Marc Bartra verschoss. Im DFB-Pokal unterlag man nach einem 1:1 nach 82 Minuten letztlich doch noch Eintracht Frankfurt, nachdem die Eintracht binnen 12 Minuten zwei Tore erzielte. Bis zum Halbfinalhinspiel in der Champions League, in welcher der Innenverteidiger nun auch debütierte, blieben die Münchner bis auf ein 0:3 gegen Paris Saint-Germain, nach dem Ancelotti entlassen wurde, ohne Niederlage. Im Halbfinale scheiterten die Bayern und ihr Spieler aber am späteren Wettbewerbssieger Real Madrid. Im Rückspiel gegen die Spanier, das mit 2:2 endete, war Süle laut dem kicker mit einer 1,5 der notenbeste Akteur des FC Bayern und wurde auch auf Seiten des Gegners nur vom Doppeltorschützen Karim Benzema, der eine glatte 1 erhielt, getoppt; Bayern Keeper Sven Ulreich erhielt hingegen gar als einziger Spieler die Note 5. Süle setzte nach einer guten Stunde unter anderem den Madrider Leihspieler James Rodriguez in Szene, der das 2:2 erzielte, woraufhin das Team mit einem weiteren Treffer noch Chancen auf ein Weiterkommen gehabt hätte.[14] Nach Abschluss der Spielzeit 2017/18 wies der Defensivspieler erneut seine internationale Klasse nach; gemeinsam mit den Innenverteidigerkollegen Boateng und Hummels setzte er sich in der kicker-Rangliste gegen Konkurrenten und andere Nationalspieler wie Manuel Akanji, Matthias Ginter und Niklas Moisander, die nur im weiteren Kreis landeten, durch.[15]

Der ab Sommer 2018 verantwortliche Trainer Niko Kovac rotierte ebenfalls innerhalb des Innenverteidigerverbunds, wobei Süle aber erneut die meisten Einsätze des Trios vorweisen konnte. In der Bundesliga gewann er mit dem FC Bayern dessen siebten Meistertitel in Folge, beteiligt hatte er sich hier neben seinen Defensivleistungen mit dem Tor zum 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf (Endstand 3:3) sowie mit dem einzigen Treffer im Spiel gegen Werder Bremen, als er einen Schuss von Thiago abfälschte. Allerdings erhielt der Verteidiger diesmal vom kicker in vier Ligaspielen eine 5, darunter auch das Düsseldorfspiel.[16] Erstmals gewann Süle im Frühjahr 2019 mit dem FC Bayern den DFB-Pokal, als RB Leipzig im Endspiel mit 3:0 besiegt wurde. Zuvor hatte Süle im Viertelfinale gegen den Zweitligisten Heidenheim (Endstand 5:4) beim Stand von 1:0 nach einer Viertelstunde den Gegenspieler Robert Andrich vor der eigenen Strafraumkante gefoult und dafür Rot gesehen.[17] Auch in dieser Spielzeit scheiterten Spieler und Team in der Königsklasse am späteren Wettbewerbssieger, diesmal war es im Achtelfinale der FC Liverpool. Diesem unterlag man im Rückspiel, nachdem man bis dahin im Wettbewerb vier Siege und drei Remis hatte vorweisen können, mit 1:3. In dieser Partie erhielt Süle die Note 3,5 und war somit neben Flügelstürmer Serge Gnabry der am besten benotete Akteur der Münchner auf dem Feld; zum Vergleich erhielt beispielsweise der mehrmalige Welttorhüter Manuel Neuer eine 4,5 oder Außenverteidiger Rafinha gar eine 5.[18] Hinter Hummels, Leverkusens Jonathan Tah und RB Leipzigs Willi Orban belegte Süle den vierten Platz in der Rückrundenrangliste für Innenverteidiger.[19]

Am 19. Oktober 2019 (8. Spieltag) erlitt der Verteidiger im Bundesligaspiel gegen den FC Augsburg erneut einen Kreuzbandriss und fiel monatelang aus.[20][21] Beim Pokalsieg Anfang Juli 2020 stand er wieder im Kader des FC Bayern, am 8. August 2020 bestritt er hingegen erstmals wieder ein Pflichtspiel für seinen Verein, als er im Champions-League-Achtelfinalrückspiel gegen den FC Chelsea in der 63. Minute für Jerome Boateng eingewechselt wurde.[22] Aufgrund der COVID-19-Pandemie war die Europapokalsaison zugunsten der jeweiligen nationalen Ligen weit in den Sommer hinein ausgedehnt worden, ab dem Viertelfinale fanden dann auch anders als üblich nur noch K.-o.-Spiele statt. So besiegten die Bayern mit Süle erst den FC Barcelona mit 8:2, dann Olympique Lyon mit 3:0 und schließlich Paris Saint-Germain mit 1:0. Im Endspiel profitierte Süle von einer Muskelverletzung Boatengs nach bereits 25 Minuten, woraufhin er von Trainer Hansi Flick eingewechselt wurde. In seiner Abwesenheit hatten seine Teamkameraden in der Liga des Weiteren ab dem 15. Spieltag bis auf ein Unentschieden nur noch Siege eingefahren und den achten Meistertitel in Folge geholt.

Neben dem Supercup gewann der Verteidiger im Jahr 2020 mit dem FC Bayern München noch den UEFA-Supercup. Ebenfalls erfolgreich waren die Münchner bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft in Katar, welche ursprünglich im Dezember 2020 hätte stattfinden sollen und auf Februar 2021 verschoben wurde. Dieses Sextuple hatte vor den Bayern und Flick nur der FC Barcelona unter seinem Übungsleiter Pep Guardiola im Jahr 2009 gewonnen.[23]

Während Süles Abwesenheit und nach dem Wechsel Mats Hummels' nach Dortmund war David Alaba in der Vorsaison von der linken Außenbahn in die Innenverteidigung verschoben worden, wohingegen der als Ersatz für Hummels verpflichtete Lucas Hernández künftig häufiger links außen auflief. Hier konnte sich aber unter Trainer Flick der junge Alphonso Davies profilieren, woraufhin Süle, Alaba, Boateng und Hernández in der Spielzeit 2020/21 in Rotation Innenverteidigerduos bildeten; Hernández wich jedoch trotz allem noch für einige Spiele auf die linke Außenbahn aus, Alaba ins defensive Mittelfeld. Im Rahmen des Gewinns der neunten Vereinsmeisterschaft erhielt Süle vom kicker im Verlauf der Ligasaison, die mit einem 8:0 über den späteren Absteiger FC Schalke 04 begann, zweimal in Folge die Note 5 und einmal sogar eine 5,5. Letztere bekam der Verteidiger als notenschlechtester Spieler auf dem Feld unter anderem, nachdem er durch einen Fehlpass den 2:3-Endstand aus Sicht seiner Mannschaft, die erst mit 2:0 geführt hatte, verursachte.[24] In der Champions League schieden die Münchner als Titelverteidiger im Viertelfinale gegen PSG aus. Das Rückspiel wurde zwar ohne Süle mit 1:0 gewonnen, im Hinspiel hatte man jedoch zuhause mit 2:3 verloren. Hierbei waren Torwart Neuer (Note 5) und Süle (wieder eine 5,5) die nach Zensuren schlechtesten Akteure und beide entscheidend daran beteiligt, dass die Franzosen bereits nach 28 Spielminuten mit 2:0 führten.[25] Im Pokal war diesmal bereits in der 2. Hauptrunde Schluss, als man nach einem 2:2 innerhalb der regulären Spielzeit gegen den Zweitligisten Holstein Kiel bis ins Elfmeterschießen musste, in welchem Marc Roca spielentscheidend verschoss. In die Rangliste des deutschen Fußballs schaffte es Süle dann diesmal auch nicht. David Alaba, der im Sommer 2021 zu Real Madrid wechselte und vom kicker zum „Abwehrchef“ der Münchner gekürt worden war, besetzte in der internationalen Klasse hingegen Rang 1, Boateng Rang 4 und der Ex-Bayer Hummels rangierte auf dem 2. Platz.[26]

Die Lücke, die Alaba und auch Boateng (ging nach Lyon) in der Verteidigung hinterlassen hatten, füllten die Verantwortlichen des FC Bayern in der Folge mit Dayot Upamecano von RB Leipzig. Auch Flicks Nachfolger auf der Trainerbank, der ebenfalls aus Leipzig verpflichtete Julian Nagelsmann, ließ in der Innenverteidigung rotieren und setzte trotz allem am häufigsten auf Süle, den mittlerweile erfahrensten Abwehrspieler des Teams. Dieser erhielt im Saisonverlauf vom kicker-Sportmagazin Zensuren zwischen 2 und 3,5. Beim 2:4 in Bochum bekam der Verteidiger jedoch die Note 5, was allerdings dem Teamdurchschnitt entsprach; sein Nebenmann Upamecano erhielt sogar eine 6, nachdem dieser zwei Gegentreffer indirekt verursacht und einen dritten durch ein vorheriges Handspiel ermöglicht hatte.[27] Jenen Upamecano ersetzte Süle in der 2. Runde des DFB-Pokals nach 55 Minuten, als Borussia Mönchengladbach bereits mit 4:0 führte. Im Rahmen der höchsten Niederlage (0:5) des FC Bayern in der Geschichte des Wettbewerbs erhielt Süle erneut die Note 5, war aber auch wieder genauso schlecht wie der Rest der Mannschaft.[28] Im Vergleich zu seinen Teamkollegen wies der Innenverteidiger, der in fünf Spielzeiten lediglich achtmal Gelb gesehen hatte, innerhalb seiner letzten Bundesligasaison für den FC Bayern trotz dessen den besten Wert an gewonnenen Zweikämpfen (64 %) auf.[4]

Borussia Dortmund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Vertragsende beim FC Bayern wechselte Süle zur Saison 2022/23 ablösefrei zu Borussia Dortmund, wo er einen bis zum 30. Juni 2026 gültigen Vertrag erhielt.[29][30] Beim BVB tritt der Hesse in Konkurrenz mit dem etablierten Innenverteidiger Mats Hummels – den er noch aus München kennt – sowie dem ebenfalls neu verpflichteten Nationalspieler Nico Schlotterbeck und dem 19-jährigen Soumaïla Coulibaly.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süle debütierte am 15. Oktober 2010 in der U16-Nationalmannschaft, die in Göttingen mit 3:2 gegen die nordirische Auswahl gewann. Sein erstes Länderspieltor erzielte er zwei Tage später in Baunatal beim 4:1-Sieg gegen den gleichen Gegner mit dem Treffer zum 2:0 in der 65. Minute. Er nahm mit der U17-Nationalmannschaft an der vom 4. bis 16. Mai 2012 in Slowenien ausgetragenen Europameisterschaft teil und bestritt dort vier Turnierspiele einschließlich des mit 4:5 im Elfmeterschießen gegen die Auswahl der Niederlande verlorenen Finales. Beim olympischen Fußballturnier vom 3. bis 20. August 2016 in Rio de Janeiro bestritt er alle sechs Turnierspiele. Das Finale gegen Brasilien wurde mit 4:5 im Elfmeterschießen verloren, wobei Süle seinen Elfmeter verwandelte.[31] Am 1. November 2016 wurden ihm und seinen Mitspielern der Olympia-Auswahlmannschaft das Silberne Lorbeerblatt durch den Bundespräsidenten verliehen.[32]

Im ersten Länderspiel nach der Europameisterschaft am 31. August 2016 in Mönchengladbach gegen Finnland gab Süle mit seinem Startelfeinsatz beim 2:0-Sieg sein Debüt in der A-Nationalmannschaft.[33] Bundestrainer Joachim Löw nominierte ihn für den FIFA-Konföderationen-Pokal 2017 in Russland.[34] Im Turnier, das die deutsche Mannschaft gewann, kam er auf vier Einsätze, darunter einen Kurzeinsatz beim 1:0-Finalsieg gegen Chile am 2. Juli 2017.[35] Auch bei der WM 2018, die ebenfalls in Russland stattfand, stand der Verteidiger im Kader und kam im letzten der drei Gruppenspiele zum Einsatz; anschließend schied der amtierende Weltmeister aus dem Wettbewerb aus. In einem Testländerspiel am 15. November 2018 gegen die russische Nationalmannschaft erzielte Süle beim 3:0 seinen ersten Länderspieltreffer.

Mit der deutschen Auswahl erreichte er bei der Europameisterschaft 2021 das Achtelfinale, wo Deutschland gegen England ausschied.

Im November 2022 wurde Süle von Trainer Hansi Flick in den Kader für die WM in Katar berufen. Für seine Leistung im Spiel gegen Japan, das mit 1:2 endete, erhielt er Kritik von Flick wie auch von den Ex-Nationalspielern Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger.[36] Süle war nicht wie gewohnt in der Innenverteidigung aufgeboten worden, sondern auf dem rechten defensiven Flügel, auf welchem er direkt an beiden Gegentreffern beteiligt war.[37] Auch im zweiten Gruppenspiel – 1:1 gegen Spanien – sorgte ein Abwehrfehler des mittlerweile wieder im Abwehrzentrum spielenden Süle für ein Gegentor.[38] Durch das schlechtere Torverhältnis gegenüber den punktgleichen Spaniern schieden die Deutschen wie schon vier Jahre zuvor nach der Gruppenphase aus, nachdem sie ihr letztes Spiel mit 4:2 gegen Costa Rica gewannen.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

A-Nationalmannschaft
U-Nationalmannschaften
FC Bayern München
Persönlich

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2020 eröffneten die Brüder Niklas und Fabian Süle in ihrer Heimatstadt Mörfelden-Walldorf eine Bar namens Forty Five. Der Name leitet sich von Niklas’ ehemaliger Rückennummer in Hoffenheim ab.[40]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Niklas Süle – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. fcbayernmunchen.hu: Niklas Süle magyar származású (Memento vom 11. Dezember 2017 im Internet Archive)
  2. achtzehn99.de: Julius Illes: „Tapemaster J.“ im Ruhestand
  3. a b Niklas Süle. In: Internationales Sportarchiv 44/2016 vom 1. November 2016, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 20/2018 (abgerufen via Munzinger Online).
  4. a b Spielerprofil, bvb.de, abgerufen am 7. Juli 2022
  5. Kuriose Panne: Türkei wollte Süle sport1.de, am 25. März 2017, abgerufen am 25. März 2017
  6. a b Niklas Süle: Über alle Stolpersteine hinweg, achtzehn99.de, abgerufen am 17. Februar 2022
  7. Süle, Niklas – Kicker.de
  8. Gisdol: „Ordentliche Leistung von Süle“ – 1899aktuell (Memento vom 8. Juni 2013 im Internet Archive)
  9. Süle abgelöst: Beier nun Hoffenheims jüngster Bundesligaspieler, transfermarkt.de, abgerufen am 9. Februar 2020
  10. Der Musterprofi, 11freunde.de, abgerufen am 17. Februar 2022
  11. a b Hoffenheims Süle spielt seine aufregendste Saison, bundesliga.com, abgerufen am 17. Februar 2022
  12. kicker Rangliste Sommer 2017, kicker.de, abgerufen am 16. Februar 2022
  13. Pressemitteilung auf der Homepage des FC Bayern München, abgerufen am 15. Januar 2017.
  14. Spektakel in Madrid: FC Bayern nach 2:2 ausgeschieden, kicker.de, abgerufen am 4. Juli 2022
  15. kicker-Rangliste Sommer 2018 – Innenverteidiger, kicker.de, abgerufen am 4. Juli 2022
  16. Leistungsdaten 2018/19, kicker.de, abgerufen am 5. Juli 2022
  17. Neun Tore, Rot und dreimal Alu: Bayern gewinnt irres Spiel, kicker.de, abgerufen am 5. Juli 2022
  18. FC Bayern München – FC Liverpool, kicker.de, abgerufen am 5. Juli 2022
  19. kicker-Rangliste Sommer 2019 – Innenverteidiger, kicker.de, abgerufen am 5. Juli 2022
  20. Niklas Süle erleidet Kreuzbandriss fcbayern.de, abgerufen am 23. November 2019
  21. Niklas Süle nimmt das Lauftraining auf, fcbayern.com, abgerufen am 17. Februar 2020
  22. Welcome back! Spüle feiert gegen Chelsea Pflichtspiel-Comeback fcbayern.com, abgerufen am 9. August 2020
  23. Flicks Sextuple-Sieger sind die besten Bayern aller Zeiten, abendzeitung-muenchen.de, abgerufen am 5. Juli 2022
  24. Hofmann dreht gegen Bayern auf – und das Spiel, kicker.de, abgerufen am 5. Juli 2022
  25. Mbappé macht den Unterschied: Überlegene Bayern unterliegen PSG, kicker.de, abgerufen am 5. Juli 2022
  26. kicker-Rangliste Sommer 2021 – Innenverteidiger, kicker.de, abgerufen am 5. Juli 2022
  27. Tunnel und Traumtore: Bochum schenkt Bayern vier Stück ein, kicker.de, abgerufen am 5. Juli 2022
  28. Historische Pleite: Entfesselte Gladbacher schießen Bayern aus dem Pokal, kicker.de, abgerufen am 5. Juli 2022
  29. BVB verpflichtet Niklas Süle zur Saison 2022/23. In: bvb.de. Borussia Dortmund, 7. Februar 2022, abgerufen am 7. Februar 2022.
  30. FC-Bayern verabschiedet Niklas Süle. In: fcbayern.com. 8. Mai 2022, abgerufen am 27. Juni 2022.
  31. Die Olympia-Kader stehen fest. In: www.dfb.de. Deutscher Fußball-Bund e.V. (DFB), 15. Juli 2016, abgerufen am 15. Juli 2016.
  32. Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes auf bundespraesident.de vom 1. November 2016, abgerufen am 14. November 2016
  33. Spielpaarung auf dfb.de
  34. Das ist der deutsche Kader für den Confed Cup 2017. TZ.de, 19. Juni 2017, abgerufen am 19. Juni 2017.
  35. Michael Horeni: Ein unverhofftes deutsches Sommermärchen. In: faz.net. 2. Juli 2017, abgerufen am 3. Juli 2017.
  36. Nach DFB-Niederlage zum WM-Start: Niklas Süle wird zum Sündenbock gemacht, n-tv.de, 23. November 2022
  37. Trotz Führung: DFB-Elf verpatzt WM-Auftakt erneut, kicker.de, abgerufen am 2. Dezember 2022
  38. Zwei Joker stechen: Deutschland und Spanien trennen sich remis, kicker.de, abgerufen am 2. Dezember 2022
  39. Sportler des Jahres: Die Wahl-Ergebnisse im Überblick. Abgerufen am 21. Dezember 2020 (deutsch).
  40. Bayern-Star eröffnet eigene Bar, sport1.de, abgerufen am 16. Februar 2022