Niko Kovač

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Niko Kovač
Final of the 2011–12 Austrian Cup (88).jpg
Niko Kovač (2012)
Spielerinformationen
Geburtstag 15. Oktober 1971
Geburtsort West-BerlinDeutschland
Größe 176 cm
Position Defensives Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
0000–1989 Rapide Wedding
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1989–1991 Hertha Zehlendorf 25 0(7)
1991–1996 Hertha BSC 148 (16)
1996–1999 Bayer 04 Leverkusen 77 0(8)
1999–2001 Hamburger SV 55 (12)
2001–2003 FC Bayern München 34 0(3)
2003–2006 Hertha BSC 75 0(8)
2006–2009 FC Red Bull Salzburg 65 0(9)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1996–2008 Kroatien 83 (14)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2009–2011 Red Bull Juniors Salzburg
2011–2012 FC Red Bull Salzburg (Co-Trainer)
2013 Kroatien U-21
2013–2015 Kroatien
2016– Eintracht Frankfurt
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Niko Kovač [ˈniːkɔ ˈkɔʋaːtʃ] (* 15. Oktober 1971 in West-Berlin) ist ein ehemaliger kroatischer Fußballspieler und derzeitiger -trainer. Als Spieler war er unter anderem in seiner Geburtsstadt bei Hertha BSC, bei Bayer 04 Leverkusen, beim Hamburger SV und bei Bayern München aktiv. Ferner machte er 83 Länderspiele für die kroatische Nationalmannschaft. Nach drei Jahren in Österreich beim FC Red Bull Salzburg beendete er im Jahre 2009 seine Laufbahn als Spieler und begann seine Trainerkarriere. Zwischen Oktober 2013 und September 2015 war er Trainer der kroatischen Nationalmannschaft. Seit dem 8. März 2016 ist er Trainer des Bundesligisten Eintracht Frankfurt.

Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kroatischen Eltern von Niko Kovač waren aus Livno in der SR Bosnien-Herzegowina, Teilrepublik der SFR Jugoslawien, ausgewandert und ließen sich in Berlin-Wedding nieder. Dort wurden Niko und seine zwei Geschwister (ein Bruder und eine Schwester) geboren.[1] Die Kinder wurden von ihren Eltern christlich erzogen; auch heute ist die Bibel nach eigenem Bekunden eine wertschaffende Quelle für Niko Kovač.[2]

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niko Kovač begann bei Rapide Wedding mit dem Fußballspielen.[3] 1989 wechselte er zu Hertha Zehlendorf, ehe er 1991 zum Zweitligisten Hertha BSC gelangte, bei dem er sich bis 1996 zum Stamm- und Führungsspieler entwickelte, aber nie den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Sein Debüt als Profi gab er am 2. November 1991 (16. Spieltag) beim 1:1 im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück, als er in der 77. Minute für Armin Görtz eingewechselt wurde. Sein erstes Tor erzielte er in der folgenden Saison am 12. Dezember 1992 (25. Spieltag) beim 3:0-Heimsieg über Hannover 96. Des Weiteren kam er sechsmal im DFB-Pokal zum Einsatz.

Von 1996 bis 1999 spielte er für den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen, für den er 77 Ligaspiele (acht Tore), sieben Champions-League-Spiele und vier UEFA-Pokal-Spiele bestritt und mit dem er 1999 Vizemeister wurde. Es folgten zwei Spielzeiten beim Hamburger SV, bei dem er sich als Stammspieler etablierte und für den er 55 Ligaspiele (zwölf Tore), acht Champions-League-Spiele (ein Tor), ein UEFA-Pokal- und zwei DFB-Pokal-Spiele bestritt. Nachdem Uli Hoeneß als Manager vom FC Bayern München auf Kovač aufmerksam geworden war, folgte 2001 der Wechsel zu den Münchnern. Mit dem FC Bayern gewann er den Weltpokal 2001 und bestritt bis 2003 34 Ligaspiele (drei Tore), sieben DFB-Pokal-Spiele (ein Tor) und sechs Champions-League-Spiele (ein Tor), gewann 2003 das Double (Meisterschaft und Pokalsieg) und verließ den Verein, als er nicht mehr zum Stammpersonal gehörte.

Nach drei weiteren Spielzeiten für Hertha BSC wechselte Kovač 2006 nach Österreich zum FC Red Bull Salzburg, bei dem er als Mannschaftskapitän am Ende seiner ersten Saison 2007 österreichischer Meister wurde. Nach dem Ende der Saison 2008/09, in der er wieder Meister wurde, beendete er am 31. Mai 2009 seine Karriere als aktiver Fußballer.[4]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kovač debütierte 1996 in der kroatischen Nationalmannschaft, für die er bis zu seinem Rücktritt als Nationalspieler im Januar 2009[5] 83-mal zum Einsatz kam und 15 Tore erzielte. Er nahm an den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 sowie an den Europameisterschaften 2004 und 2008 teil. In den jeweils drei Gruppenspielen dieser Turniere erzielte er auch zwei Tore: Am 21. Juni 2004 bei der 2:4-Niederlage im letzten Vorrundenspiel gegen England und am 22. Juni 2006 beim 2:2 im letzten Vorrundenspiel gegen Australien.

Karriere als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niko Kovac bei seinem ersten Pflichtspiel als Co-Trainer von Red Bull Salzburg (2011)

In der Sommerpause 2009 wurde Kovač als Nachfolger von Adi Hütter zumindest bis 2011 Trainer der zweiten Mannschaft von Red Bull Salzburg („Juniors“).[6] Im April 2011, nach der Entlassung von Huub Stevens als Cheftrainer der ersten Mannschaft, übernahm er neben Ricardo Moniz, dem neuen Trainer, den Posten als Co-Trainer. Ende Juni 2012 wurde Kovač beurlaubt, da er durch den Rücktritt von Ricardo Moniz und der Verpflichtung von Roger Schmidt nicht mehr in das Anforderungsprofil passe.

Im Januar 2013 wurde er Trainer der kroatischen U-21-Nationalmannschaft.[7] Sein Bruder Robert assistierte ihm dabei als Co-Trainer.

Am 16. Oktober 2013 wurde Kovač als Nachfolger von Igor Štimac zum Trainer der kroatischen Nationalmannschaft der Männer berufen, nachdem diese die letzten beiden Spiele verloren und damit die direkte Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 verpasst hatte.[8] Unter der Leitung von Kovač setzte sich die kroatische Mannschaft in den Play-offs gegen Island durch und schaffte somit doch noch die WM-Qualifikation. Beim Turnier in Brasilien jedoch kamen die Kroaten nicht über die Vorrunde hinaus. Im Verlauf der anschließenden Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 wurden Kovač ein 0:0 in Aserbaidschan und eine 0:2-Niederlage in Norwegen zum Verhängnis. Der kroatische Verband reagierte am 9. September 2015 mit seiner Entlassung.[9]

Seit dem 8. März 2016 ist Kovač als Nachfolger von Armin Veh Cheftrainer des deutschen Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Sein Vertrag läuft bis 2019.[10]

Kovač erhielt 2016 vom Deutschen Olympischen Sportbund den Fair-Play-Preis des Deutschen Sports für sein Verhalten gegenüber den unterlegenen Nürnbergern nach deren verlorenen Relegationsspielen gegen Frankfurt. „Die ehrliche Empathie für den sportlichen Gegner gerade im Angesicht des eigenen, wichtigen Sieges, ist beispielhaft für faires Verhalten im Sport“, urteilte die Jury des Preises.[11]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FC Bayern München

FC Red Bull Salzburg

Als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eintracht Frankfurt

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niko Kovač ist verheiratet und hat eine Tochter. Sein Bruder Robert war ebenfalls als Fußballprofi aktiv. Beide spielten gemeinsam bei Bayer 04 Leverkusen, Bayern München und in der kroatischen A-Nationalmannschaft. Bei Eintracht Frankfurt ist Robert Kovač Co-Trainer seines Bruders.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niko Kovač – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cathrin Gilbert: "Da muss doch mehr sein". In: Zeit. Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, 19. April 2017; abgerufen am 15. Oktober 2017.
  2. Marc Heinrich, Michael Wittershagen: Niko Kovac im Gespräch: „Die Spieler sind meine Freunde“. In: FAZ.NET. 9. Dezember 2017, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 13. Dezember 2017]).
  3. Kroatische Lebensfreude und deutsche Disziplin. welt.de, 16. Februar 2001. Abgerufen am 8. März 2016.
  4. Niko Kovac hört auf. kicker.de, 29. Mai 2009. Abgerufen am 29. Mai 2009.
  5. Niko Kovac beendet Länderspielkarriere. focus.de, 8. Januar 2009. Abgerufen am 8. Januar 2009.
  6. Kovac coacht Junioren. kicker.de, 16. Juni 2009. Abgerufen am 17. Juni 2009.
  7. Die Kovac-Brüder übernehmen Kroatiens U21-Nationalteam. In: Relevant.at, 21. Januar 2013.
  8. WM-Qualifikation: Kovac übernimmt kroatische Nationalmannschaft von Stimac. In: Spiegel Online, 16. Oktober 2013.
  9. Niko Kovač entlassen. In: fussball-em-total.de. FUSSBALL-EM-total, 9. September 2015; abgerufen am 9. September 2015.
  10. Für Niko Kovac ist der Weg noch lange nicht beendet … eintracht.de, abgerufen am 8. Dezember 2016
  11. Ehre für Frankfurt-Coach: Kovac erhält Fair-Play-Preis für diese Geste. In: MOPO.de. 4. März 2017 (mopo.de [abgerufen am 4. März 2017]).