Niko Alm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Niko Alm, 2016

Nikolaus Alm (* 30. August 1975 in Wien[1]) ist ein österreichischer Unternehmer und Politiker (NEOS). Er ist Sprecher der Initiative gegen Kirchenprivilegien, der Laizismus-Initiative, der Giordano-Bruno-Stiftung in Österreich[2] und seit Mai 2011 Vorsitzender des Zentralrates der Konfessionsfreien. Niko Alm ist seit Oktober 2013 Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat.[3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alm studierte Publizistik und Philosophie. Zunächst war er als freischaffender Musikjournalist und Designer tätig, danach gründete er und wurde Geschäftsführer des Marketing-Unternehmens voortekk. 2001 gründete er Super-Fi, deren Geschäftsführer er seither ist. Super-Fi umfasst eine Gruppe von Unternehmen, die in Bereichen wie Marketing, Musikplattformen, Social-Media und Magazinen tätig sind.[4] 2005 übernahm er die Herausgeberschaft des Popkulturmagazins The Gap und wechselte 2007 als Herausgeber zur österreichischen Ausgabe von VICE.[5][6]

Alm wurde in österreichischen Medien als bekennender Atheist und Religionskritiker bekannt.[7][8][9]

Er engagiert sich für eine Trennung von Staat und Religion und spricht sich somit für Laizität aus. Nach seiner Auffassung ist die logische Konsequenz einer solchen Trennung die Beseitigung sämtlicher Privilegien und eine Neuverhandlung des Konkordats nach diesen Gesichtspunkten.[10]

Im Jahr 2009 wollte Alm Busse der Wiener Linien mit dem Spruch „Es gibt keinen Gott“ versehen, wobei die Wiener Linien eine Affichierung untersagten. Die Sujets wurden daraufhin auf der Wiener Mariahilfer Straße plakatiert.[11] Die Aktion stand im Zusammenhang mit der Atheist Bus Campaign.

Im Jahr 2010 warb er mit der Aktion Religionsfreiheit? Lasst uns selbst entscheiden! dafür, dass Schulkinder bis zu ihrer Religionsmündigkeit (14 Jahre) Ethikunterricht statt Religionsunterricht erhalten sollen. Die Aktion wurde auf Deutsch und Türkisch durchgeführt.[12]

Im Mai 2011 übernahm Alm von Heinz Oberhummer den Vorsitz des Zentralrates der Konfessionsfreien.[13]

Im Juli 2011 erregte der Anhänger der religionsparodistischen Bewegung des Fliegenden Spaghettimonsters Aufsehen, als er sein offizielles Führerscheinfoto veröffentlichte, auf dem er ein Nudelsieb als Kopfbedeckung trägt.[14][15] Alm gab an, dass damit bei den österreichischen Behörden das Nudelsieb als religiöse Kopfbedeckung akzeptiert wurde. Die Behörden gaben jedoch an, dass das Foto unabhängig jeglichen religiösen Zusammenhangs genehmigt wurde. Bei einem Führerscheinbild müsse im Gegensatz zum Passfoto bloß gewährleistet sein, dass der Kopf und das Gesicht erkennbar und vollständig abgebildet ist.[16][17] Im § 2 Abs 1 Z 1 lit. h Führerscheingesetz-Durchführungsverordnung heißt es dazu noch weniger dezidiert: „[E]in Lichtbild, mit einer Höhe zwischen 36 und 45 mm und einer Breite zwischen 28 und 35 mm, wobei der Kopf erkennbar und vollständig abgebildet sein muss,“ womit auch es auch keine Vorgaben das Gesichtes betreffend gibt. In den Medien wurde die Aktion als Vorführung der besonderen Behandlung der Religion in den Medien kolportiert.[10][15] Alm selbst begründete die Aktion damit, dass er ein sehr sensibles Organ für Privilegien der Kirchen und Religionsgesellschaften habe und es als Demokrat nicht akzeptiere, dass manche gleicher seien als andere, vor allem wenn sie ihre Sonderrechte auf unbeweisbare Behauptungen stützen würden.[10]

Im Februar 2013 wurde bekannt, dass Alm, der bei der Landtagswahl in Niederösterreich 2003 für die Grünen kandidiert und bei den Nationalratswahlen 2006 und 2008 mit seiner Agentur Super-Fi jeweils die Wahlkampagne dieser Partei organisiert hatte, nun Aufträge der rot-grünen Wiener Stadtregierung u. a. des Universitätsbeauftragten Alexander Van der Bellen erhält. Dies wurde kritisiert, da Politiker der Grünen kurz zuvor – im Zusammenhang mit ähnlichen Vorgängen im Innenministerium – für ein Verbot der Auftragsvergabe an parteinahe Agenturen eingetreten waren. Alm wies eine Nähe zu den Grünen zurück, die Partei bezeichnete die Berichte als „Schmutzkübel-Kampagne“.[18][19]

Im April 2013 fand die Eintragungswoche für das von Alm mitinitiierte Volksbegehren Initiative gegen Kirchenprivilegien statt.[20] Dieses wurde von lediglich 56.660 Personen (das sind 0,89 Prozent der Wahlberechtigten) unterschrieben und ist damit das erfolgloseste Volksbegehren in der Geschichte der Zweiten Republik.[21]

Im April 2013 stellte sich Alm den parteiinternen Vorwahlen der Partei NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum und erreichte den 18. Platz auf der Bundeswahlliste.[22] Auf der Landeswahlliste für Wien wurde er auf den zweiten Platz gereiht.[23] Bei der Nationalratswahl am 29. September 2013 erreichte die Partei 5 %[24] und zog somit erstmals ins Parlament ein. Alm selbst konnte dabei ein Mandat erzielen.[25] Alm ist bei NEOS Sprecher für Wirtschaft (Start-ups, EPU, KMU), Netzpolitk, Medienpolitik, Weltraum und Inneres. Er war vorübergehend auch Sprecher für Tierschutz, Sport, Landesverteidigung und Religion.[26]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niko Alm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dossier Niko Alm, Abgeordneter zum Nationalrat, NEOS. In: Meine Abgeordneten. Abgerufen am 1. August 2014.
  2. [1]
  3. Welche Neos in den Nationalrat einziehen derstandard.at, abgerufen am 8. Jänner 2014
  4. [2]
  5. Der Wiener Nudelpapst der Gottlosen. In: derStandard.at. 13. Juli 2011, abgerufen am 17. Juli 2011.
  6. [3]
  7. Sie tun mir als Atheist ja leid. In: derStandard.at. 5. August 2009, abgerufen am 17. Juli 2011.
  8. Wer braucht das Kreuz? In: ORF-Sendung Club2. 19. November 2009, abgerufen am 17. Juli 2011.
  9. [4]
  10. a b c Niko Alm im Chat: „Habe Polizei nicht um Feststellung gebeten“. In: derStandard.at. 13. Juli 2011, abgerufen am 17. Juli 2011.
  11. „Es gibt keinen Gott. Auf uns kommt es an“: „Gottlose“ Kampagne wird in Wien gestartet. In: NEWS Online. 15. Juli 2009, abgerufen am 17. Juli 2011.
  12. Zu jung für Gott? Niko Alm will Kinder selbst entscheiden lassen. In: diepresse.com. 28. Oktober 2010, abgerufen am 17. Juli 2011.
  13. Niko Alm neuer Vorsitzender der Konfessionsfreien. In: derStandard.at. 11. Mai 2011, abgerufen am 17. Juli 2011.
  14. Im Namen des Spaghetti-Monsters. Führerscheinfoto mit Nudelsieb. In: Spiegel online. 13. Juli 2011, abgerufen am 13. Juli 2011.
  15. a b Austrian driver allowed 'pastafarian' headgear photo. In: BBC Europe. 14. Juli 2011, abgerufen am 17. Juli 2011 (englisch).
  16. „Nudelsieb-Foto“ nicht aus religiösen Gründen genehmigt. In: ORF.at. 13. Juli 2011, abgerufen am 17. Juli 2011.
  17. Nudelsieb doch nicht aus religiösen Gründen genehmigt. In: derStandard.at. 13. Juli 2011, abgerufen am 17. Juli 2011.
  18. Stadt-Aufträge an Ex-Agentur: Grüne in Kritik. In: Die Presse, 22. Februar 2013
  19. Grüne in Erklärungsnöten: Ex-Agentur auf Wiens Payroll. In: Die Presse, 21. Februar 2013
  20. Erfolgloseste Initiativen der Geschichte, auf orf.at, abgerufen am 23. April 2013
  21. Nur zwei unter 100.000 Unterschriften, auf orf.at, abgerufen am 23. April 2013
  22. [5]
  23. [6]
  24. Endergebnis der Nationalratswahl 2013 inklusive aller Wahlkartenergebnisse – BMI. Abgerufen am 3. Oktober 2013.
  25. ZIB 2, 2. Oktober 2013, 22:00, abgerufen am 3. Oktober 2013
  26. http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/3653758/strolz-ersetzt-pastafari-alm-religionssprecher.story